Verände-rung desWemge-wächses.
Pallast derGinetti.
Treppe,
Senlen ausdem Tempeldes Mars.Alte mar-morneSarge.
Alterthümer
indemPalla-
steölLorßis.
Statue Ur-bansdes ach-ten.
Ob Augu-stus ;u Vel-lctri geboh-reir sey.
Altes Was-ftrbehaltnißbey Velletri.
Aeberrestdes
Pallastes
Othonis.
7Z2 DVI. Brief. Reife von Rom
ihre Gewächse unter die besten Weine seiner Zeit rechnet; sie sind aber von dieser Güte sosehr abgefallen, daß sie heute zu Tage wegen ihrer Herbe erst abgekochet werden, ehe mansie zum Trinken brauchet. Gleiche Veränderung eräuget sich an dem Gebirge bey Setianicht weit von Lala dluova, welches ißt fast gänzlich unfruchtbar ist, an statt daß es in al-ten Zeiten wegen seiner herrlichen Weine in großem Rufe war, wie aus dem Iuvenal,Markial, Scrabo, Athenäus, Grarius und plinius üb. XIV, c. 6 erhellet. Derleßtgeineldte 8cripror bemerket insbesondere, daß Augustus den Wein von Setia allen an-dern vorgezogen habe. Der vornehmste oder vielmehr einzige Pallast in Velletri ist derje-nige, so ehemals der Familie Ginetti gehörte, und durch Erbschaft an den Principe I^inccl-lotti gekommen ist. Es hat solchen der Kardinal Ginetti durch den berühmten BaumeisterMartin Lunghi aufführen lassen, und wie man vorgiebt, fünf hundert tausend 8öudi Xoma-ni daran verwendet. Die Haupttreppe desselben ist von weißem Marmor, breit, helle, be-quem, und wird für die schönste von ganz Italien ausgegeben. In den Zimmern findetman viele schöne Statuen, bulln, bns - rollet» und Gemälde. Unter den ersten ist die Ve-nus mit dem Cupido eine der besten, sowohl als die Fabel der unglücklichen Dirce, die nachArt des Doro 6i IHruele,aber in Kleinem, abgebildet ist. Die Aussicht über den Gartenist trefflich, und bemerket man unter denen vielen guten Bildhauerstücken, womit derselbeversehen ist, vier marmorne Seulen, so vor Zeiten in dem Tempel des Mars zu Velletri ge-standen, nebst etlichen in der Nachbarschaft ausgegrabenen marmornen Särgen, die ausdein Alterthume kommen, und mit verschiedener Bildhauerarbeit gezieret sind. Die aufeinem derselben befindlichen Meergötter geben Gelegenheit zu muthmaßen, daß ein Seeoffi-cier darinnen begraben gewesen. Die Abzeichnungen davon sind an des Kardinals
vetcri pati'c» protauo öc lscro, welches Werk der Jesuit IdstphuSRoccus Vukpius fortgesetzet hat, Dom. IV, Dab. II, V, VI anzutreffen.
Unter denen Alterthümern, welche die Familie der Borgia in ihrem Hause zu Velletrigestimmter hak, verdienen die Brustbilder eines alten Weltweisen und des Kaisers ?. HclvLpertinacis (wofür etliche diese Statue ansehen) in Augenschein genommen zu werden.
Auf dem nahe am Pallaste der Ginetti gelegenen Markte zeiget sich die ansehnlicheStatue des Pabstes Urbans des achten aus brcmro, die nach Aussage der daran befindlichenJnscription im Jahre 1657 aufgerichtet worden, und besagten Pabst in seiner päbstlichenKleidung, wie er den Segen ertheilet, vorstellet. Sie ist nach der Zeichnung des Chev.Bernini verfertiget, und ruhet auf einem Piedestal von Marmor.
M188ON D.U,p.6 zeiget zwar aus dem nvLi'onio, daß der Kaiser Augustus zu Romgebohren sey, und die Einwohner von Velletri sich ohne Grund dieser Ehre anmaßen; alleinman kann doch aus eben diesem Geschichtschreiber in dem Leben Augustus Cap. 5 und 94, wieauch aus dem Anfange des fünf und fünfzigsten Buchs Dionis beweisen, daß des itztge-dachten Kaisers Geschlecht aus Velletri gebürtig gewesen, und er selbst auf einem benach-barten Landhause erzogen worden.
Ohngefähr drey italienische Meilen von Velletri auf der Seite nach Nettuno, an einemOrte, der !o Lemo colonno genennet wird, finden sich die Ueberreste eines alten Wasserbe-hältnisses oder pilcinL, und nicht weit von Velletri gegen Cinthiano in einer Gegend, so denNamen OoIIe Ottcms führet, entdecket man die rnclers eines prächtigen Pallastes, von wel-chem man glaubet, daß er dem Kaiser Salvio Ochoni zugehöret habe. Das darunter be-findliche schöne und hohe Gewölbe hat sich noch wohl erhalten , und können die Kupferstichs
von