nach Cremona und Maritim. roiZ
Von der Keuschheit dieses Frauenzimmers wird nichts gedacht, und das bloße Lob, daßsie iniiAin virtute gewesen, wird vielleicht manchen, der da weis, in was für einem weicläuf-tigen Verstände man das Wort Tugend und VirmoluL zu nehmen pstegt, nicht abschrecken,zu glauben, daß diese schöne Sängerinn eine Maltresse des Herzogs gewesen, bey deren Ver-luste er etwas mehr als eine schöne Stimme beklaget hat.
Uebrigens ist in dieser Kirche noch ein schönes marmornes Grabmaal, so einem gewissen GrabmaalAndreas«» ausgerichtet worden,. in Augenschein zu nehmen. Andreas«
Julius Romanus ist in der Kirche St. Barnabä, die den 8ervis 8. IvlariL oder Ser- Kirche St.viten gehört, begraben; weil aber viele Veränderungen und Verbesserungen daselbst gemacht Barnabä.worden, so wissen die Mönche den eigentlichen Ort, wo er liegt, nicht anzuzeigen. In dieser Julius Ro-Kirche ist die von Carlo Cignani Bolognese gemalte Hochzeit zu Cana nicht außer Acht zu Haus ^lassen. Nahe bey der Kirche, und dem Pallaste des Lavaliere cie Oon/.agae gegenüber fin- " ^
det sich das Haus, worinnen Julius Romanus gewöhnet, und über dessen Eingänge ein«schöne Statue des Merkurs steht.
Bey den Jakobinern oder Dominicanern habe ich mich vergeblich bemühet, das Grab- Dominica-maal ^oli!>nni8 äe!Aeckici8 (eines Vaters des fiorentinischen Herzogs Cosinus des ersten), "ktstirche.welcher nach etlicher Meynung allhier beerdiget worden, zu finden, ob mir gleich die Mönchefleißig suchen halfen. Hingegen sieht man ein schönes marmornes Denkmaal Petri Skrozzi,und sowohl im Chöre als in der Sacristcy gute Bildhauerarbeit im Holze. Der Leib einerLeatL, osssua ^näreaila genannt, wird allhier mit großer Verehrung aufgehoben.
Um den hohen Altar der Theatinerkirche stehen sieben große Gemälde vom Guercino. Gemälde derFerner sieht man daselbst ein Stück, so einen knieenden Märtyrer, welchem ein Henker den Theatiner-Kopf abzuhauen begriffen ist, vorstellet. Der Meister davon ist Ludov. Caracci, und findet kirchc.man dergleichen auch in der Domkirche. Jtztgedachteö Gemälde der Theatinerkirche hatzu seinen Seiten zwen schöne Stücke vom Lud. Massari, einem Lehrlinge des Lud. Caracci.
In St. Theresia ist ein schöner Altar und treffliches Tabernakel, so beyde aus Achat St.Theresia.und kostbarem Marmor zusammen geseßet sind. Aus den Seiten stehen zween Engel nebstzwo andern Scatueri aus weißem Marmor.
Die Kirche äi gu-wLine Kare hat eine schöne lbäcciat-i, gute Gemälde und acht vom be- clüela äirühmten Barbarigo aus Skucco verfertigte Statuen, die den David, Salomon und etliche gusrsntePropheten vorstellen. Außen über der Kirchthüre zeiget sich die Verkündigung Mariä eubas-relief und auf jeder Seite eine Statue.
II clells 6iuluri-r hat einen großen Saal, und an der Wand eine Statue des ksisrro äells
sitzenden Virgils, die aber nicht wohl gerathen ist. viuttiris.
Unter den Privatgebäuden sind die Pallaste des Laute Ivlaureili, Valenti und Heue- Privat-äetto 8arü die vornehmsten. pallaste.
Die Stadt Mantua hat jenseits des Sees drey Vorstädte, nämlich gegen Mitternacht Vorstädte.?orta kortessä, gegen Nordosten il Kargo cii 8. Liorgio, und gegen Mittag u 'I'ke. Nachdieser letzten geht inan durch die?orta ViroOiana, über welcher das Brustbild des Virgils ?orts Vir-zu sehen ist. Eine halbe Vierthelstunde davon liegt ü kalarro äi 1 Ke, dessen Gebäude dem 8^»».Buchstaben I gleicht. Das unterste Stockwerk davon ist anitzt den kaiserlichen Küraßie-rern eingeräumet, von welchen es, wie leicht zu erachten, gar schlecht in Acht genommen wird; ^die obersten Zimmer aber hat man wegen der trefflichen Imelco-Gcmalde, so darinnen sind,besser bewahret und verschlossen. Julius Romanus hat den Bau dieses Lustschlosses ange- Julius Ro-geben und die meisten Gemälde, wo nicht selbst gemalet, dennoch nach seinen Zeichnungen manus Ge-
vxp- mälde.