Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1007
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von Parma und Piacenza. IO07

In der Kirche St. Sixti, so den Benedictknern gehört, sieht man ein treffliches Ge- Sk.mälde, auf welchem Raphael d'Urbino die heil. Mariam mit St. Sixto und St. Barba Sixti.vorgestellet hat. Im Chöre sind die Stühle mit eingelegter Holzarbeit gezierct, und zwoschöne Orgeln stehen einander gegenüber. An der einen Seite des Hauptaltares meldet einein Marmor gehauene Nachricht, daß kmZilberZa Augulla bllullovici 6erm. Xeg. V. Hlu-^ovici kü Aug. Aleptis, Xaroli AI. AuZ. kroneptis, biluciovici II. Aug. Lonjux diese Kir-che gestiftet habe. Bey diesem Altare zeiget sich ein großes Grabmonument aus weißem Grabmaalund schwarzem Marmor, woran zween weiße Löwen, zwo weibliche und zwo männliche Sta- Margarethatuen, alle von weißem Marmor, nebst dem österreichischen und siamesischen Wapen sich be- Austriara.finden. An dem Werke selbst ist keine Jnscription zu lesen, vermuthlich aber ist es der Ala»

A-u'LtÜL Auliriacw, einer Gemahlinn des Herzogs Octavius Farnese und Mutter des be-rühmten Helden Alexanders Farnese, zu Ehren ausgerichtet, von welcher nahe dabey linkerHand (wenn man das Gesichte nach dem Hauptaltare richtet) folgende Worte handeln:

AlarAaretL Aullriacrokaroli V. AuZ. k.

Oökavii karn. klac. öc kann. Oucis II.

Oxori

Alexanäri Alax. Oucis III. AlatriXainutii Oucis IV. AviseAlajoribus, Viro öe Lobnlc telicillims:

KariHimi cxempli lpenüu-LZ.ebusguo in Ilelgio ZellisluliAni

Huoä In Lamuio cjoceciens olla luaIn lianc sc6cm trrmslerri jullit(^uoclgue eicieiu pretiokam suppellecllilemLt coonobio in pios ulris pecuniainI.cAavit

Abbas öe Xlonaclii pol'.

AI OL XVII.

Diese Margaretha war eine natürliche Tochter des Kaisers Karl des fünften, die in Nachrichtenihrem vierzehnten Jahre an den ersten Herzog von Florenz, Alexan-lruin 6c Alellicis, der von ihr.gleichfalls ein natürlicher Sohn I.aureutii cle Alechcis, Herzogs zu Urbino, oder wie anderewollen, des Pabstes Clemens des siebenten war, vcrheirathet, nach dessen bald darauf erfolg-ter Ermordung aber im Jahre i;z8 nach Parma vermählet wurde, da ihr zweyter Mannnoch nicht vierzehn, sie aber erst sechszehn Jahre alt war. Nach Karls des fünften Todewurde ihr im Jahre 1559 die Statthalterschaft der gesammten Niederlande aufgetragen, wel-che sie acht Jahre lang mit vielem Lobe der Gerechtigkeit geführet, und würden vermuthlichdie spanischen Händel in solchen Landen besser, als geschehen ist, abgelaufen seyn, wenn manihren Anschlägen mehreres Gehör hatte geben wollen. Sie that es an Stärke vielenMannspersonen vor, und soll auch einen männlichen Bart gehabt haben. Ihr Ende er-folgte im Jahre 1586 zu Ortona im Neapolitanischen, worauf die obgedachte Jnscription zudeuten ist, wenn sie meldet, Margaretha sey in Sgmnio gestorben.

Die