Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
693
JPEG-Download
 

in und nahe bey Rom. 69z

und sechszig gemeine Schritte lang ist, einen großen freyen Platz zu Caroussels, und einenaus bestehenden Wald, worinnen sich viele Tannhirsche aufhalten. Vor der Nord-seite des Pallastes stehen in einem runden Platze die Brustbilder der ersten zwölf Kaiser, undunter einem jeden ein gleichfalls anciqueö marmornes bo8-re!,ef. Auf der Seite von jedembuliu springt das Wasser aus der Mauer hervor, welches im Sommer diesen Platz sehr küh-le und angenehm machet. Gegen Mittag liegt der Bluhmengarten, und an dessen Endeein großer Teich, bey welchem die Statue Alexanders des großen zu betrachten ist. Ausdem Pallaste find etliche rare alte Bildhauerwerke z. E. der Kopf Ncrva und Tullia, dieStatue eines Hermaphroditen und das Grab Diadumenians, der ein Sohn des Kaisers Se-veruö Macrinus war, an die albanische Familie verschenket, auch etliche gute sonst hier be-findliche Gemälde nach dem pamfilischen Pallaste in der Stadt gebracht worden; allein esfehlet deswegen doch nicht an vielen Merkwürdigkeiten, welche ein neugieriges Auge vergnü-gen können. Vor dem Hause zeigen sich die Statuen Antoninuö Piuö, Herkules und einesägyptischen Götzenbildes.

An den äußern Seiten des Pallastes sind viele bas-reliek, bufta und Statuen zu be-merken: über dem mittelsten Eingänge insbesondere die Brustbilder Vitellius und Claudius,und in dem ersten Zimmer die Scatuen Seneca, Venus und Diana, die Brustbilder Tibe-rius, Claudius und Vespasians, desgleichen ein neueres von Jnnocentius dem zehnten, undein ljZLclEale, welches Julius Romanus gemalet hat. Linker Hand ist die Hauskapelle,und auf dem Altare ein Gemälde, so Mariam vorstellet, vom Michel Angelo Caravaggio.In dem zweyten Zimmer zeiget sich eine schöne und hohe Urne aus ^laballro oriemale, dieStatuen einer vestalischen Jungfrau, und des MarsyaS, nebst zwo kleinen aber trefflich schönenSeulen ausvlaipi-ooriemsle, auf deren einer der Kopfdes Titus, und auf der andern Domi-tians ausgerichtet ist. Die dritte Kammer ist gezieret mit schönen Seulen aus veräe smi-co, Nero amlco und bigio, mit den Statuen der Julia August« und Publ.Clodions, einer kost-baren Tafel von zusammen gesetzten feinen Steinen, verschiedenen Portraiten vom Giorgione,und der Arche Noa, welche Baffano gemalet hat. In dem vierten Zimmer steht auf ei-nem schönen mit feinen Steinen eingelegten Tische ein treffliches Gefäß mit seinem Deckel,beyde von Porphyr, die marmornen Statuen Bacchus, Julia, Apollo und Faunus, Andro-meda auf einem ba?-relies welches sehr hoch geschähet wird, die porphyrnen Köpfe Brutusund einer alten Frau, so von etlichen als die Oea blenia, von andern als eine Sibylle ange-sehen wird, drey gemalte Marienbilder, deren das eine vom Raphael, das andere vom Pe-rugino, und das dritte vom Guido ist, das Portrait einer jungen Dame Beatrix aus demHause Cenci, welche wegen Vatermords enthauptet worden, und ist dieses das letzte Stück,welches Scipione Gaetano verfertiget hat. Der bethlehemitische Kindermord von dem be-rühmten Maler Pietro da Cortona, die Verwüstung der Stadt Castro unter Jnnocentiusdem zehnten, (weil sie den an sie abgesandten Bischof umgebracht hatten) von dem Pinsel desMola, und die L-rnm vom Guercino, waren sonst in dem fünften Zimmer, sind nun abernach der Stadt gebracht. Es stehen noch allhier die fünf Gemälde voin Joh. Manciola ei-nem Flamländer, auf welchen die vornehmsten Feste und Lustbarkeiten der Stadt Venedigabgebildet sind, desgleichen die Gefangennehmung des Heilandes in dem Garten am Oel-berge vom Cav. Lansranchi, als eine deutliche Probe, wie wenig man bey derAuszierung deritalienischen Pallaste auf den Zusammenhang der Bilder und desjenigen, was vorgestelletwird, sehe. In dem runden Saale stehen zwo zu Venedig gegossene Canonen, nebst den

Ssösz Sca-