Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1005
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von Parma und Piacenza. rvQI

Fluß Taro und bald darauf an das zur Linken der Straße liegende Oassello Ouelio, so noch c^Ilsin baulichem Wesen erhalten wird. Nicht weit davon ist das Laüollo Oibellino. Beyde 6ueI1o undSchlösser haben ihre Namen denen zwoen Factioneu, durch welche Deutschland und Italien Lstt. Lillel-lange Zeit in Zerrüttung gesetzet worden, zk danken (*).

Lorß'o 8. Onnnino, woselbst man die Post wechselt, ist zwar ein bischöflicher Sitz, da- Koi-Av 8.bey aber ein gar schlechter Ort. In seiner Gegend wachsen viele Trüffeln. Der Weg ist vonnino.beständig gut und angenehm, wie er von Faenza und Bologna angefangen hat, zwischen Schönheitebenen und geraden Alleen, zu deren beyden Seiten die Felder mit fruchtbaren Bäumen und der hiesigenWeinstöcken reihenweise beseht sind. Absonderlich haben die Gegenden von Reggio (davon Gegenden,schon oben gemeldet worden) und Piacenza noch etwas zum voraus, und vermeynet mannicht anders, als in wohlangelegten Obstgärten zu reisen.

In einem so schönen Lande hat es nicht mangeln können, daß nicht die Clecisey gesucht Menge derhaben sollte, fette Pfründen und reiche Stiftungen an sich zu bringen, wie man denn versi- Geistlichenchert, daß unter denen acht und zwanzigtausend Einwohnern, welche man in der Stadt Pia- Piacenza.cenza zu seyn glaubet, zweytausend Mönche, Nonnen und andere geistliche Personen sind.

Jährlich fängt allhier den iz April ein großer Markt an, der vierzehn Tage währet, und für Jährlicherden besten von ganz Italien gehalten wird, ob er gleich mit vielen deutschen Messen und Markt.Jahrmärkten in keine Vergleichung kommen kann. Die Kramladen nehmen einen weit-läuftigen Platz bey dem Schlosse ein, und sind in ordentliche Gänge vertheilet, über welcheLeinwand gespannet ist, dergestalt, daß man vor Regen und Sonnenschein darunter gesichertist. Das Sehenswürdigste von Piacenza war dieses mal die Opera, worinnen sich drey der Opera,berühmtesten Stimmen von Italien, nämlich Larlo krolcbi sictto bUnelli, Oiovanni La-reü ni und kmucelca Lu/r.om Lancloni hören ließen. Ein Platz im ?arterre kostete siebenPaoli; das unbequemste aber war, daß die Opera erst des Abends um zehn Uhr (nach deut-scher Rechnung) ansing, und bis gegen vier Uhr des Morgens währete. Der Herzog von ^inParma war selbst mit seiner Gemahlinn und einer zahlreichen Hofstaat gegenwärtig. Von j^gen Her-Person ist er ein sehr dicker Herr, der sich sonst mit Reiten und Jagen viele Mühe wiewohl zöge vonvergeblich gegeben hat, um zu verhindern, daß er nicht allzu fett werden möchte. Anitzt hin- Parma,dcrc ihn seine allzu große Dicke an starker Bewegung, und bringt er die meiste Zeit mir Ge-sprächen und Lesen zu (**). Gegen die Fremden erwies er insbesondere viele Tätigkeit, undließ währender Opera viele vor sich in seine Loge kommen. Seine Gemahlinn ist eine Prin-zessinn von Modena, mit welcher er sehr wohl lebet, und fehlet der Ehe nichts als ein männ-licher Erbe et). Der Hof hält sich meistentheils zu Parma auf, weil man die Luft daselbstfür gesunder als zu Piacenza hält; es ist auch der herzoglichePallast alldorten viel besser undbequemer als an dem letztgenannten Orte.

Auf dem Platze vor dem l'rewrio oder Stadthause sind zwo große 8mtuX Lquelires kgn«.aus brolixo, und an jedem ihrer steinernen piccleüaux zwey ba8-reliots aus broiiro mit einer ttl-is ^lexsn-doppelten Inscription in Metall zu sehen. Die eine Statue, so am besten ins Auge fällt, üri ksrneüi.stellt den Herzog Alexander Farnesius vor; die bas-relieks bilden die Belagerung von Ant-

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hatten. Siehe rnuznvrnn. cdron.Lsvsr, p. r;. /eonrurnLN annsl. L<-i. k. I,l. L, und äe uü, L xrM. Null. elymol.

c**) Die itzige Beschaffenheit der parmesani-schen Staaten, welche einen Prinzen aus dem

Hause Bourbon verehren, ist so bekannt, daß ei-ne nähere Anzeige «»nöthig scheint.

ch Der Herzog Antomus, welchcrseinem Bru-der Franci-cus im Jahre 1727 in der Regierunggefolget hatte, starb den 20 Jan. 17^1. Wieschlecht es mit der vorgegebenen Schwangerschaftseiner Witwe abgelaufen, ist bekannt genug.