Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1100
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Wettlaufder Gondeln.

keZLtca.

Kampf der

Lsiietluni!I»d dUcvioli.

«OO I.XXIH. Brief. Anmerkungen voll der Stadt Venedig.

Die Bildhauerarbeit an dem neuesten lkuceiuanro stellen die heydnischcn Meergötter,Nymphen, Flüsse, Seethiere, Muscheln, die Bildnisse der Gerechtigkeit, der Wahrheit, Treueund Wachsamkeit, des Friedens, des Ueberfluffes, des Apollo und der neun Musen, die zwölfMonate, Triumphe, und viele wohl auSgesonnene Symbola vor. Die Verguldung ist voneinem Venetianer Giovanni Adami, und hat zehn bis zwölftausend Ducari ck'arAenro geko-stet. So schön aber der kucentoro nach seiner Art ist, so wenig ist jedoch zu leugnen, daßdie königliche englische erste Jacht ein noch prächtigers Ansehen hat, ob sie gleich nicht so vielkostet.

Bey der Lustreise des Lucenwnri finden sich zwar auf demselben drey Seeoffiziers, dieden Namen von ^miniraAli, und zwar der erste ciell'/mlenale, verändere ckel Porto äel lckcio,und der dritte ckel Porto äl öckslamoceo führen; allein das eigentliche Commando hat dererste, welcher auch einen in der That lächerlichen Eid vorher ablegen muß, daß er ungeachtetalles Sturmes lind Wetters den Doge frisch und gesund zurück liefern wolle. Bey solchemSchwur waget er nicht viel, weil bey dem geringsten starken Winde die Solennität auf dennächsten Sonntag verschoben wird, entweder aus allzugroßer Furcht, den Doge und die Si-gnoria in einige Gefahr zu setzen, oder weil man gern einen Vorwand hak, die vielen Frem-den, so aus der lerra kerma und andern Orten hieher gekommen, länger aufzuhalten, undvon ihrem Gelde der Stadt ein mehrcres zuzuwenden.

Am Himmelfahrtsfeste Nachmittags finden sich in dem Lorlo oder Canale von Muranoviele hundert Barken und Gondeln ein, die sich im Wettlaufen üben, und ist es zu verwun-dern, wie wohl sie einander auszuweichen und alle Wendungen aufs geschickteste zu machenwissen. Die Masken sitzen in den Gondoln, man höret allemhalben Musik und jedermannsuchet sich auf seine Art zu belustigen.

Wenn auswärtige vornehme Prinzen sich in Venedig aufhalten, pflegt ihnen die Re-publik gemeiniglich dieEcgötzung einer l<eAatta oder eines WetrlaufeS der Gondoln auf demgroßen Canale zu geben. Das Wert Regatta scheint von der aur-KNione in den luckis Lir-ceniibns seinen Ursprung genommen zu haben.

Eine andere Lustbarkeit gab es sonst auf einer Brücke bey St. Barnaba, worauf dieGaüellmck und bkicoloti gegen einander kämpften, und von beyden Seiten viele in das Was-ser geworfen wurden. Diese Brücke ist sieben gemeine Schritte breit, achtzehn lang undohne Geländer. Das Wasser wird unter derselben tiefer gemacht, wenn eine Bataille ge-halten werden soll. Man darf hiebey weder raufen noch kratzen, sondern allein mit denAermen und Fäusten seine Kunst oder Stärke sehen lassen. Bisweilen ließen Fremde aucheinzelne Paare auf der Mitte der Brücke, woselbst vier Fußstapfen gegen einander in Steingehauen, und eingelegt sind, kämpfen, und wurde dem Ueberwinder eine Geltzcollecte zu Theile.Seit etlichen Jahren aber ist diese Belustigung verbothen, nachdem sie zu einem. AuflaufeAnlaß gegeben, und das gemeine Volk die Häuser, aus welchen die Cavaliers zugesehen, mitSteinen übel zugerichtet hatten.

Venedig

den ... May »7Zv.

Vier

«) Nämlich den zweyten Christtag zu Ehren rnelsahrtsfeste und wegen einer izio entdecktendes h. Stephan», am St- Markustage, am Him- Berratherey den i; Irrn.