Band 
[Zweyte Abtheilung.]
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EpitaphiumdesGran Si-niscalco Ca-racciolo.

TrefflicheKapelle äiVico.

Blut Johan-nis des Täu-fers, welcheszu gewissenZeiten fließt.

8c>o I-IX. Brief. Relatioll von den vornehmsten Kirchen,

Hinter dem Hauptaltare, welcher von schönem weißen Marmor ist, findet sich dasGrab des Gran Siniscalco Caracciolo, eines Favoriten des Königs Ladislaus, von des-sen klugen Anschlagen die Königinn Johanna die zweyte großen Vortheil gezogen hatte.Er wurde im Jahre 1458 in der Nacht vom 2; Aug. auf Anstiften der Herzoginn von Ses-sa aus purem Neide in seinem Bette ermordet. An seinem Grabmaale liest man folgendevom Laurentio verfertigte Schrift:

Uil inibi ni titulus iummo cle culmine öeerak,

KeZina morbis invalicla 6c leniostoscunlla populär proceresgue in psce tuebar,kro Domiuse iniperio nnllius aoma tiinens.

Lest ins icisiu livor, gui Ve lortistuns Lseßar,

Lo^ituin cxtinxit, noccks juvante äolos.

Xon ine, lest totuin lacerat inanus impia reZnun».kartsteno^egue ftiuin perstistit alma stecur.

8^rianno Laracciolo

-^vellini Loiniti, Vennst Duci, ac Il.eAiri IvIaAiro 8enescaIIo 6c Uosteratori, Irä-janus ülius, kstelzilnX Dnx, ?arenti sts 5 e stegns katria outline inerito eriAenstumcuravit 145z.

Die Kapelle der ^larsbeli sti Vrcn , aus der Familie Caracciola Rossa, ist vortreff-lich schön mit marmornen Statuen und baz-reliebz angefüllet. Pietro di Piata, ein spa-nischer Bildhauer, hat darinnen vor andern seine Kunst an den Statuen Johannis desTäufers, Sebastians, des Lukas, Marcus und St. Gcorgius erwiesen. Die übrigen Stückesind von Giovanni da Nola, Girolamo Santa Croce und Annibale Caceavello. In derKapelle der Familie Miraballa sind zween Löwen nebst sieben andern schönen Statuen ausweißem Marmor zu besehen. Scipio, der bey dem Kaiser Karl dem fünften in großenGnaden gestanden, hat in der Kapelle der Familie di Somma ein schönes Grabmaal vonweißem Marmor. In einer andern Kapelle ist der gekreuzigte Heiland in Lebensgrößevom Georgio Vasari trefflich gemalet. In der Kirche steht die Statue der heiligen Mo-nica in Lebensgröße schwarz angekleidet. Die in der Sacristey auf Holz gemalten geistli-chen Historien sind vom Vasari, und findet man daselbst auch das Leiden Christi in siebenschönen marmornen bas-relieks, die als eine spanische Wand zusammen gelegt werden kön-nen, und vom Könige Ladislaus, der sie auf den Altar, wo Messe gelesen wurde, sehen ließ,allenthalben mit herumgeführet worden. Ehemals zeigte man unter andern Heiligthümerndieser Kirche auch Blut von Johanne dem Täufer, welches jährlich des Abends vor seinemFeste anfing zu fließen und zu schäumen, gleich als käme es frisch aus einem Körper. Die-ses Wunder hielt durch die ganze Oäkavam an; es kann aber anißt nicht mehr in dieser Kirchedie Ketzer überzeugen, weil nach dem Vorgeben der Augustinermönche, denen sie gehöret,dieses Blut gestohlen worden. Dafür aber sieht man solches Blut und Wunder nun inder Kirche (st ä. Claris Donna komita. Wer mehrere dergleichen Mirakel, so die Wahr-heit der römischkatholischen Religion noch täglich in allen Theilen der Welt beweisen sollen,zusammen getragen lesen will, kann in des Jesuiten P. Gilvestri pietrastmra weicläufti-gem Werke, 'Umalia genannt, sein Verlangen zur Genüge stillen. In dem Augusti-nerkloster bey 8. (öiovaimi Latt. Oarbsnara findet sich eine schöne und mit vielen sowohl la-

teini-