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Fehler anden italieni-schen Palla-sten.
l.'^cgclemic
Gemälde undZeichnungennach nacken-den Personen.
i.n. Brief. Relation von den sehenswürdigen
Von diesen allen aber halten die italienischen Prinzen wenig, und suchen sie dafür ihre Pallä-ste und Gartenhäuser mit merkwürdigen Kostbarkeiten anzufüllen, damit die Fremden vieldavon zu rühmen und zu erzählen haben mögen. Ich habe oftmals bemerket, daß zwanzigbis dreyßig Zimmer in den untersten und besten Stockwerken nur zum Staat und für dasAuge der neugierigen Fremden haben dienen müssen, unterdessen daß sich der Herr desHau-sts mit seiner Familie in dem obersten Stockwerke gar schlecht und enge beholfen: Und da dieHäupter der Familie sich in dem andern äußerlichen Staate gar eingeschränkt behelfen, sokann man leicht erachten, daß ihre Nebenlinien und Anverwandte dergleichen in die Augenfallende Lebensart nicht führen, wie in andern Ländern gebräuchlich ist. Ein apanagirrerHerr von den reichsten italienischen Häusern, wie etwan die von Colonna, Pamfili, Ludovisiound dergleichen sind, hat außer seinem freyen Esten, Wohnung und Kleidern etwan fünfzigbis sechszig Seudi des Monats, womit er freylich keine großen Sprünge machen kann, son-dern sich im geistlichen Stande um fettere Pfründen bewerben muß. Eben daher und weilmehr auf das äußerliche und prächtige Ansehen als auf die innere Bequemlichkeit refleckiretwird, kömmt es, daß die italienischen Palläste zur Bewohnung gar nicht gelegen gebauetsind, indem die colinmmicationes und cleZiiAements fehlen, und man öfters durch fünfundmehrere Zimmer, die man schon gesehen hat, wieder zurück gehen muß, ohne eine andereThüre zu finden. Die Fußboden sind auch nur von Backsteinen, weil sie den Marmor inder feuchten Winterkälte für zu ungesund ansehen, und die hölzernen Fußboden nicht reinlichgenug halten. Die Spiegel könnten nach Proportion der andern kostbaren Zierrathen auchschöner und größer seyn, die Schlösser an den Thüren besser gearbeitet, und die Tapetenneuer und in mehrerer Anzahl. Was diesen letzten Punct anlangt, so fängt man an, sichdesfallö zu bessern, und findet man itzt in den Pallästen von Barberini, Caroli, Attemps undetlichen andern so schöne brabamische Tapeten, als man nur verlangen kann.
Ich schreite gber itzt zu genauerer Betrachtung solcher Palläste nach der schon einmalbeliebten alphabetischen Ordnung, und mache den Anfang mit der brür^oile, wel-
che Ludwig der vierzehnte im Jahre 1667 auf Anrathen des Colbert gestiftet hat. Zwölfjunge Franzosen, nämlich sechs Maler, vier Bildhauer, und zweene so sich auf die Baukunstlegen, werden darinnen auf des Königs Kosten beständig unterhalten, um sich in ihren Wis-senschaften vollkommen zu machen, und nachmals in Frankreich gute Dienste thun zu können.Die Aufseher über diese löblichen Anstalten sind von der Zeit der Stiftung Errard, Coypel,Poußin, de la Tuilliere, Houasse und Person gewesen. Ludwig der vierzehnte hat vielegroße Dinge zu Stande gebracht; allein in abgedachtem Unternehmer» hat er dennoch un-geachtet der großen daran gewandten Unkosten seine Absicht nicht nach Wunsch erreichet,indem zwar die Bildhauerkunst in Frankreich in besseres Aufnehmen gekoinmen, die Franzo-sen aber wenige große Maler ausweisen können, die dieser römischen Akademie ihre sonder-baren Wissenschaften zu danken hätten. 8üoui-, Poußin und Le Brun sind große Leute inder Malerey gewesen; allein sie waren schon groß vor der Aufrichtung solcher Akademie/undder erste todt, der andere sechszig Jahre und Le Brun vierzig Jahre alt, als Colbert seinesKönigs ewiges Andenken auch auf diese Art in Rom stiftete.
In den ersten vier Tagen der Charwoche wird allhier ein junger Kerl an einem Kreuzenackend aufgestellet mit hängendein Kopfe, als wann er verscheiden wollte, und üben sich beyangezündeten Lichtern die Lehrlinge und andere Liebhaber theils mit der Zeichnung auf Pa-pier , theils im Thone, um die Muskeln, Adern, Nerven und ganze Gestalt dieses Menschenwohl auszudrücken. Ich habe wider diese Gewohnheit nichts einzuwenden; glaube aber, daß
dadurch