von der Stadt Dresden. IZO9
erzählen weis, welches aber an Gestalt genau übereinkömmt mit einem andern, welches ichselbst besitze, und womit es folgende Beschaffenheit hat. Vor zehn Jahren wurde auf dem Anmerkun-freyherrlichen Gute W. ein junger Rehbock gefangen und aufgezogen, welcher nachdem er M>i über eineinmal aufgesetzet hatte, sehr hitzig wurde, insbesondere auf daö Weibbvolk loö lief, ihnen die Gehörn einesKleider zerrisse und mit seinen geilen Unternehmungen es endlich dahin brachte, daß man ihn Rchbocks.schneiden lassen mußte. Vier Wochen nachdem dieses geschehen, legte er sein erstes Geweihab, an statt aber daß geschnittene Rehböcke insgemein nicht weiter aufzusetzen pflegen, so be-kam dieser wieder ein Gehörn von besonderer Art, welches er auch bey dem sonst gewöhnli-chen jährlichen Wechsel nicht wieder ablegte, sondern bis an sein Ende behielt. Die Mate-rie war beyweitem nicht von der Härte, als dergleichen Stangen ordentlicher Weise sind.
Es breitete sich aber dasselbe weit aus ohne einzige Spitze, und weil er es niemals gegen dieBäume wetzte, so blieben die rauhen Häute daran sitzen und hingen hie und da herab, alsodaß solches Geweih endlich einer Krone gleich sah. Ob es der geschehenen Schwächung derNatur zuzuschreiben sey, daß, ob sie gleich ein neu Gehörn zu treiben vermögend gewesen,dennoch solches von keiner so festen und zusammen verbundenen Materie seyn können, lasseich dahin gestellet seyn. Dieses aber ist noch etwas besonderes, daß durch die gescheheneCastrirung der Geruch, welchen er von sich gegeben, gänzlich geändert worden seyn muß.
Denn da er vorher in der Brunstzeit vom Hofe in Wald und den Rehen nachgelaufen war,so änderte sich nunmehr das Spiel, und zog er zu solcher Zeit viele andere Rehböcke nach'sich,welche ihm bis auf den Hof, woselbst man sie schoß, folgten.
Ich wende mich aber wieder zu der Animalien-Galerie, woselbst etliche Hörner von Ha- HZx,ier vonsen, kkinoceros, Zähne von Elephanten (davon einer bey acht Fuß lang ist) und dergleichen Haftn rc.gezeiget werden. In einem Stücke Elfenbein sieht man eine metallene Kugel, ohne daßman wahrnehmen kann, wo sie hineingekommen, vermuthlich weil das Elfenbein wieder dar-über zusammengewachsen ist. Unter den mancherley Bezoaren ist ein orientalischer so groß, Bezoar.daß er über tausend Thaler werth seyn würde, wenn man ihn zum medicinischen Gebraucheverwenden wollte. Einen schreckhaften Anblick geben die vielen Blasen- Nieren - und Blasen undGallensteine, so von Menschen gekommen, und wegen ihrer Größe oder zackigten Figur wär- Nierensteine,dig geschienen, daß sie aufgehoben würden. Die größten darunter sind von dem Theologen D.
Seligmann und dem berühmten )ure Lonlullo Caspar Ziegler, welcher letztere sowohl in derBlase, als Galle und Nieren damit angefochten gewesen. Andere Steine, die von Hunden,
Pferden rc. gekommen, sind gleichfalls in einer guten Anzahl vorhanden.
Hierauf folgen sowohl einheimische als ausländische Schlangen, deren eine einen Frosch, Schlangen,eine andere aber eine Fledermaus im Leibe hat. Unter andern hier vorhandenen giftigenThieren finden sich unterschiedene Arten von Skorpionen und Tarantuln. In der Ordnungkommen ferner ein Hase mit acht Beinen; ein bünbr^o eines Armatillen; ein Crocodil, wieer aus seinem Ey (das die Größe eines Ganseyes hat) auskriecht; eine Art Kröten, kip-ckoder ki^al genannt, von welchen das Weibchen seine Eyer in die Valvula« oder kleine Zellen, kiwal.welche das Männchen auf seinem Rücken hat, leget, dergestalt daß nachmals die Jungengleichsam aus des alten Männchen Leibe heraus zu wachsen scheinen. Andere glauben, manmüsse von diesen Thieren dasjenige für das Weibchen halten, aus welchem die Jungen her-verwachsen und kipa genennt wird, weil man an der andern Sorte zwar keine tzeniwlia, je-doch aber zween runde teüiculos bemerket, aus welchen er dem Weibchen den Saamen durchbesondere ?oros des Rückens beybringen könne.
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