L4ro xciv. Brief. Nachrichten
In dem Jesuitercollegio ist nichts sonderliches zu beobachten, auch die Bibliothek mschlechtem Stande. Als den kstribus vor kurzer Zeit etliche tausend Gulden gestohlen wor-dö!i, zieleke jemand mit folgenden Versen auf das Amplius, welches ihr Stifter öfters in sei-nem Leiden ausgeruffen haben soll:
^ bcholiäum nuper pstui prseclonibus surum,ut pollbsc ciicere jure gnesnt.
Die Decke ihrer Kirche hat etliche gute krebco-Gemalde, und an zween Altaren verdienendie kleinen elfenbeinernen Bildschnitzerstücke, deren viere etliche Thaten des heil. Jgnakius Lo-jola, andere viere aber die Lebensgeschichte St. Francifcus Taverius vorstellen, betrachtet zuwerden. Der Künstler davon, jo anißt ein bester in hiesigem Jesuitercollegio ist, hieß ehe-mals Steinhard, und verfertigte die Hälfte itztgemeldter Arbeit noch in 8ecnlo, wie man zureden pfleget, da ihm dann für jedes der ersten vier Stücke hundert Thaler gezahlet wurden.Epitaphium Ehemals las man auf dem St. Peterskirchhofe in Regenspurg des berühmten Mathe-Ioh. Kepp- makicus Johann Kepplers Grabschrift, von welcher anißt aber nichts mehr zu finden ist. Jn-lers. dessen gebe ich solche hiemit, wie sie der gelehrte hiesige Prediger bey St. Oswald, M. Barth,
unter seines Großvaters Schriften gefunden, und mir mitgetheilet hat:
In boo s^ro guielcit Vir dlobililltinus, DoÄilliinu? 6c Oeleberrlnms Dn. 10 -HAdlblbl8 blklbkHK,V8 Irium lmperstoruin Kuäolpbi II. ^ksttdise 6c kerclinsn-6i II. psr snno8 zo. sntes vero ?rocerum 8t^ri« sb snno 94. ulssne 1600. polles guo-^ne Aullriscoruin oräinrun, sb gnno 1612. ulssue sä snn. 1628. ^Istbemsticus, tot!Orbi Lbriliisno per inonumenta publies coAnitus, sb oinnibus Oocllis inter Prin-cipes /VllronoiniL numeratus, qu! mgnu propris slliLnstum polt sie religuit tsle
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In Lbriüo pie obüt A. 8. i6Zo. ciies.dlov. «lstis siugc iexsAelimo.
Unter den weltlichen Gebäuden der Stadt verdienet vor andern das Rathhaus und indemselben die Rathsstube nebst dem großen Ke - und Oorrclstions- Saale in Augenschein ge-nommen zu werden. Wenn man durch das Zimmer des churfürstlichen Collegii in den klei-nen Vorsaal geht, fällt eine im Jahre 1554 verfertigte schwarze Tafel mit folgenden Wortenins Gesicht:
Huisguis lengtor ossicii csuls curisin inArecleris,
Ante boc oEcium privstos ssseäkus omnez sbjicitoIrsm, vim, ociium, smicitism, sclulstionem,kublicZe rei perlonsin 6c curam lussipito.dlgni ut sliis Lguus sut iniguu8 juöex kueris,
Its guogne Oei juclicium expeälsbis 6c siuliinebis.
Die darunter befindliche poetische Uebersetzung wie auch anders deutsche Reimen, soman auf dem Rathhause angeschrieben findet, sind schlecht gerathen. In der Stadtraths-stube zeiget sich des Kaiser Leopolds Brustbild, welches Leonard Scheufeler im Jahre 1675mit der Feder ckuf weißen Atlas gar künstlich gezeichnet hat, mit der Unterschrift:
Ler-
(*) Der Kanzler von Ludwig mag esverant- hak in den Gel. Anz. B i, N. in, S. 4Z8: Desworren, was er von dem Misbrauche geschrieben Nachmittags waren nicht allein alle Gejandten
voll,