Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1538
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iAZ8 n. Bedenken über die Reduction

würden so vieles nicht, wie vor diesem, contribuiren dürfen, wenn sie nur mit der Reductiondurchdringen könnten; allein man hat ihnen das gethane Versprechen nicht gehalten, son-dern da man von ihnen gehabt, was man gern gewollt, ist es über sie hernach eben so gut, alsüber die andern hergegangen, also daß sie anitzo mehr als jemals contribuiren müssen. Aufdiese Art machet es ihnen der König nach ihrem Bedünken auch nicht recht, und sind sie mitihm so wenig als die andern zufrieden, da sie wohl merken, daß ihnen ihre Fürsorge wegender Reduction nichts helfen werde, sondern sie sich nur die Edelleute zu Feinden gemacht,welche bey Gelegenheit es ihnen wohl wieder zu Hause bringen werden.

Uebrigens wird in dem Reichstagesbeschlusse noch gedacht, daß dieser Reduction auchunterworfen seyn sollen die schonischen, holländischen und bleckingischen Güter, item die Gü-ter in Pommern, im Lande Rügen und Meklenburg, welche Tafelgüter sind; in Bremenund Verben alle erz-und bischöfliche Tafelgüter, der Prälaten, Klöster, auch Ober-undNieder-Stifter und Capitelgüter; in Liefland alle Güter, welche von der Heermeister Zei-ten von der Krone abgekommen und erz- oder andere bischöfliche Güter, Ordens - und Her-renleute gewesen sind, diejenigen ausgenommen, welche von der Heermeister Zeit den Edel-leuten gehöret. In Schonen werden sie wohl daran müssen, obgleich diese Provinz nichteinmal zum Reichstage beruffen noch darum befraget oder etwas von ihr gewilliget worden,auch in den Traktaten, als sie von Dännemark abgetreten wurde, enthalten, daß alle Ein-wohner bey ihren Privilegien, welche sie unter den dänischen Königen gehabt, inturbirt ge-lassen und nichts innoviret werden sollte. Der König von Dännemark sollte billig desfallöErinnerung thun, welches aber schwerlich geschehen wird. In Pommern, Rügen und Me-klenburg haben meist schwedische Unterthanen Tafelgüter in Besitz, welche ohne Zweifel an-gestrenget werden, solche wieder zu extradiren. Im Bremischen und Vertuschen wissen dieKeciucli sich an niemand, der deswegen etwas vor sich thäte, zu halten. Wrangel, Königs-mark und die Frau Landgräfinn haben daselbst das meiste. Von dem ersten fodert man oh-ne das so viel, daß für seine Kinder wenig überbleiben dürfte, als große Folianten vonSchulden.

Dem Konigsmark sind, wie man saget, vier und zwanzig tausend Reichsthaler jährlicherRenten genommen, und soll er noch des Vaters Vota verantworten. Wüßte er anders wo-hin und wo er es besser fände, würde er vielleicht nicht bleiben. Allein die deutsche und fran-zösische Welt hat überall Leute.

Was man der Frau Landgräfinn lassen werde, mag sie nun hören, da sie selbst inSchweden seyn soll. Die Königinn Christin« ist sonst so stark in die reducirten Güter imBremischen verbriefet, und hat bereits Possessiv» darinnen genommen, daß sie nun gar nichtdaraus gesetzt seyn will. Wunderliche Veränderungen der weltlichen Sachen! Was hie--bevor diese Königinn an Donationen dem Königsmark gegeben, das nimmt sie ißt demsel-ben wieder weg, um selbst davon zu leben und ihren Unterhalt zu haben». 8ic uor non vc>-bis öcc.

Aus Liefland ist das allerwenigste zu gewarten. Daselbst wollen die Leute kurz umvon keiner Reduction wissen, noch etwas zurück geben, sondern sagen: sie hätten mit demschwedischen Reichstage und dessen Artikeln nichts zu thun, sie wären ausländische Provinzen,so ihre eigene privilegirte Landtäge, Räthe und Satzungen hätten; ihr Verhalten gegen dasReich Schweden sey jederzeit also beschaffen gewesen, und hätten sie beständig um das Ihrigedergestalt gefochten, daß sie hofften, gnädiger tracliret zu werden, und möchte man dabey inConsideration ziehen, daß (wie ihre eigene Worte in einer Remonstrationsschrift lauten)

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