kocurstores8. Kisrct.
Staats-
inquisition.
venuncic
secrette.
Die heiligeInquisition.
Gewiffens-
Freypcirder
Protestan-
ten.
Tragiiog desVmerabilisohne Pro-crßion.
HO 4 I-XXIV. Brief. Von der Regierungsform tc.
Die krocur-nores 8. kl.irci hatten anfänglich die Aufsicht über den Bau der bischöflichen Kirche, mit der Zeit aber kamen auch die Testaments-und Vormundschaftö-fache», desgleichen pise egutse, nebst der Versorgung der Armen, unter ihre Verwaltung.Diese Bedienung ist sehr ansehnlich, weil sie auf Lebenslang gegeben wird. WirklichekroLuratorez 8. klarer sind an der Zahl nur neune; bey schweren Zelten des Staats aberwird der Titel auch durch den Vorschuß einer guten Summe Geldes erlangt.
I!'Iribuirals cjell'IiiguiliLioue besteht aus drey Hauptpersonen, welche mit Argus-Augen auf die Sicherheit des Staats wachen, und hat sich jedermann in Acht zu nehmen,daß er in Venedig seiner Zunge in politischen Sachen keine große Freyheit gestatte. Esist auch keinem Nobili erlaubet, mit einem Ambassadeur oder auswärtigen Minister umzu-gehen, obgleich dieses Geboth in der Redoutenzeit und bey Bällen durch die Gelegenheitder Masken öfters übertreten wird. Zu mehrerer Sicherheit des Staats sind an vielenOrten des herzoglichen Pallastes Löwen-oder Leopardenköpfe an der Mauer zu sehen, durchderen offene Rachen jedermann Zettel und Nachrichten, wenn etwas wider die allgemeineRuhe geschmiedet würde, oder sonst der Republik daran gelegen, daß etwas zu ihrer Wis-senschaft gelange, in dahinter verborgene Kästchen, zu welchen die Ingmluoreb die Schlüs-sel haben, werfen kann. Es ist auf solche Art nicht nöthig, seinen Namen zu melden, wennetwas angebracht werden soll, und wenn eine Belohnung zu hoffen, kann man sich allezeitmit Vorzeigung eines Stückes Papiers, das von dem Zettel, welchen man in die so ge-nannte vemmoie secrette gestecket, abgerissen worden, zu erkennen geben. Die Klugheitder Inguilltorum beurtheilet, wie weit dergleichen Angebungen zu trauen sey.
II Irikuuale äella 8. InguilUcmc (welches der Pabst endlich der Republik nach lan-gem Weigern aufgedrungen) besieht aus dem kumio kpolkolico, dem Patriarchen, demIngmlitore, und dreyen weltlichen von der Republik ernannten kMiemi oder Beysitzern.Die Gewalt dieses sonst so fürchterlichen Gerichtes ist durch die hiesige Regierung nichtwenig eingeschränket, lind werden'wichtige Dinge allezeit vorher durch die ihtgemeldte bey-gefügte drey 8engtore8, ohne welche nichts vorgenommen werden kann, zur Wissenschaftder Republik gebracht. Sachen so die Juden, Griechen, Zauberey rc. betreffen, gehörengar nicht unter die Inquisition, indem diese nur über die Ketzerey und den Miöbrauch derheiligen Sakramenten ein wachsames Auge hat. Daher läßt man auch die Protestantenzu Venedig nicht nur in guter Ruhe in geheim ihres Gottesdienstes abwarten, sondern eshalten sich auch allhier viele Leute sicher auf, welchen man so gar unter ben Protestanten,wegen eines oder des andern Artikels, und wegen Verdacht der so genannten Pietistercy,Schwierigkeiten und Verdruß erwecket hat. Die Evangelischen, so zum Deutschen Hausegehören, unterhalten einen lutherischen Prediger, der weltlich gekleidet ist. und sich einenherzoglichen SachsemMeinungischen Hofrath nennet. Die Republik sieht dabey durchdie Finger, lind die Protestanten enthalten sich des Singens in ihrer Versammlung. Ih-re Todten wurden ehedessen auf dem IHo begraben, seit einigen Jahren aber hat dasDeutsche Haus von den Mönchen zu St. Christoforo ein Stück des Klostergartens zumBegrabnißorte für die Protestanten erkauft. Wer sich ein Gewissen machet vor derHostie niederzufallen, hat in Venedig auf der Straße nichts zu befürchten, weil wegender engen Gassen und vielen Canäle das Venerabile ohne Proceffion zu den Kranken ge-bracht wird.
Ein