Kapelle St.Dominier.
EpitaphiumFranc. Neri.
Grab desKardinalsCajetani.
Treffliche
Bibliothek.
Des Kardi-nals Casana-ta Statue.
Jnscripti'o-nen zu Ehrender Wohlthä-ter,
als Clemensdes eilsten.
526 xn Brief. Relation von den geistlichen Gebäuden,
des vierten ist von Jak. und Thoma Cassignola verfertiget, und das Monument des Kardi-nals Pimente! von Chev. Bernini. Die schönen Statuen auf dem Grabmaale des Kardi-nals Bonelli kommen von der Hand Herculis Ferraka.
Vor ungefähr dreyßig Jahren fing ein Prälat an die Kapelle St. Dominici nahebey der Sacristey bauen zu lasten; weil man ihm aber wegen des Baumeisters nicht freyeHand lasten wollte, zog er seine Hand vom Werke zurück, und blieben nur acht Seulen vonschwarzem und weißem Marmor stehen. Benedictus der dreyzehnte hat seinem Orden zuEhren diesen Bau wieder unternommen, und die Kapelle in solchen Stand gesetzt, daß sieverdienet gesehen zu werden. Bey der Oppella koläric, ist ein schönes Qruppo vonMarmor, worauf die h. Maria, Jesus, und Johannes der Täufer gehauen sind. Auf derandern Seite der Kirche ist an einem Pfeiler das vom Bernini angegebene Grabmaal derBeatä Maria Raggi mit ihrem metallenen Brustbilde, und auf dem Altare der Sacristeyein Crucifix von Andrea Sacchi gemalt. Desjenigen, was auf Francisci Neri Grabe steht,haben sich wenige Sterbliche zu rühmen:
tchii mmczucun in curis conlumlit iiianibus sevumcl.-uciittie lioc tiunulo.
Der Kardinal Cajetanus, aus dem Orden der Dominicaner, hat aus Demuth nichtin dieser Kirche begraben seyn wollen, sondern sein Grabmaal über die Treppe und den Ein-gang derselben setzen lasten.
Die in dem Kloster befindliche Bibliothek von mehr als fünfzig tausend Stücken istsehenswürdig. Die gewölbte Galerie, worinnen sie steht, ist hundert gemeiner Schrittelang, sechs und zwanzig breit und mit einem Umgänge oder Lorriclor in der Mitte der Hö-he versehen. Der itzige vornehmste Blbliothekarius ist P. Anm'ani, nachdem sein VorführerP. Domenico Giovanelli, ^öllro c!el lacro kai-Mo worden. Sie ist täglich morgensvon 8 bis ii, und nachmittags von 2 bis 5 Uhr offen, ausgenommen Donnerstags und anFeyertagen. Der Kardinal Hieronymus Casanata ein Neapolitaner, hat durch sein Testa-ment ein großes zum Aufnehmen dieses Büchervorraths beygetragen; daher zu Ende desSaales seine von 1 e 6ros aus schönem weißen Marmor verfertigte Statue gesetzet worden.Oben gegen die Decke zu liest man:
Xlille libros llolpes guicl guccris? cernere lAomsin8ulpice, mchor enim Ilibliotbeca kuit.
Vor dem Eingänge der Bibliothek find etliche weitläustige Jnscriptionen zu EhrenClemens des eilsten, Jnnocentius des zwölften und des Kardinals Casanata, als der Wohl-thäter dieser Anstalten zu lesen. 6ratisrum riciin eü aä nova bencllcia invitittio : und wennman mit Worten abkommen kann, so ist die Clerisey das dankbarste Geschlecht auf dem gan-zen Erdboden. Ich will hier nur die eine auf Clemens den eilsten gerichtete Überschriftanhängen, weil darinnen seine Gegenwart Vicaria blummis ^lcheüas genennet wird:
Llemonti XI. koiit. Xlcix.
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