ihrem Oberhaupte dem Pabste, rc. 4Z9
te und dergleichen Kleinigkeiten einige Reforme unter der Geistlichkeit, und gab gern an ar-me Leute Gehör. Um weltliche Sachen bekümmerte er sich so wenig, daß er kaum die Mün- Eßssaltzen kannte: und weil er eines freygebigen und barmherzigen Gemüthes war, so ließ manihn in den letzten Jahren feiner Regierung nicht gern allein mit Leuten, ven welchen malt ^ "nruthmaßete, daß sie unt eklvas bitten wollteit. Die Gelegenheit zu solcher Vorsorge gabein Pilgrim, der in einer besondern Audienz dem Pabste seilte Armuth und den kränklichenZustand seiner zahlreichen Familie so beweglich vorstellte, daß ihm der Pabst drenhundertScudi, seiner Frau dreyhundert, und den Kindern zusammen auch vierhundert Scudi zusagte.
Der Schatzmeister that zwar einige Vorstellungen, als ihm der Pabst befahl, des folgendenMorgens das Geld zu bringen; allein der Pabst bestund auf seinem Vorsätze, wie er sichdenn nicht gern auch in andern Dingen einreden ließ, sondern gemeiniglich auf seinem Sin-ne blieb, mit der verdrießlichen Abfertigung: so lo vochio coli. Der Schatzmeister kamindessen auf den Anschlag, daß er von Kupfermünzen die größten Stücke sammlete, derge-stalt daß die tausend Scudi zehn große Geldsache anfülleten. Diese ließ er des folgendenTages paarweise in des heiligen Vaters Kammer bringen, welcher mit Verwunderungfragte: zu was eine solche Menge Geldes gebraucht werden sollte? Auf die Antwort, daßdieses die tausend Scudi waren, welche gestrigen Tages an den fremden Bettler geschenktworden, stutzte der Pabst, sagte: er habe nicht geglaubt, daß es so viel betrage; und nach-dem er den Pilgrim rufen lassen, gab er ihm nur einen Sack mit dem Bedeuten, daß solchesgenug sey. Auf diese Weise sparete der Rentmeister seinem Herrn neunhundert Scudi, ichweis aber nicht, ob sie deswegen besser seyn angewendet worden. Zu seiner ordentlichen Strenge Le-Wohnung hatte sich der Pabst in dem Vatican eine Kammer fast unter dem Dache ausge- bensarr-sucht. Es waren darinnen weder Tapeten noch anders Geräthe, außer einem schlechtenTische und zweenen hölzernen Stühlen. Er lebte bis an seinen Tod in der größten Strengeund Ca-steyung seines Leibes. Als er gegen das Ende seines Lebens sehr matt und schwachwurde, gab man ihm ohne sein Wissen unter dem Chocolat etwas Fleischbrühe, um ihn zustarken, wenn er aber solches merkte, gab er alsbald die Tasse zurück, mit Bedeuten, daß der ^
Chocolat gar zu gut gemacht sey. Des Schnupftobacks bediente er sich gar sehr, weswegen ychuchdcs "er auch die Excommunication aufhob, welche unter Jnnocentius dem zwölften wider diejeni- Schnupfto-gen, so in der St. Peterskirche Toback nehmen würden, war verordnet worden /). Ich ha- backs.be schon erwähnt, daß ein kleiner Eigensinn sein Fehler war. Er sprach einsmals mit dem Ehemaliges
Verboth des
Soleimitaken zur Rechten des pabstlichenStuhls, und weichen darinnen niemanden alsden Nepoten des regierenden Pabstes.
Aus dem kiillsrio KlgAno erhellet, daß schonUrban der achte diejenigen so Toback in derKirche nehmen würden, in den Bann gethan ha-be, und gaben die Klagen des Capitels von dersevilischeu Domkirche dazu Anlaß. Die spani-sche Geistlichen giengen so weit, daß sie auch vordem Altare, wahrender Zeit sie Messe lasen, sich ,dieser üblen Gewohnheit nicht einbrachen, wel-che bey ihnen von desto größerer Wichtigkeit undmehreren: Nachtheile seyn konnte, weil nach derrömischkatholischen Lehre, durch die Zerstreuungder Gedanken oder den Mangel der Intention
des
berg von einer Linie der Orstni, als sie im Jahreioio durch die Gibellmen von Rom vertriebenworden, seinen Ursprung haben.
Das Haupt der Familie von Colonna ist erb-licher Qr-Anä-Oon^tsble des Königreichs Neapo-us, wie auch Lgpo Larone e Principe ciel 8vßliokapsle.
Das Haupt der Savelli ist Marschall derheiligen Kirche und Erbhüter oder 6srllien des
Lonclavis.
Das Haupt der Familie Conti, Herzog vonPoli ist kreketto Ucll,, Lgppcllz Pgpgle.
Das Haupt der Cesarini bekleidet allezeit dasAmt des Oontallviiei'e des heiligen Stuhls.
Die krlncipi äcl Loglio stehen bey öffentlichen