Band 
[Zweyte Abtheilung.]
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1288
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Spräche.

Landkartevon Böh-men.

Perlen.

Magnete.

Brücke.

Vom h. Ne-pornuk-

L.xxxv. Brief. Reise von Wien nach Prag,

Der böhmische OisIeÄu? ist etwas härter, als der benachbarten Völker, die sich derslavatischen Sprache bedienen, indem diese mehr die Lonloname?, und sonderlich das L inVocale? verwandeln. Vieles vornehme Frauenzimmer gewöhnet sich einen Mischmasch vonder böhmischen und deutschen Sprache an.

Die Landstande des Königreichs Böhmen haben über vier und zwanzigtausend Guldenangewendet, um eine gute geographische Karte von ihrem Lande zu haben. Solche ist vondem kaiserlichen Jngenieurhauptmann, Johann Christoph Müller verfertiget, und im Jahre1720 zu Augspurg von Michael Käufer in fünf und zwanzig Bogen (welche nach Anleitungder zugleich herausgegebenen Generalkarte, die nur einen Bogen ausmachet, zusammengesetzetwerden können) in Kupfer gestochen worden. Das ganze Werk kostet unilluminirt drey-zehn Gulden.

Böhmen pranget mit vielen Edelgesteinen, deren etliche den orientalischen an der Gütegar nahe kommen. Die vornehmsten sind Granat, Jaspis, Krystall, Amethyst, Topas,Sapphir, Hiacynth, Smaragd, Rubin, Beryll, Türkis, Chalcedon, Sardonyx, Chrysopras,Carfunket, Diamttnten und Perlen. Von den letzten werden die besten bey Horasdoviz, des-gleichen bey den Schlössern Rabi und Straconiz gesammlet. An der weißen Farbe über-treffen sie die orientalischen, diese aber fallen mehr in die Silberfarbe, da hingegen die böhmi-schen in ihrer Weiße der Milch mehr gleichen. Die böhmischen Magnete übertreffen anGüte viele andere, und sind hier wohlfeil zu haben.

Prag hat breitere Straßen, aber wenigere kostbare Palläste, als Wien- Die Brückeüber die Mulda übertrifft an Länge die Regenspurgische und Dresdener, indem sie siebenhun-dert und zwey und vierzig gemeine Schritte hält. Ihre Breite ist von vierzehn solchenSchritten, und können drey Wagen einander ausweichen. Sie ruhet auf sechszehn Pfei-lern, und ist auf den Seiten mit acht und zwanzig geistlichen Statuen, davon das Crucifixund der heil. Johann von Nepomuk von Metall, die übrigen aber von Stein sind, gezieret.Es fehlet zu keiner Zeit an Leuten, welche vor diesen Bildern knieend ihre Andacht verrich-ten, absonderlich aber geschieht solches häufig zur Mittags - und Abendzeit. Der h. Nepo-muk, welchen der König Wenceslaus, weil er ihm der Königinn Beichte nicht offenbarenwollen, von dieser Brücke in das Wasser stürzen und auf solche Art hinrichten lassen, machetanitzt in Böhmen fast alle andere Heilige vergessen, und ist gewiß, daß man ihm das meistezugeschrieben haben würde, wenn es dem Höchsten gefallen hätte, Jhro Majestät die Kai-serinn mit einem männlichen Erben zu segnen. Wenigstens wurde im Jahre 1724 bey derdamaligen Schwangerschaft der Kaiserinn ein Kupferstich öffentlich verkauft, auf welchemdieser Heilige einen neugebohrnen Prinzen aus den Wolken hervorreichet, und die Motte zulesen sind:

Sehr doch der heilge NepomucMacht hier ein rreflich Meisterstück.

Ob er gleich selbst von einer Brücke verunglücket, so ist er doch insbesondere der Bkschützer derselben, und innerhalb wenig Jahren wird man in den österreichischen Erb - undandern benachbarten Landen, kaum eine einzige Brücke mehr zu Gesichte bekommen, auf wel-cher sein Bildniß nicht erscheine. Die solenne Erhebung dieses neuen Schutzgotteö hat den

Böh-

(*) Der Verfasser hat hier das Kind beydem alten heydnischen Aberglaubens entdecken will.rechten Namen genennet. Und es wird wenig 010 nko äe lex. I. r : Klo« ett Ocnübu-, c»s ho-TiefflNliigkeit erfvdert, wenn Man Spuren des nüne« putsrc äesr, gu «5 in c«!uiu vocsverint

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