Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
518
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8. tNarirL«Ii.

Fabeln vonden Sibyllenund Orakeln.

krsuclez pi»

etlicher Chri-sten.

Warumman die Chri-sten Sibylli-sten genannt.

-^rs prüuo-Aeniti llei.

Grab derh. Helena.

Maria Bild-niß vom Lu-kas gemalt.

Fußstapfeneines Engels.

8. Claris ästLgppuccini.

Guido RheniGemälde, sodenStrei.

518 XU Brief. Relation von den geistlichen Gebäuden,

Das keriü^liuin oder Sculenwerk vor der Thüre der Kirche 8. kAai ig clell'^niinahat man zu London an der neuen Kirche im Strande nachgeahmet, gleichwie man auch mitdem ?orticu oder der Galerie der lvotouäa an der St. Martinskirche eben daselbst ge-than hat.

Die Kirche 8. lel-mia iära Ooeli liegt auf der Höhe, nächst am Capitolio: man steigtvermittelst einer weißen marmornen Treppe von hundert und zwanzig Stufen, deren jedeohngefähr zwanzig Fuß aus einem Stücke breit ist, hinauf, und sollen diese Steine aus dem1'emplc» Ouirini genommen seyn. Linker Hand im Hinaufgehen sieht man des berühmtenKomödienschreibers Teremii Grabmaal, welches man aus seinem Garten in via Ap>psa hie-her gebracht hat. Die Kirche hat den Namen caeli von dem Altare, welchen Augustusdem erstgebohrnen Sohne Gottes in Demplo sov>8 berereüsso auf diesem Platze gestanden,soll haben aufrichten lasten, wozu er sowohl durch das Orakel vonDelphos sey bewogen wor-den, (welches versicherte, daß ein neugebohrner ebräischer Knabe ihm ein ewiges Still-schweigen auflegte) als durch die Nachrichten, welche er aus den Büchern der Sibyllen ge-schöpfet. Es wäre leicht zu zeigen, daß dieses lauter Fabeln und insbesondere nichts abge-schmackters sey,'als den heidnischen altenWeibcrn so große und deutliche Erkenntniß von denGeheimnissen des Christenthums zuzuschreiben, dergleichen weder Esaias noch ein andererProphet unter dem auserwählten Volke Gottes jemals gehabt hat. Einige Christen imvierten und folgenden Jahrhunderten mcynten, man könnte wohl eine franäenr piain bege-hen, um die Heiden mit ihren eigenen Waffen, die man sonst für schwach und lächerlich ge-halten, zurück zu treiben. Hatten' die Heiden im Anfange allerley Orakel und Prophezei-hungen der Sibyllen aus Tageslicht gebracht, wodurch sie den göttlichen Ursprung ihrerheidnischen Theologie behaupten wollten, so drängten es ihnen die Christen hernach redlichein, und brachten so viele Aeroüicba,Oiaculii und Prophezeihungen der Sibyllen zum Vor-theile der christlichen Lehre auf die Bahn, daß man ein ganzes System der damals geglaub-ten christlichen Lehre daraus zusammen setzen könnte. Die Christen aber machten es mitdieser neuen Art die Wahrheit ihrer Religion zu verfechten, so plump, daß dieses Argumentendlich allen Credit verlohr, und sie selbst den Spottnamen der Sibyllisten darüber davontrugen. ( okiorn. contr. Lellum 1. n. 15.)

Indessen wird diese Am lAimoAenitt Del noch nahe bey dem Chöre gezeiget, wiewohlmit neuen Zicrrathen, worunter die mosaische Arbeit und die vier porphyrnen Seulen zu rech-nen sind. In der Kirche sind zwanzig Pfeiler von Alarmore Orauito zu sehen, an deren ei-ner die Worte stehen: A Lubieulo AuAuckormn.

Der Hauptaltar ist mit acht Seulen von A!.ll>»ltto Orientale umgeben, und steht inselbigem der Leichnam St. Helenä, der Mutter Konstantins des großen, in einem Sarge vonPorphyr. Das Gemälde der heil. Maria auf dem Altare ist vom Lukas; und hinter demAltare sieht man ein anders, so Mariam, nebst ihrem Kindlein und dessen Pflegevater Jo-seph vorstellet, vom Raphael d' Urbino.

Auf einem Steine der Kirche zeigt man den eingedrückten Fußstapfen eines Engels, derdem heil. Gregorius dem großen erschienen seyn soll. Das Hiebey gelegene Kloster gehörtden Franciscanern, und hat man aus seiner Höhe eine gute Aussicht über die ganze Stadt.

8. öckaria äe!la88. OonLL/iuiie äe'kritti Oappricaini ist nur wegen der trefflichen Ge-mälde zu sehen, worunter sonderlich der Streit Michaels mit dem Drachen vom GuidoRheni berühmt ist. Man beschuldiget den Meister, daß er seinen Feind, den KardinalPamsilio, der hernach Pabst wurde, unter der Gestalt des Teufels abgebildet habe. Der

Erz-