Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1150
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Monument

Colleoni.

Lächerliches

Wapen.

Dom Andr.Verrochio.

Aninerkmigüber die Be-ivegmig derFüße einesPftr-es.

Kloster-

Eenralde inden keteöto-

riis.

Anzahl der

Mönche.

Bibliothek.

nzQ L.xxvi. Brief. Von der Tlerisey,

Die Oappella äel ldoliirio hat schöne Marmorarbeit und Gemälde. Der äußere Bo-gen der Kirche ist mit künstlichen marmornen bas-relieks von Früchten und Bluhmen gezie-ret. Außen vor der Kirche ist dem Barkolomeo Collcono, einem Bergomeser, eine metalle-ne 8tattm egueüris, deren Meister Andrea del Verrochio ein Florentiner ist, aufgerichtet.Dieses Kriegeöhelden leben ist von seinem Landsmanne pierro Spins beschrieben. An demPiedestal der Statue liest man aus der einen Seite:

kartboIomLo Ooüeouo öerAomenli ob mült-rro imperium ovtime Aeüum.

Auf der andern:

8.0. lolumne Xlauro öc Xlgrino Vcncrio Ouratoribuz, Ann.8al. XILLOObXXXXV.

Das Wapen des Colleoni, so auch an dem Monument zu sehen ist, besteht , aus dreyDelliculis oder OvAlioni.

Andreas Verrochio, ein Lehrling des Donatello, und nach seinen Wissenschaften einMaler, Bildhauer, MathematicuS, Musicuö und Goldschmied ist der erste, welcher sich derAbgüsse von Gesichtern verstorbener Perjönen bedienet, um sie hernach desto ähnlicher abzu-bilden. Das itztgedachte Denkmaal Colleoni machet ihm viel Ehre, es haben aber etlichedaran aussetzen wollen, daß das Pferd wider die natürliche Bewegung der vierfüßigen Thie-re, wenn sie fortgehen, zu gleicher Zeit die zween Füße der einen Seite in der Höhe habe.Gleiche Stellung sehet man insgemein als einen Fehler aus an dem Pferde des Monumen-tes, so Johann Acuto, einem Engländer und General der Pisaner, in der Domkirche zu Flo-renz aufgerichtet worden, wie auch an denen vier Pferden, welche (wie man saget) aus Kon-stantinopel gebracht worden, und an dem einen Giebel der Kirche St- Marci in Venedigstehen. Allein man kann in Ansehung der angeführten Stellung keine Generalregel ma-chen, und alle Paßgänger haben denjenigen Gang, welchen man erwähntermaßen als einenFehler hat angeben wollen.

In dem Umgänge des Domnu'canerklosters, welches zur Kirche St. Johannis undSt. Pauli gehöret, sind bey vielen Grabmaalen schöne Tafeln von Marmor und Porphyreingemauert. Die Brustbilder der berühmtesten Leute aus dem Dominicanerorden sind überden Fenstern und Thüren aufgestellet. In dem untern Stockwerke ist das alte Xc-lecckorium,und in demselben verschiedene schöne Gemälde. Die neuern kekecIori-i, deren eines für dieFleischtage, das andere aber für die Fastenmahlzeiten ist, sind im obern Stockwerke angele-get. In dem ersten ist ein großes Gemälde vom Paolo Veronese, das die Mahlzeit Christibey Simon dem Aussätzigen vorstellet, zu betrachten. Es ist solches auf Leinwand verferti-get, und als man es einsmals aus einer Feucrsgefahr retten wollen, in drey Theile geschnit-ten worden. Eine andere Abbildung, wie Maria Magdalena bey der Mahlzeit des Heilan-des Füße mit ihren Haaren trocknet, verdienet allhier gleichfalls in Obacht genommen zu wer-den, obgleich dieses Stück nur eine Copey ist, davon das Original ( welches Paolo Veronesegemacht hat) nach Frankreich gekommen. In dem Fasten-Keieölorio hat Pietro dellaVecchia den Märtyrertod St. Johannis und Pauli gemalet.

In diesem Kloster werden beständig neunzig katre8 unterhalten, wegen der Reisendenund außerordentlich sich darinnen aufhaltenden aber beläuft sich ihre Anzahl gemeiniglich aufhundert. Die Bibliothek ist artig eingerichtet, hat gute Bildhauerarbeit im Holze, undtragen viele Statuen das obere Gesims. Die Apotheke dieses weitläuftigen und schönen Klo-sters ist gleichfalls in gutem Stande. In dem Umgänge war sonst eine falsche Pforte odereine Thür, so nur zur Symmetrie und Füllung des Auges an der Wand gemalet war, weilauf der andern Seite auch der wirkliche Ausgang ins Gesicht fiel. Seit einem Jahre hat

man