Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1308
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L<xxxvi. Brief. Nachrichten

Vegetabili-

rnkabinet.

Anatomie ei-nes Blattes.

Sammlungvon nran-chcrlcyHolje

ksbinelU' Ixnorance.

Dadener

Würfel.

Animalien-

Galerie.

nen fünfeckigten Seestern, von der Art, welche bey Schevelingen und andern Orten der euro-päischen Meerküsten ans Land geworfen wird, erkennet. Seine Rarität besteht allhier nichtnur darinnen, daß er in einem Sandsteine abgedrücket und erhalten ist, sondern auch, daß die-se Creatur selbst gar weichlich und zur Versteinerung oder Eindrückung ihrer Gestalt weni-ger als viele andere geschickt ist.

In dem hieranstoßenden Vegetabilien-Kabinette sind vielerley besondere Wurzelgewäch-se, welchen man mit geringer Kunst, zum Exempel mit Anfügung eines Gesichtes und an-derer Stücke mancherley Gestalt und Figuren gegeben hat. Man sieht ferner Anatomienvon Baumblättern, da auf die subtileste Art die kleinesten vense und arreri» von dem übri-gen und gleichsam fleischigten Theile des Blattes abgesondert und in ihrer Ordnung solcher-gestalt erhalten worden, daß aus einem Blatte gleichsam drey, nämlich die zwo Membranenund das in der Mitte befindliche Netz, werden. Diese Arbeit erfodert viele Mühe, undmuß das Blatt oder die Frucht lange Zeit in Wasser maceriret, fleißig abgespület und imWasser selbst gleichsam anatomiret werden. Weiter kommen vor in Lpirüu erhaltene rareBluhmen; zwey von Gewürznägelein zusammen gesetzte Schiffe, etliche Aeste und Zweige,worauf die Nagelein wachsen; vier Statuen von Riesengröße aus Cypressenholze. Siesind von Venedig hieher gebracht worden, und kosten zusammen viertausend Thaler. Inacht großen Folianten, deren jeder hundert Thaler kostet, sind vielerley mleÄ» und Thiereabgemalt. Eine andere Sammlung stellt auf Pergamen gemalte Bluhmen vor, bey wel-chen Schade ist, daß das Kräuterwerk nicht dabey gezeichnet worden. Es sind auch etlichesehr kostbare blsrbaria viva vorhanden, und dreyhunderk und fünfzig Sorten von Holz in ei-nem Schranke also geordnet, als wären es lauter kleine Schiebfacher zu Münzen. Auf je-dem Holze steht seine Benennung, und hat ein hiesiger Magister, Clodiuö genannt, diesesWerk für fünfhundert Reichsthaler an den König verkaufet. Man hatte schon vorher all-hier eine dergleichen Sammlung von Hölzern, die noch vorhanden und zwey und dreyßig Ar-ten Holzes (worunter das Kampferholz zu rechnen) mehr hat, als des Clodiuö seine, alleindiese letzte ist viel artiger eingerichtet. Ferner zeigen sich vielerley Hirschgeweihe, welche aufbesondere Art in Bäume verwachsen sind; eine lange Stange aus Zimmerholz?, nebst einemKelche aus Ui^no XepbritiLo vero, so unter andern Eigenschaften, die man ihm wider denStein zuschreibt, auch diese hat, daß er das Getränk, so hinein kömmt, in blau verwandelt.Dieser Becher ist mit zweyhundert Ducaten bezahlt worden. In eben diesem Gemache wer-den viele auswärtige und andere rare Früchte, als Cocuö, maldivische Nüsse, Klonlira vonGewächsen, nebst einer Sammlung von allerley Saamen, verwahret.

Hierauf folget das sogenannte Lsbinet cklAuorgnco, worinnen alles dasjenige aufgeho-ben wird, was man eigentlich noch nicht recht kennet oder zu nennen und in seine Classen zubringen weis. Es erstrecket sich dieses insbesondere mit auf die ketrcLLa, und finden alsodie Isxicke» polzuuorplii, Schraubensteine und dergleichen ihren Platz darinnen. Der Satz:(Quantum eli! guoä nelcimu», behält zwar allezeit seine Richtigkeit, allein es könnten dochvon den allhier befindlichen Proben etliche mit gutem Rechte herausgenommen, und zumExempel die Badener-Würfel (wie sie itzt gemeiniglich verkauft werden) unter die »rtel'-ELoder aus Betrug gekünstelte Dinge, und die auf den Feuersteinen als kleine weiße Wärmeanzusehende Fäden und Theilchen unter die versteinerten oder vielmehr geschmolzenen Coral-lenstücke gerechnet werden, davon ich deutliche Zeugnisse geben kann.

In der Animalien-Galerie sind vielerley sonderbare Hirschgeweihe und Gehörne vonRehböcken zu sehen. Unter den letzten ist ein Stück, davon man zwar keine Umstände zu

erzäh-