Frankfurt, Mainz und Landau rc. 1475
dere Seltenheit der Naturgeschichte eräuget sich in des Herrn Hassels Garten in der Stadt Grosseran einem Haselnußbaume, dessen schon vor zweyhundert Jahren in den frankfurtischen Chro- seluußbsumlniken gedacht wird. Sein Stamm hat unten sieben frankfurter Ellen im Umfange, seineHöhe kömmt den umliegenden Häusern gleich, und er trägt noch jährlich Früchte, die zwarvon sehr dicken Schalen, dabey aber, ungeachtet des Alters vom Baume, noch von gutem Ge-schmacke sind. Der Kaiser Leopold hat zweymal darunter gespeiset. Dieser Garten mußein besonders den Haselnüssen günstiges Erdreich haben, welches denen nächst anstoßendenPlätzen mangelt, als worinnen nur schlechte und gewöhnliche Stauden wachsen, anstatt daßin dem Hasselischen Garten seit fünfzehn Jahren vier junge Haselnußbäume mit solchemWachsthume gedeihen, daß sie schon eine Höhe von zwanzig und mehr Fußen erreichet haben.
Diese Recruten sind desto nöthiger, je mehr der oberwähnte alte Stamm anfängt auf dieSeite zu sinken und sich zu seinem Untergänge zu neigen.
Eine Zierde und Beweis der in Frankfurt blühenden Wissenschaften sind die drey Brü- Bon denender von Uffenbach, deren Bekanntschaft und Umgang einem jeden Liebhaber der Gelehrsam- Herren vonkeit nicht anders als angenehm seyn kann. Der älteste, Namens Zachariaö Conrad, ist Uffenbach.Bürgermeister der Stadt, und seine Bibliothek ist sowohl in Ansehung der Manuskripte, alsgedruckten Werke, so zahlreich und auserlesen, daß ihm wenige Bücherschätze von Privatper-sonen an die Seite gesetzet werden können ä). Der mittlere Bruder, welcher durch trefflicheReisen seine Wissenschaften vermehret hat, besitzt eine Sammlung von Zeichnungen, Kupfer-stichen, Gemälden, Antiquitäten, mathematischen und mechanischen Kunststücken, worunterviele von seiner eigenen Arbeit sind, wie er denn insbesondere sehr wohl zeichnet.
Bey dem königlichen preußischen Hofrath von Lön findet man eine gute Bibliothek und Andere Ka-Kabinet von Gemälden. Gleiche Merkwürdigkeiten nebst verschiedenen Antiquitäten und birrette.etlichen Holzschnitten vom Albrecht Dürer werden bey dem Kaufmanne, Herrn Karl von derBurg angetroffen, welcher viele kostbare Gemälde von seinen Vorfahren dieses Namens, diein Holland berühmte Maler gewesen, geerbet hat r). Das Uchellische Kabinet besteht ausAlterthümern, Urnen, Münzen und Gemälden. D. Joh. Friedrich Ochs besitzt ein zahl-reiches Münzkabinet. Bey dem Kaufmanne, Herrn Albert Adolph Diesterweg, habe ich ei-ne schöne Sammlung von Landkarten und verschiedene mechanische Erfindungen, so imDrechs-len, Holzzägen, Bohren, Schleifen rc. gute Dienste thun können, angetroffen. Die verlang- Von deSte und den Herrn von Edelsheim betreffende Nachrichten sollen nächstens übersandt werden. Herrn vonDieser Mann hat dem Hause Hanau gute Dienste geleistet, und jedermann rühmet ihn we- Edelsheimgen seiner Wissenschaften, Klugheit und andern Verdiensten, denen er seine Erhebung in den MMstie.adelichen Stand zu danken hat. Als er Rirterrath unter der reichssreyen Ritterschaft vomOber-Rheine wurde, und nach altem Herkommen in dem Rittersaals sein Wapen mit vier Ah- ^nen auf den Seiten malen lassen sollte, Mete er diese vier Schilde anstatt der adelichen Vor-fahren mit folgenden Worten: I. Ileo^utore. II. Lsellwe Oireakore. III. dlobiütatiskävttre. IV. 8mäio öe Uribore. Jener der sich durch seine 8w6ia, Kriegesdienste und eine iteberichrjfrreiche Hcirath empor gebracht hatte, schrieb über den Eingang seines neuerbaueten Pallasteö: eines Palla-Homr literis, stillin armis, a^>U8 rm^tus; stes;
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S) Er starb den 6 Jan. 17^4 und seine kostbaren Bücher kamen durch verschiedene Auctionenm fremde Hände. . ,
c) Lont. xn.nol.1) NukscoAr. p. i;o.
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