Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1353
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Merseburg, Jena, Meymar, Erfurt, Gotha und Coburg. izzz

andern aber eine Musterung mit der Überschrift: kco Deo 6c Xlilito. Sie wiegt im Gol-de fünfhundert Ducaten, ist allhier aber nur in Silber. Das an Größe am nächsten fol-gende Schaustück ist von Christian dem fünften, Könige in Dännemark. Die rußifchenneuern Medaillen in Golde hat man von dem General Wutgenau für fünfzehnhundert Tha-ler gekauft. Ein von Otto Hameran zu Rom geprägtes Schaustück bildet auf der einenSeite den Prätendenten mit seinem eigenmächtiger Weife angenommenen königlichen Titelab, und auf dem Reverse liest man um das Bildniß seiner Gemahlinn:klAMAL L. D. 6. KL6MA. In den Buchstaben L.'H haben

einige ein Geheimniß und besondere Auslegungen suchen wollen, ich glaube aber, daß diePuncte, welche sie von einander absondern, durch ein bloßes Versehen hineingerathen, undnichts anders als eine Verkürzung der Formel Lldtem hier vorkomme. Unter den rarenThalern steht der dänische greifenfeldifche und der große sickingische oben an; ich würdeauch den heßischen vom Philippuö Magnanimus mit der Ueberschrift: Bester Land und Leutverlobten, als einen falschen Eid gescbwobren, hieher rechnen, wenn itzr nicht außerallem Zweifel wäre, daß dieser Thaler eine pure Erfindung und Betrug eines gewinnsüchti-gen Goldschmiedes gewesen, welcher vor nicht gar langen Jahren die Neugierigkeit derMünz-liebhaber, die für einen solchen Thaler bisweilen gern hundert andere gezahlet, schändlicherWeise gemisbrauchet hat. Indessen hat seine Umschrift dem meklenburgischen Adel zumReverse einer Medaille, die sie als ein Andenken ihres bedrückten Zustandes prägen lassen,Gelegenheit gegeben. Es bildet solche auf der einen Seite einen in Brand gesteckten Bie-nenkorb ab, mit der Umschrift:

kätis ceciemos migcate coloni L^ccii. 46. 0. v. iF.

Untenher liest man:

Dominica Ivülericoräiaz Domini Anno 1718-i. ?etr. II. v. 2z.

Preußische

Musterungs-

Medaille.

Des engli-schen Präten-denten.

Rare Thaler

Philippi

Magnanimi.

Medaille desmeklenhur-gischen Adels172-

wodurch der Sonntag, an welchem der Herzog Karl Leopold das bekannte harte Edict widerden Adel von den Kanzeln ablesen lassen, angedeutet wird. Auf der andern Seite ist derAdler mit dem Blitz in den Wolken zu sehen, unter welchen eine Hand die Finger zumSchwören in die Höhe richtet. Die Umschrift ist:

Aä gras ulguo oblegnens. Acstor. 4. v. 19.

Die Unterschrift:

I§on pejeralle juvsbir.Dxoci. 20. c. v. 7. 6c 16.

Auswendig um den Rand der Medaille sind die Worte gesetzt:

Lieber Hab und Guch verlobren,

Als ein falsches Eyd geschworen.

In Gotha halten sich zween Medailleurs auf, unter welchen Koch der beste, dabey aber Golbaifcheauch sehr theuer ist. Der alte Wermuth arbeitet zu hurtig, und ist daher nicht accurat, er Medailleursmischet sich auch anitzt in die Medicin und viele andere Dinge, so ihn von seinem Haupt-werke abführen. Die Sammlung aller silbernen Schaumünzen, welche Ludwig der vier-zehnte bis aufs Jahr 1700 prägen lassen (denn neuere sind nicht zum Vorscheine gekommen)ist bey ihm für dreytausend Thaler, und die englischen für achtzehnhundert Thaler zu haben.

Die Erfindungen, die er auf vielen von ihm selbst ausgearbeiteten Stücken angebracht, könn-

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