Uols, Urnen,Statuen.
Steine ausdem mensch-lichen Kör-per.
izz6 L.xxxix. Brief. Reise von Halle nach Eisleben/
sich etliche heydnische Götzenbilder, eine kleine Alrune(*), Urnen von Kupfer, Thon undGlas, deren letzter» eine von dem verstorbenen Fürsten von Schwarzburg-Arnstadt mit hun-dert Ducaten bezahlet worden ist (**). II 'I'oro lmrneie ist im Jahre 1614 vom AdrianVries im Haag meist aus einem Stücke im Kleinen nachgemacht. Dieses Werk ist von Me-tall schön gearbeitet, der Meister aber hat sich die Freyheit genommen, in verschiedenen Din-gen von dem römischen Originale abzugehen. Aus einer marmornen Tafel, worauf die geo-graphische Karte von Deutschland mit allen dazu gehörigen Namen erhaben vorgestellet ist,laßt sich mukhmaßen, daß der Künstler die Wissenschaft, den Marmor zu beizen, besessenhabe, weil man nicht die geringste Spur eines Grabsteins bemerket, sondern alles als gegos-sen scheint. Diese für verlohren geachtete Kunst, ist seit einigen Jahren zu großein Vor-theile der Bildhauer, die in Marmor und dergleichen Steinen arbeiten, wieder entdecket, daman denn vermittelst 8piritu8 8alis und distillirten Weineßigs, die zu gleichen Theilen ver-mischet werden, den Marmor so weit man will, und zwar in sehr kurzer Zeit ausbeizet, in-dessen daß dasjenige, was erhaben und en boste seyn soll, mit einem gewissen Firnisse oder Lackbedecket ist, und unbeschädigt bleibt. Von dem figurieren florentinischen Marmor habe ichnirgends eine so große Menge, als hier, gefunden. Unter den Steinen, die im menschlichenKörper erzeuget worden, ist ein Blasenstein einer Faust groß von dem berühmten nürnber-gischen TheologuS Saubertus zu sehen, nebst einem andern nicht viel kleinern von dem hiesi-gen HauSmarschalle von Stange, in dessen Galle auch ein und siebenzig Steine gelegen.Man hat ferner sieben große Steine aufgehoben, welche aus der Galle einer hiesigen Bett-meisterinn, welche dick und fett gewesen, dabey auch ihr Leben auf etliche und achtzig Jahregebracht, genommen worden. Ihre Galle war so groß als eine Rindöblase, und der kägnordarinnen wie geronnene Milch von grün-weißlichter Farbe. Ich kann nicht umhin, Hiebeyzu bemerken, daß man bey der Oeffnung des würkembergischen Herzogs Wilhelm Ludwig,welcher den 2z Jun. 1677, im dreyßigsten Jahre seines Alters gestorben, seine Leber ganzschwarz und zerfahren, die Lunge halb faul, in der Gallenblase vierhundert vier und achtzigkleine Steine von der Größe einer Linse, und fünfzehn so groß als Erbsen gefunden hat.Viele in Gotha befindliche Steine, die aus Thieren gekommen, übergehe ich mit Stillschwei-gen, und gedenke nur desjenigen, der in der Galle eines Pferdes gewesen und vier und dreyvierrhel Pfunde wiegt. Man hat von vielerlei) Thieren Gallensteine, und ist der Bezoarnichts anders als dergleichen von ost - und westindischen Ziegen, kietra äe! ?orco, worausman vor ungefähr dreyßig Jahren so viel Wesens gemacht, daß man das Stück mit hundertbis zweyhundert Thalern bezahlt hat, kömmt aus der Galle einer Art von Stachelschweinenin der Provinz Malacca. Die Kraft dieses Steines besteht in seinen lälibu8 volatiIibu8Alcali, die das ^ciäuin wegnehmen und die Transpiration erwecken. Nach den verschiede-nen Arten der Thiere und dem Unterschiede desLIimmis, worinnen sie leben, ist auch die Kraft
solcher
(*) Der Anblick der Alrunen führet uns auf chen von Orleans hatte alle ihr Glück diesemdie Zeiten des Alterthums zurück. Unsre gut- Besitze zu danken. Wenn glückliche Advvcatenwilligen Vater ließen sich durch lappische Abbil- viele Processe gewinnen, so sind sie ebenfalls imLungen, welche gemeiniglich von Mandragora Verdachte, daß sie mit den Alrunen ein heimli-verfertiget waren, in ihrem Aberglauben starken. ches Verständniß unterhalten. Man lese/«r.Der Besitz derselben setzte sie in den Schooß des llcts-
GlÜckS. Wenn man den betrognen Pöbel hö- leinst, p. 669. KOI-». <le imsxunculis 6eriu.ren will, so hat schon Laban zu seiner Zeit die ingßicis, /oö. L-«. scttnio äe älrunis undAlrunen gekannt: und das berüchtigte Magd- «ersi-Lk. sutign. 8epc. x. 504, 5 g.