Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
513
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und pabftlichen Pallästen in Rom. ziz

Da diese Kirche dem Evangelisten Lukaö gewidmet ist, so ist kein Wunder, daß dieMaler den Ort ihrer wöchentlichen Versammlung nächst an derselben angeleget haben, undverdienet diese Akademie von Fremden besehen zu werden. In der ersten Kammer des Ge-bäudes stndet sich gute Bildhauerarbeit, worunter viele Stücke in p-iena cotta oder gebrann-tem feinen Thone, welche zu Erlangung gewisser gesetzten Preise verfertiget worden. Unterden Gemälden im andern Zimmer sind die vornehmsten ein Dellen, des Marchese Patriciivom Kindermorde Herodis; eine Weibsperson so eine Taube in der Hand halt cn iniZna-tnre von der Rosalba, welches Stück hundert Pistolen geschähet wird; St.Hieronymus vonMaratta; St. Magdalena von Perugini. Die Gesetze der Akademie sind an der Wandangehängt, und ist eines darunter, daß niemand unter seinem dreyßigsten Jahre zum Mit-gliede ausgenommen werden soll. In dem obern Saale, woselbst die Malerschule ist, sinddie Portraits berühmter Maler zu sehen; desgleichen eine 8wtua Verweis, so in der Stellungder Mediceischen gar ähnlich kömmt, in der rechten Hand aber einen Apfel hält. Man hebthier auch die Hirnschale des berühmten Malers Raphael auf, mit den darunter geschriebenenVersen: Hlo Iric oll Kaplrwl öcc. welche über seinem Grabe in der Rotonda gelesen werden.

In der Kirche St. Marco steht zwar ein alter päpstlicher Sessel oder Stuhl aus Mar-mor, dessen Sitz vornen her nicht in gerader Linie läuft, sondern etwas eingekrümmet ist,übrigens aber mit den verdächtigen Stühlen des Laterans keine Gleichheit hat. Die Bild--hauerarbeit an dem Grabe des Kardinals Vidmann ist vom Como Fancelli. Des Kardi-nals Bragadino schönes Monument hat Raggi verfertiget, und ist daran vornehmlich dergroße Sarg aus einem einzigen Stücke kwtra k'araAona zu sehen. Des Kardinals cie ?cio-lis Grabmaal von weißem Marnwr verdienet gleichfalls nicht vergessen zu werden, nebst demneuen Monumente, so einem jungen Venetianer, Franc. Erizzo, der im ^ooten Jahre inRom gestorben, aufgerichtet worden. Man sieht daran zwo Vanms von weißem Marmor,welche sein Brustbild an eine große schwarze Pyramide, die mit gelbem Marmor eingefassetist, befestigen.

VersamlunZder Malernahe an die-ser Kirche.Schöne Ge-mälde in ihrerAkadeinie.

Gesetze.

Hirnschaledes MalersRaphael.

St. Marco.

Ein alter

päbstlicher

Sessel.

Grabmonu-

ment.

8. öckaria äegll LriAsli alle lernw vioclerraiw nimmt einen Theil des Platzes ein, 8. Ictariaworauf Diokletian durch vierzigkausend Chriftensclaven in sieben Jahren seine Bäder von -iezl' /mZeii.solcher Weitläustigkeit aufführen lassen, daß nach Ölympiodors Berichte dreytausend zwey- lDioclerianshundert Personen zu gleicher Zeit, ohne einander zu sehen, darinnen baden konnten. Die ^kostbaren Ueberreste davon sieht man noch in der itzigen Kirche an acht ungemein großen ^

Seulen, deren jede aus einem einzigen Stücke Oranüo Orientale verfertiget ist. Drey Män-ner können kaum eine solche Seule umklaftern, und scheint ihre Höhe von zwanzig bis vierund zwanzig Fuß zu seyn. Eigentlich haben sie weder einerley Dicke noch Höhe, und we-gen des letzten Umstandes stehen die höchsten tiefer in der Erde, damit die oberste Höhe derGesimse in eine Gleichheit der Linie komme, welche Einrichtung schon vom Diokletian ge-schehen seyn muß, und sind vermuthlich diese Seulen aus verschiedenen andern Gebäudenzusammen gebracht worden. Von der großen Menge anderer in dieser Gegend ehemals be-findlichen Seulen hat man viele weggeführet, und zu verschiedenen Gebäuden verbrauchet;indessen stehen doch außer den obgemeldten achten noch eben so viele andere in demjenigenTheile der Kirche zerstreuet, welcher noch nicht erneuert worden. Denn man trifft hierwirklich das verfallene Alterthum und ein neues prächtiges Werk aus einer Stelle an. Dervorderste Theil der Kirche giebt die Vorstellung der alten ruinirten Bäder, und der andereTheil gegen den Altar eine schöne neue Kirche, die in der Form eines griechischen Kreuzesnach dem Angeben des Mich. Angelo Buonaroti gebauet worden. Sie wird täglich schö-

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