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Drey und achtzigstes Schreiben,
Fernere Anmerkungen vom Kaiserlichen Hofe.
Mein Herr!
hat Ihnen nicht unrecht berichtet, wenn von hier gemeldet worden, baß vor kurzer Vom Genr-Zeit des bekannten Generals Bonneval Schrift, die er wider den Marquis dePrie ralEoirne-in Druck gegeben, öffentlich durch den Henker verbrannt worden. Bonneval ist val.jederzeit für einen Mann ohne Religion und Gewissen gehalten worden; er hat sich auch kei-ne Mühe gegeben, dergleichen Gedanken durch eine äußerliche Vorsicht in seinen Reden undUmgänge abzulehnen, sondern vielmehr gar oft über diejenigen Glaubensartikel, zu derenBeyfalls er sich äußerlich bekennete, seinen Spott getrieben. Unter der Regierung des Kai-sers Josephs commandirte er einen Theil der Truppen, die in Commachio und das päbstlicheGebiethe einrückten, wobey er seines Vortheils so wenig vergaß, daß ihm diese Expeditionunter andern ein schönes silbernes Service eintrug, auf welches er unter seinem Wapen dieWorte: klx Kszwu 6c Leucvolemis setzen ließ. Man weis wohl, was beuevolentla in ei-nem mit Kriegsvolke besetzten Lande insgemein sagen will, und hätte er vielleicht mit nichtwenigerm Rechte die Sache geben können: Tx raxtu vel quali. Seiner Heftigkeit und Hitzehak er hauptsächlich sein Unglück zu danken, und möchten sich nur alle diejenigen, welche alsogesinnet sind, daß sie sich wider ihre Freunde und Wohlthäter wollten brauchen lassen, an sei-nem Exempel spiegeln. Ein mehrers kann ich für diesesmal der Feder nicht vertrauen;weil aber N- in wenig Tagen von hier und zu Ihnen reiset, so habe ihm mündlich von einemund andern Nachricht gegeben, und wird er erzählen, was den Bonneval wider den Mar-quis de Prie und den Prinzen Eugen aufgebracht habe.
Er wird Ihnen auch genauere Umstände melden von dem Handel, worein im Jahre1727 der französische Gesandte äs KÜLlielieu vermischet gewesen, und worüber der Marquisvon Westerlo §) in Ungnade gefallen, und sein Regiment verlohren hat. Was mein Herrsonst von dem Charakter des Prinzen Eugens und der übrigen Staatsräthe, von dem ver-storbenen Favoriten Grafen von Althan, vom Erzbischofe zu Valenza und vom Lome ckiÄella, von des Bendenridterö gemachtem Glücke, von den itzigen Theilungen im Ministerio,von der Administration der kaiserlichen Kammer, von des Baron Nimpsch und ^bbe To-ckesgul Händeln, von des Kaiser Josephs Todeöart, von der Vermählung seiner beydenErzherzoginnen, von dem Fürsten von Salm, der Gräfinn von Bathyani, dem neapolitani-schen Fiscal Riccardi, dem ersten Leibarzte Garelli und der Gemüthöbeschaffenheit SeinerKaiserl. Majestät in Ansehung der kull-s I 7 ui^enitu 8 zu wissen verlangen, alles dieses wirdIhnen N. aus sichern Nachrichten mündlich erläutern können.
Um meinem Herrn indessen zu zeigen, daß nicht die befürchtete Mühe eines weitlauftt-gen Schreibens mich abhalte, Ihnen alle obgemeldte und andere vorgelegte Fragen schrift-lich zu beantworten, so füge ich Hiebey eine im Manuscript mir mitgerheilce Nachricht vomkaiserlichen Hofe, wie solcher unter dem Kaiser Leopold noch im vorigen Jahrhunderte gewe-
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«1 Joh. Philipp Eugen, Graf von Merode, starb im Jahre i?zr, im fünf und fünfzigsten Iah-und desHeil.Röm- Reichs Marquis von Westerlo, re seines Alters.