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Fünf und siebenzigstes Schreiben.
Vom konte I^lLlto, dem Deutschen Hause, den vornehmsten Pal*lasten und Curiositatenkabinetten der Stadt, von der
Insel Mmano rc.
VI ?c>nte N-ialto ist von Marmor, besteht aus einem einzigen Bogen, dessen balis neunzig n ponte> Fuß hält, und ist durch den Baumeister Antonio cial koute aufgeführet worden. 'Diese kislto.
Brücke ruhet auf zwölftaufend Pfählen von Ormen oder Ulmen, und hat der Republikjweymal hundert und funfzigtaufend Ducaten gekostet. Seine obere Breite ist von siebenund dreyßig gemeinen Schritten, welche durch zwo Reihen von Buden gleichsam in dreyStraßen, deren die mittelste die breiteste ist, getheilet wird. Auf jeder von den äußerstenSeiten sind sechs und fünfzig Stuffen zu steigen.
Der große Canal, über welchen diese Brücke geht, ist hier am schmalesten und nur n canalevierzig Schritte breit. Seine Länge ist von dreyzehnhunderc Schritten, und sind längst des- msZßiore.selben die besten Häuser zu sehen.
Nahe beym kaute kialto ist sowohl die Börse als die Banco. Diese gehöret dem Die BancoStaate, und bekömmt man keine Zinsen von seinen Capitalien. Die Kaufleute haben ihre undBörse.Gelder darinnen stehen, theils wegen der Sicherheit, theils damit sie im Handel und Wandelsolche leicht können umschreiben lassen.
II komico ciei lechsebi oder das Deutsche Haus ist gleichfalls in dieser Nachbarschaft, Das Deut-und die Niederlage oder das Magazin aller Kaufmannswaaren, so aus Deutschland kommen sche Haus.oder dahin abgehen. Die Gesellschaft der deutschen Kaufleute, so daran Theil nehmen, be-steht iht aus acht und zwanzig Handlungen oder Häusern; und obgleich das Gebäude demStaate zusteht, so können jedoch sie und ihre Factore, wenn beyde unverheirathet sind, dar-innen wohnen. Man zählet bey fünfhundert Kammern darinnen. Georgion hat die ks-
so nach dem großen Canal geht, gemalt, und Titiano die andere nach der Straße.
Die Sonne, Lust, Wind und Regen haben diesen Gemälden gar vieles von ihrer Schönheit Gemälde,benommen. In den Zimmern sind noch andere Gemälde vom Titiano, Paolo Veronese,
Giov. Contarini, und Tintoret zu sehen.
Die Liebhaber der Malerey finden in Venedig zwo Akademien derselben, worinnen Maleraka-sich die Anfänger in Abzeichnungen nackender Personen beyderley Geschlechts üben. Die demien.vornehmsten Gemälde der Stadt hat LvLvnrni in seinem Werke Ue öckmere flellazmrüra beschrieben.
Ich füge Hiebey noch, daß allhier die beste blaue Farbe,so den Namen von Ultramarin ultramarin-führet, verfertiget werde. Man nimmt hiezu Lazuliftein, obgleich nicht von der besten und fabriken.orientalischen Art, sondern wie er auch an etlichen Orten von Italien gefunden wird.
Die Häuser in Venedig haben niedrige und flache Ziegeldächer. In den meisten Dächer derZimmern ist ein rothes Estrich von pulverisirtem Marmor und Backsteinen, welche mit Häuser.
Oele angemachet sind, und einen sowohl schönen als auch dauerhaften Fußboden hervor- Estrich,bringen.
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