ihrem Oberhaupte dem Pabste, rc. 427
Pabst Jnnoccntius der zwölfte führte drey Töpfe in seinem Familiemvapen, welche erumkehren ließ, um dadurch anzudeuten, daß er nicht sammeln, sondern ausschütten und mit-theilen wollte, dahin auch die Umschrift zielete: lUir8, non ; pasquimrs aber machtedas Comma nach dem Worte non, mit einem ganz umgewandtcn, obgleich in der That ge-gründeten Verstände. Bey seinen Ausgaben ersparet der pabstliche Hof dadurch sehr vie-les, daß er wohlfeile geweihete Sachen, kallia, tö§nu8 Dci c), Rosenkränze, Jndulgenzenund Ablaßbriefe, Reliquien und Knochen aus den Ggtacombis geben kann, wo andere Po-tentaten öfters mit vielem baaren Gelde Heralis rücken müssen.
Die Camera ^poliolics besorget des Pabstes Kammergüter und Einkünfte, und sinddie dazu gehörigen Bedienungen so einträglich, daß die vornehmsten davon mit achtzig bishundert tausend Thalern erkaufet werden. In der Datarin geschieht die Vergebung und vatar!^Ausfertigung der geistlichen Bcneficien, Dispensationen rc. Sie hat ihren Namen von dergewöhnlichen Unterschrift: Datum kdomrc apucl sgncstum ?etrum Lc. wenn der Pabst imVatican wohnet, und apuci lanclam ^-lariam inajorem, wenn er sich im Quirinal aufhakt.
Was in der Dawria unterschrieben ist, kömmt hernach noch in die Kanzley, von welcher dieDataria gleichsam nur ein Theil ist. Die kota ist als ein Parlement oder als ein Ober- Kots.appellationsgericht anzusehen.
Das Consistorium ist das oberste Skaatscollegium, in welchem die Kardinäle Sitz und ConststoriumStimme haben. Es sind unterschiedene Gelegenheiten, da man in dieses Consistorium frey derKardinä-hinein gelassen wird, und ist solches noch denn Februar geschehen, da dem Salviati der Mfsttzuna ei-Kardinalshut aufgefetzet wurde. Vormittags um neun Uhr versammelten sich die Kardi- ^ Kardi-näle in ihrer langen violettenen Kleidung und kürzen Hermelinen Mänteln, auf welchen keine nalshutes.schwarzen Flecken zu sehen sind. Auf dem Kopfe hatten sie rothe seidene Käppchen unddarüber rothe wollene viereckigte Müßen, fast in der Form, wie die Jesuiten sie zu tragenpflegen. Die Kardinäle, so Mönche vorher gewesen, trugen die Farbe und Kleidung ihresOrdens, allein von dünnem Zeuge. Der Pabst kam in einem Bischofshabite von Drap d'or,so vorne sich gänzlich schloß, die Bischofsmütze war mit Golde gestickt, und auf jeder Seitedes Stuhls, der etliche Stufen erhöhet unter einem Himmel stund, war ein großer aufge- ^.steckter Fächel von weißen Pfauenfedern zu sehen üi). Die Kardinäle saßen zwo Stufenhoch, und vor ihnen eine Stufe niedriger als sie, ihre Lanclawrii oder Prälaten, so ihnen die ^langen Schleppen nachtrugen und in Ordnung legten. Sobald der Pabst Platz genommen,
Hhh 2 kamen
kortgtus Mlincle äc iluölibus cripit nnil?; Vicarii verbothen ist, sie jli verkaufen. Manksi'iqiiL minor tsnkum vsletintcßrs kjUAnttim. hütet sich, ße mit bloßen Handen anzufassen. ..
Sie haben meistentheils die Größe eines Spe- Daß die Alten ihre llLbells oderllvenmils Facheldeecicsthalers, eine ganz runde oder ovale Figur, aus Pfauenftdern gemacht, sieht man aus ,
Und dürfen nicht anders als aus weißem Wach- einem Kupferstiche beym ?. Gerrauch
se verfertiget werden. Die eine Seite stellt ein crpl.Huppl. lom.i, lsb. II. Von glei- berselbm
Lamur vor mit einer Fahne und den Worten: eher Arbeit waren die Fache!, womit die Diaco- beym Messe,kcce Del tolln pcccst-, munäi; nebst m bey der Messe die Fliegen wegtreiben undver- lkfttt.
der Iahrzahl und dem Namen des Pabstes, im- hindern mußten, daß sie nicht in die Kelche ste-ter welchem sie getauftt worden, wie solche Re- len. k>v>8Ll.mv8 i»l>.z,Lp.i6r.densart unter den Katholiken gewöhnlich ist. üb. 4, c. z;, n. 8, 9, und der Verfasser der <7o»-Die andere Seite zeigt das Bildniß bald diefts Roch heute zuTa-
bald jenes Heiligen. Die ttZnus vel sind viel- ge wird bey den Griechen einem Diaconus beyleicht in Rom die einzige Sache, so nichts kostet, seiner Einsetzung ein solches Gerath in die Hau-weil durch ein Decket -es pabstlichen Kardinal- gegeben.