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H Brief. Von den Merkwürdigkeiten
Der Grund und Boden dieser Gegend ist äußerlich weiß. Die Steine, welche manausgrabt, sind von gleicher Farbe, mürbe, ganz warm, wenn sie aus der Erde kommen, undmit lebendigem Schwefel angelaufen. Als ich die 8o!ft>rm.i besah, waren die Arbeiter beyeiner Ader oder Lage von grauer 'Asche, welche die Dicke von etlichen Fußen im Diameterhatte. Diese Asche, zwischen welcher die weißen Schwcfeisteine lagen, war vollkommen der-jenigen ähnlich, die auf dem Berge Vesuvius liegt, und bey außerordentlichem Toben dessel-ben die Stadt Neapolis bisweilen einer Hand hoch bedecket. Gemeldte Asche von 8oltAmrawar anfänglich als feucht anzufassen, und hielt daher auch etwas fest beysammen. DerMagnet beweist keine Kraft an ihr, welches vermuthlich den schweflichten Theilen zuzuschrei-ben ist.
Außer dem Schwefel verfertiget man hier Vitriol, der an Farbe dein Saphier gleicht,und für noch bester als der römische gehalten wird. Nicht weniger wird in der 8oIl:uarasehr guter Alaun gekochet und zu seiner Vollkommenheit gebracht. Die dazu gehörigengroßen Kessel, welche aus keinem andern Metalle als Bley seyn dürfen, werden durch keinFeuer von Holz oder Kohlen, sondern bloß durch die starke natürliche Wärme des Bodensund der Oeffnungen, über welche sie stehen, erhitzet. Wenn die vorher lange Zeit und öf-ters mit hiesigem Master angefeuchtete und calcinirte Alaunsteine genug gekochet, läßt mandas Wasser in hölzerne Kufen ablaufen, an deren Selten der Alaun mit krystallförmigenSpitzen sich so dick ansetzet, daß man ihn mit Schaufeln abnehmen kann. Außerdem findetsich guter Gips in dieser Gegend, und aus der Erde verfertiget man Gesäße und Tasten,woraus man den Kranken in verschiedenen Zufällen, wie geglaubt wird, mit großem Nutzenzu trinken giebt. Von den Einkünften der 80'tAuie^ die jährlich für sieben bis achthundertScudi verpachtet sind, hat der Bischof von Pozzuoli einen Theil, das meiste aber zieht dasHospital asll' ^nm.ilici-,ta zu Neapolis. Der Dampf, welcher aus den hiesigen OeffnungenMedicinischev kömmt, soll wider die Beschwerlichkeiten an Augen, Ohren, Nerven, im Magen, wider dasGebrauch Kopfweh, die Gallensieber und die Unfruchtbarkeit der Frauen gute Dienste thun. Eyemalswar in diesem Thale ein kleiner kochender See von schwarzem Wasser, der au etlichen OrtenKochender bisweilen mehr als zehn Fuß in die Höhe getrieben wurde. Man wollte an selbigem be-
See. merket haben, daß in der Zeit, wenn das Meer in großer Bewegung war, eine viel größere
Menge Schwefel, als sonst gewöhnlich war, auf der Flache des gedachten Sees geschwom-men und mit großem Vortheile gesammlet werden können. Allein hieven ist nichts mehr zusehen, auch kein Bach zu finden, der frey und unbedeckt durft) diese Ebene flösse, obgleich un-ter der Erde viele Quellen ihre Abflüsse haben und sich in Bäche sammle», davon auch einerWie hohldcr noch etwas laulicht nach Pozzuoli kömmt. Das Erdreich ist fast allenthalben hohl und nichtGrund und rathen, daß man sich mit einem Pferde darauf wage. Ich ließ auf einem Platze zwischen
Boden sey- Qrce, wo die Schwefelsteine gegraben werden, und den Alaunhütten (die linker Handdes Thales liegen) ein Loch, das etwan anderthalb Fuß tief war, graben, und darein einenStein von fünfzehn bis zwanzig Pfunden werfen, da denn die ganze unterirdische Gegend er-tönte lind donnerte, als wenn eine Canone von fernen wäre los geschossen worden; der unter-schiedene wiederholte und anhaltende Schall gab dabey genug zu erkennen, daß er sick in ver-schiedenen Klüften vertheile und zurück pralle. Wenn man an vielen Orten nur mit dem
Fuße
sehen hak mit dem 8sle trmmonlÄco aus der 8vl- jüngere, machet in Paris das Sei ^rinonisc austörmc» gar keine Gleichheit. Herr Geoffcoy der menschlichem Urin, der mit Seefalze vermischet
wird,
Schwefel-
steine.
Asche.
Vitriol.
Alaun.
Einkünfteder äolts-
mra.