und ferner nach Ofen, Raakh Comorra rc. ,279
gen lassen. Auf dem Lande aber geht das gemeine Volk gar schlecht. Die Männer ma-chen ihren einzigen Staat mit einem Pelzmantel, die Weibspersonen sind fast alle gestie-felt, viele gebrauchen sich langer Pelze, der Leib ist mir einer Art Hemdes von grobem Zeu-ge, der in der Mitte des Leibes mit einem Gürtel zusammen gehalten wird, bedeckt, und umden Kopf sieht man ein weißes Tuch, so sich hinten mit zwoen lang herunter hängendenBinden endiget. Die blaue Farbe ist in Ungarn an der Kleidung beyderley Geschlechtes die Blaue Kle,gewöhnlichste. Ach fragte einSmals einen Berggerichtö-Assessor zu Cremniz, woher es kom- dnngderme, daß die Ungarn solche Farbe vor allen andern liebten, und erhielt die Nachricht, die Ur- Ungarn-fache davon sey in Lwk6l.wn Icone ammorum schon angeführet, da es heiße: Amant cse-inlenin colorem 6r prokeäko ilie animos erecios 6c coeielies gusm maxiine ciccet. DerEinfall und die allulion war nicht übel, ich konnte auch destoweniger etwas dagegen einwen-den, weil Buch nicht bey der Hand war; ich habe aber hernach gefunden, daß
angeführter Autor von den himmlischen und hohen Gemüthern der Ungarn, zu welchen sichdie himmelblaue Farbe am besten schicke, nichts gedenke, sondern r. 8 nur sehe: Bunicis^urpmeis maxime uluntur, riut gu-e cceruium colorem acceperuut. lrc Aic veliitus eAre-^ie viro8 clecet (*).
Uebrigcnö muß man gestehen, daß die Tracht der vornehmen Ungarn überaus wohl Sprache«,ins Auge fällt. In Ober-Ungarn spricht der gemeine Mann wenig ungarisch, sondernentweder lateinisch, deutsch oder sclavonisch c). In den Städten findet man viele bürgerli-che Leute, die alle diese vier Sprachen reden. Das Latein des gemeinen Volks ist nicht son-derlich, und höret man die Proben von den Husaren, die bey den deutschen Armeen stehen.
Einer derselben fragte einSmals nach dem Sattler, bey welchem er Pistolenhalftern bestellenwollte: Sbii-mm eil ilie liomo, gui kricit cbirntbecaL bombaiclarum. Ähre gemeine Lo-sung, wenn sie unter das Fußvolk verfallen, ist: kuZe, kü^e, bic Inümteria eil. In denStädten ißt und trinkt man gut genug, aufdem Lande aber ist es für Fremde gar zu schlecht, Speisen,weil man bey dem Mangel an Lebensmitteln oft kaum Stroh zum Nachtlager bekommenkann. Wenn man auch noch Betten findet, so sind selbige so kurz, daß ich nicht anders dar- Betten,aus muthmaßen kann, als daß die Ungarn auf die Art, wie sie zu Pferde sihen, auch in ih-ren Betten liegen müssen. Sie halten viele Schweine, welche sie in den Rauch oder, nach-dem sie solche gesalzen, so lange an die Sonne hängen, bis der Speck gelb wird. Dieses .ist eine von den gewöhnlichen Speisen der Bauern. In den Stuben halten sich jungeSchweine, Gänse und Hühner nebst den Menschen auf, und haben sie mancher Orten denWestphälern nichts vorzuwerfen.
Zu Schemniz sind sechs bis sieben tausend Einwohner, welche über zwey Drittheile derStadt ausmachen, der evangelischen Religion zugethan. Der Magistrat ist ganz katho-lisch, zu Cremniz aber die Hälfte davon evangelisch. Unter die kaiserlichen Bergwerk-be-dienten oder Officianten werden keine Protestanten aufgenommen. Auf dem Lande in Ober-Ungarn sind die Protestanten in großer Menge, sie werden aber an theils Orten mit Ge-walt
iäem trnces L coerulei üculi. IV- wendischen Sprache so viel als menschlich und
V rn-cl.. 8ut. i;: Slawak bedeutet einen Menschen. Scheint es
Loernls gttt8 Niipuit 6ermgni biming ? tlZvsm also, daß die Nation der Sclaven sich aus Hoch-tUlsriem 6c mAclillo tseguentem coenua cirro t MUth diesen Namen beygelegt, gleichsam als kön-dlempe gnocl k»:c illis' nsturs ctk miinibus uns. n« kein ander Volk mit so vielem Rechte, Wie sie,
solches Ehrentitels sich anmaßen.
e) slLN'Icena heißt in der selavonischen oder