Band 
[Zweyte Abtheilung.]
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des Reichstages zu Regenspurg. »44Z

ren eine der eifrigsten Spielerinnen im Haag war, wie es denn auch sich zugetragen, daß sieeinömats mit der Gräfinn von B. vier und zwanzig Stunden lang hintereinander wegge-spielet. Bey einer andern Gelegenheit pointirte ein Engländer ein sehr hohes lept L vawider sie, da sie denn, als beym Umwenden des Kartenblatts sich zeigte, daß das Glück ihrnicht günstig gewesen, sich dergestalt darüber alterirke, daß die Geburtsschmsrzen sich unge-säumt einstelleken. Die Gesellschaft, worinnen dieses vorgieng, war zahlreich, das nö-thigste, was man zu thun hakte, war, daß man die Lichter auslöschete, bis die Mannsper-sonen und andere zu dem neuen aÄu unnöthige Zeugen sich retiriret hatten, und das ganzeSchauspiel endigte sich mit einer kaulls aoucbo.

Die Menge der Reichöstände und daß gemeiniglich über jede Sache die henöthigtenInüeuüiones von den Höfen eingeholet werden müßen, verursachen viele Ferien, und daßdie Arbeit denen Herren Gesandten nicht allzusauer werden kann.

Ich habe vergessen, oben anzuführen, daß kein einziges gesandtschaftlicheS Archiv inRegenspurg recht vollkommen ist, wie es billig seyn sollte, und daß man keine ältere aäkaals vom Jahre 1654 darinnen findet. Das churbrandenburgische geht indessen gar viele»vor, das beste aber ist das würtembergischeGefandtschaftsarchiv, welches seine gute Einrich-tung und Ordnung dem LegationssecretariuS Sturm zu danken hat. Was den westplM-schen Friedensschluß betrifft, müssen in Stutgard treffliche Nachrichten vorhanden seyn,weil der damalige würtembergische Gesandte in den wichtigsten Sachen gebrauchet, und vonihm mehr als dreyßig Folianten voll Nemolrss und Berichte hinterlassen worden sind.

Ehe ich schließe, ist noch die verlangte Nachricht von des gewesenen churbrandenburgi-schen Gesandten, Grafen von Metternich Religionsveränderung und Lebensende beyzufügen.Es war dieser Herr anfänglich auf gutem Wege, indem er die Ungerechtigkeit derRcligions-verfolgungen einsah und allenthalben zur Moderation rieth; Er blieb aber nicht auf derMittelstraße, sondern verfiel auf den Inäicksremillnmn, und die Begierde nach Reichthumgab Gelegenheit, daß er mit der Zeit viel weiter gieng, als er vorher jemals würde geglaubethaben. Man überredete ihn, es sey ein ungemeiner Gewinn auf den Kauf einiger böhmi-schen Landgüter zu machen, und dadurch wurden sowohl er, als sein Bruder, der Baronvoll Metternich, und des Grafen Schwiegersohn der General Regal verleitet, fast ihr sämmt-liches Vermögen in dieselben hinein zu stecken. Jtztgedachte Güter machten zwar ein großesund weitlaufciges Wesen aus, allein es fand sich hernach, daß die Gegend nicht gar vor-theilhaftig gelegen, auch der Grund und Boden von keiner sonderlichen Fruchtbarkeit sey.Die Absicht der Interessenten war, diese angekaufte Herrschaft durch einen Sohn des Gra-fen, welcher zur römischkatholischen Kirche getreten war, zu besitzen und zu genießen. Al-lein die göttliche Vorsehung machte einen Strich durch solche Rechnung, indem sie bald dar-auf diesen Sohn in der besten Blüthe der Jugend aus dieser Zeitlichkeit absoderte. Ihmfolgte bald hernach der General von Regal, nach dessen Tode man der Wittwe mit ihrenKindern anmuthete, entweder römischkatholisch zu werden, oder die Güter zu verkaufen.Das letztere schien mit vielem Einbuße und Verlust der zeitlichen Haabe verknüpfet, daherwählte* man das erste und lebet anitzt die Wittwe wirklich auf gedachter Herrschaft in Böh-men. Es geschah aber auch, daß nach dem Todesfälle des Generals von Regal die neuenBesttzer in die Landtafel mußten eingetragen und desfalls eine große Summe Umschreib-gelder, meist an die Ossicialen, bezahlt werden. Dieses machte den Baron von Metter-nich so verdrüßlich, daß er seine im Gute habende dreyßig tausend Gulden herauszog.

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