I2Z4 I.XXXIH. Brief. Fernere Anmerkungen
Ministem das auf sie fallende Contingent verehren läßt, um sie bey guter Neigung zu er-halten ; über dieses man nicht einmal weis, wo die also genannte Reichssteuer, wovon imneun und zwanzigsten ^rticulo Lschtulsrioms tHäi-ese gemeldet wird, hinkommen, und wieviel sie eigentlich auskragen sollen: So ist nichts destsweniger diesem ohnedieß mächtigenHause ein hochschätzbares Kleinod und Vortheil mit der kaiserlichen Würde gezieret zu seyn,aus folgenden Ursachen.
I. Daß es dadurch allezeit Gelegenheit in den Händen hat, sich sowohl in die zwi-schen den Ständen des Reichs, als auf den deutschen Gränzen unter den benachbarten Po-tentaten entstehende Streitigkeiten ex oKcio O-cftweo zu mengen, und einen großen Theilder Kriegesmacht aus der Stände Unkosten zu unterhalten.
II. Giebt der Reichshofrath dem Kaiser den Vortheil, daß er nicht nur in Lehenssa-chen, sondern auch in andern Streitigkeiten zwischen den Ständen kr-aft seines Amtes deroberste Richter ist, welches von ungemeiner Wichtigkeit ist. rc. rc.
III. Der dritte Vortheil eines Kaisers besteht in dem Zwiespalt der Religion, der
durch Luthers und Calvins lehre eingeführet, und nach einiger Vorgeben von Karl dem fünf-te» nicht mit allem Eifer unterdrücket worden rc. rc. - - -
IV. Der vierte Hauptvortheil besteht darinnen, daß der Kaiser der Ursprung und die
Brunnquelle aller Dignitäten im Reiche ist, wodurch er sich viele Creaturen auch in den Mi-nisterin der vornehmsten Reichsstande machen kann, weil es niemals an ehrgeizigen Gemü-thern fehlet rc. rc. - - - -
Schwache Es ist anitzo kein einziger Stand, der aus seinen eigenen Mitteln eine Armee von funf-
der deutschen zehntausend Mann ins Feld stellen, und ohne seine Unterthanen äußerst anzugreifen, JahrStände. und Tag unterhalten kann, es möchte denn solches der Churfürst von Bayern seyn, als wel-chen ich wegen der in seinem Lande im Schwange gehenden Oekonomie fast für den mächtig-sten unter den deutschen Herren rechnen muß, dessen Land aber hingegen also gelegen ist,daß es gegen Oesterreich meist offen steht, und Noth haben würde, den Feind aus seineminnersten Gebiethe zu halten, wenn es mit Macht vom Kaiser angegriffen werden sollte.Gesetzt auch daß noch einige andere wären, die eine Armee von obbeschriebener Anzahl aufdie Beine bringen und gegen den Feind führen könnten; so ist doch nicht zu vermuthen, daßwann sie nur ein einziges Unglück mit Verliehrung einer Bataille oder anderer Ruinirungihrer Armee erlitten, sie wieder aufkommen werden, wie wir bey vorigen deutschen Kriegenan dem Churfürsten Friedrich von der Pfalz, dem Herzoge Christian von Braunschweig,dem Markgrafen von Durlach, und an Chursachsen hievon deutliche Proben gesehen. Esmuß uns hierinnen das Exempel des alten Churfürsten in Bayern nicht irre machen, maßenderselbe den Beutel der ganzen UiAne zu seinem Befehl und dabey so viele Bißthümer hatte,die ihm contribuiren und aufrecht erhalten mußten, daß folglich seinen eigenen Kräften nichtzugeschrieben werden kann, was er ausgeführet hat. Dergleichen Beschaffenheit hat esauch mit Hessen-Caffel gehabt, welches vom Anfange bis zu Ende ansehnliche Geldsubsidienvon Frankreich genossen, und anbey von Schweden kräftiglich unterstützet worden. Solche
ober-