nach Heilbromi. 1451
einer Dbest: <)ulä lit ^essiiw, nomo lcü, nist gui ssiit ipso ^essiita. Was ihn aber völligbey seinem Orden verhaßt gemacht, sind die von ihm unternommenen und meist ausgeführtenAnstalten eines Armenhauses, womit es folgende Bewandniß hak. Es hatte der vorigeChurfürst von Pfalz bey hundert und achtzig tausend Gulden von den Holländern an resti-renden Subsidiengeldern zu fodern, weiche man aber zu Düsseldorf als eine verlohrne Schuldansah. Einsmals da der Churfürst auf diese Art davon sprach, sagte der P. Urban: wenndas Geld doch als verlehren geschähet würde, so möchte es der Churfürst lieber ihm als denHolländern schenken; und als der Churfürst darauf zu wissen verlangte, was der Beichtva-ter damit anfangen wollte; antwortete dieser: sein Absehen sey, ein Armenhaus anzulegen.
Der Churfürst ließ sich den Handel gefallen, die Oilionss an den P. Urban wurden ausge-fertiget, und dieser reisece damit nach Holland, woselbst er die Sache solchergestalt einzufädelnund gewisse Leute zu interessiren wußte, daß er von dieser Foderung bey hundert tausend Gul-den herauc brachte.
Sobald er sich in Landshut, seiner Meynung nach, fest gesetzet hatte, gierig seine ersteSorge auf die Anlegung des gedachten Armenhauses, worüber er hernach, da er über sechs-zig tausend Gulden darein verwandt, die Stadt zu Pfleger setzte, mit Herausgebung desjeni-gen Geldes, so ihm von dem holländischen Capital übrig geblieben war. Dieses war eineSache, die den Jesuiten zu Landshut unmöglich anstehen konnte, es mochte sich auch der P.
Urban, so oft und nachdrücklich er wollte, zu seiner Rechtfertigung darauf beruften, daß ihmdas Geld unter keiner andern als dieser Bedingung geschenket worden, und daß er in demFall, da der Churfürst länger gelebt hätte, das gemeldte Armenhaus in Düsseldorf würdeangeleget haben. Die Entziehung dieses Gewinstes setzte die Jesuiten in Furcht, der Pa-ter Urban möchte mit der Zeit auch die kostbare Sammlung seiner Curiosnäten zum Hospi-tal vermachen, welchem vorzukommen das beste Mittel schiene , daß man ihn von Landshutentfernete. Was zu eben solcher Zeit mit der Gräfinn von Taufkirchen vorßel, bekräftigte Eenereusesie in ihrem Vorhaben und Unwillen wider den P. Urban. Diese Dame lag in Landshut ^ E'krank 'und ließ den Pater zu sich ruffen, weil sie ein Testament machen wollte. Er erscheintals ein vermeynker Zeuge, es wird ein Doll-n-nenwm iumLuy>nivuin in Gegenwart vonsieben andern Zeugen errichtet, und da es auf die Einsetzung des Erdens kömmt, so nenntdie Gräfinn den P. Urban, jedoch mit der Bedingung, daß er solches ihr Vermögen für dasArmuth verwalten und anwenden sollte. Der Pater erschrickt darüber, redet ihr als ein un-intereßirter Mann zu, sie möchte bedenken, wie sie selbst anne und Hochstbedürftige Verwand-te habe, denen sie ihre Verlassenschaft nicht einziehen sollte; er stellet ihr dabey vor, daß erselbst bey ihrem Verfahren, wenn solches seine Endschaft erreichen sollte , nur Neid, ungleicheUrtheile und Schmälerung seines guten Namens zu befürchten Habe; in Summa, er laßtmit inständigem Bitten und Anführung vieler Motiven nicht nach, bis sie ihreMeynung än-derte und ihre Verwandte zu Erben einsetzte, worauf sie bald verschied.
Die Sache konnte nicht verschwiegen bleiben, und ist leicht zu erachten, wie den Jesui-ten dabey müsse zu Muthe gewesen seyn, da sie sahen, wie ihnen auf diese Art eine Beutevon dreyßig bis vierzig tausend Thalern, die sie nach des P. Urban Tode ohnfehlbar als Ar-me würden an sich gezogen haben, entgangen war. Wer die Geistlichkeit an ihrem Interesseangreift, kann versichert seyn, daß keine Gnade und Barmherzigkeit zu hoffen, und wenn esbey den Pfaffen stünde, so müßte dieses Verbrechen eine Art derjenigen Sünde seyn, die we-der in dieser noch in jener Welt vergeben wird. Die Jesuiten warfen ihrem Ordenögliedevor, wie übet und undankbar er an seinem Orden gehandelt, und wie unverantwortlich er
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