Hoffeste.
Campement.
Reichthumdes Landes.
Bergwerke.
Maimfactti-
ren.
Zinnober-
ädern.
Sonderba-rer Achat.
izr6 L-XXXVI. Brief. Nachrichten
Geländer der Brücke zur rechten Hand; alles hingegen, was nach Neu-Dresden will, bleibtauf der andern Seite, dergestalt, daß die Leute einander niemals im Wege entgegen kommenund durch Anstoßen gegeneinander Ungelegenheit verursachen. Diese Brücke ruhet aufneunzehn Schwibbogen; auf jedem Pfeiler sieht man vier Postamentes mit steinernen Bluh-mentöpfen, und bey dunkler Nachtzeit wird alles mit vielen Laternen erleuchtet.
Der dresdensche Hof ist unter dem itzigen Könige stets sehr prächtig gewesen, undwerden alle große Solennitäten, Ritter-spiele, Aufzüge, und wo der Landsherr sonst seineMagnificenz gezeigt, in Kupfer gestochert, welches Werk bey zweymal hundert tausend Tha-ler Unkosten ersodern und nur zu einem Geschenke für große Herren dienen wird. Mankann leicht erachten, daß das bey Mühlberg oder Zeithayn in diesem Jahre gehaltene Cam-pement darinnen nicht werde vergessen seyn, dessen Unkosten sich über fünf Millionen Tha-ler belaufen haben sollen. Um nur aus Kleinigkeiten von der Größe der dazu erfodertenAusgaben zu urtheilen, so waren dazu fünf hundert neue Betten mit Vorhängen von laste-te verfertiget; die Nachtstühle und Nachtgeschirre allein haben bey fünf tausend Thalergekostet. Wenn man bey dergleichen Pracht, wodurch vieles Geld aus dem Lande gegan-gen, den unglücklichen pohlnischen Krieg, und daß allein die Schweden über vier und zwan-zig Millionen Thaler aus den Churlanden gezogen haben, betrachtet: so ist leicht zu erachten,wie mächtig dessen Herr seyn würde, wenn Ruhe, eine nicht zu weit getriebene Sparsamkeitin Ansehung der Schatzkammer und gelinde Auflagen den Unterthanen verstatteten, sich rechtwieder zu erholen, und die Handlung, nebst den Manufacturen, wozu es ihnen weder an Ge-legenheit noch Materialien mangelt, in bessern Gang zu bringen.
Denn außer dem reichen Zuwachse von allerley Getraide, Hopfen und andern Feld-früchten, bringen die Bergwerke seit langen Zeiten sehr große Einkünfte, indem sie Zinn,Bley, Kupfer, Eisen, Silber und mancherley Mineralien zur Ausbeute geben, und bey sol-chen Gelegenheiten an vielen Orten gute Manufacturen haben angeleget werden können.Schwarze und weiße Bleche werden hie und da verfertiget und nach Hamburg versandt;Meßing machet man zu Auerbach; Schwefel in Freyberg und Grünhayn; Alaun zu Bei-zern, Schwemsal, Schmiedeberg und bey Muscau; Vitriol beym Wiesenbade; blaue Far-be (so aus Kobold mit einem Zusätze von Arsem'co, Quarz und Potasche bereitet wird) zuSchneeberg, Waldkirchen, Niederschlemma und Zshopenthal. Aus den Leipzigern Fabri-ken kömmt vielerley Gold-und Silberarbeit nebst reichen Stoffen. Bey Zitkau hat maneinen Zinnoberberg entdeckt. Von denen Perle», welche aus der Elster gesammlet werden,ist anderwärts schon Erwähnung geschehen. Nach Peter Albinus Berichte in seiner Erz-gebürgischen Chronik Tit. XVI. S. 124 hat Johann Friedrich, Churfürst zu Sachsen, einsKette von Waschgolds, das um Torgau aus der Elbe gesammlet worden, gehabt, welche fünf-zehn und eine halbe Mark gewogen, und hat der Churfürst jedes Quentlein mit fünf undzwanzig Groschen bezahlet. Dergleichen kostbares Metall führet auch dieMulda mit sich.In Meißen hat man vor kurzer Zeit Cornealadern entdecket, und könnten überhaupt die hie-sigen Hyacinthen, Achate, Amethysten, Porphyre, Topase, und ein Stein, worinnen Jaspis,Chalcedonier und Amethyst beysammen anzutreffen sind, besser, als bisher geschehen, genutzetwerden. Ich kann Hiebey nicht umhin, eines Achats zu gedenken, welcher stark mit rei-nem Silber vermischet, bey St. Georgenstadt auf dem Obergebirge gefunden und in Dres-den bey dem Hsfrathe von Trier nebst einer ansehnlichen Sammlung von andern Minera-lim und Muscheln zu sehen ist. Die Gegenden von Annaberg, Zöblitz, Stolpen, Freyberg,Crotendorf, Kalchgrün, Schneeberg, Maxen, Planen, Reichenbach, Buffendorff, Wiederau