Band 
Fünfter Band.
Seite
18
JPEG-Download
 

-8 Beschreibung der Königreiche Loango, Kongo, Angola, Benguela,

Eiland Lopez vermuthet, dieses Eyland sey nach und nach entstanden, indem sich der Sand

^Loan va. und Schlamm gesetzet, welcher von den beyden großen Flüssen Bengo und Duanzawie es enr- herzugeführet worden. Merolla spricht eben so, wenn er saget, dieser Hafen sey so sicher,standen. als berühmt, indem er weder durch Kunst noch Natur, sondern bloß von ungefähr ent-standen ; indem er einen langen Strich vom Sande habe, der von der See aufgeworfenworden, welcher ein langes flaches Eyland ungefähr eine Meile von .der Stadt ausmachet,hinter welchem die Schiffe liegen e).

Lopez bemerket, es heiße Loända, welches kahl oder abgeschoren heißt, weiles ein Land ohne Hügel und sehr niedrig ist, so daß es sich kaum über die See erhebt.

Canal, Nach seinem Berichte ist dieses Eyland an dem engsten Orte so dicht an dem festen

Haft», Lande, daß das Volk zuweilen über den Canal schwimmt, wo sich bey niedrigem Wassergewisse kleine Eylande sehen lassen /). Dieser Canal hat zweene Eingänge, einen gegenSüden Barra de Rorimba genannt, welcher vordem über fünf Faden Wasser gehabt,jtzo aber fast mit Sande verschüttet ist. Er war vordem mit zwoen Batterien besetzt: dieStärke des Wassers aber hat sie fast weggespühlt F). Der Eingang gegen Norden beydem Hafen Loanda ist eine halbe Meile breit und sehr tief ^).

Das beste Wasser in diesem ganzen Lande wird auf diesem Eylande gehohlet, wennman nur eine oder zwo Handbreit tief gräbt. Dieß kann einem seltsam vorkommen: alleinnoch seltsamer ist es, daß das Wasser bey der Fluth süß und bey der Ebbe salzig ist r). Hierund sonst nirgends an der Küste werden Krabben und Hummern, wie auch Kuttelfischeund diejenigen kleinen Muscheln oder Schalenfische gefangen, Zimbi oder Simbo genannt,welche man statt des Geldes brauchet L). Vordem hatte sich der König von Kongo selbstdas Recht vorbehalten, diese Zimbi zu fischen: allein die Portugiesen haben es ihm abge-nommen /). Nach Lopez Berichte stecket eine vortreffliche Art Schalenfische an den Stämmenvon gewissen Bäumen m), welche in dem vorgebuchten kleinen Eylande und an den Ufern desEylandes gegen dem festen Lande über an gewissen niedrigen Oertern wachsen »).

Flecken rmd In diesem Eylande sind sieben oder acht Flecken o), welche die Einwohner LabataErdreich, nennen, worunter die vornehmste Spirito Santo ist. Hier wohnet des Königs vonKongo Statthalter, die Gerechtigkeit zu verwalken und seine Einkünfte einzunehmen, dieaus den Lumakhe /) oder Gimbos entstehen, die sich auf eilftausend Ducatenjährlich belaufen.

Dieses Eyland ist ihm Unterthan, ob er gleich/den Berichten nach, nicht einen Fußbreit Land auf dem festen Lande gegen Süden von dem Flusse Bengo besitzt. Die Portu-giesen haben zwo Kirchen oder Capellen allhier.

Was das Erdreich betrifft, so ist es sehr trocken und sandig, und sieht man nur aneinigen Orten einiges Buschwerk und Gesträuche, und an der Nordseite hin und wiedereinige wenige Hagedornsträuche §). Es hat aber weder Korn, noch Wein. Dennoch

aber

-l) PLgafctta am angeführten Orte auf der Ll />) plgafetta a. b. LZ S.und r6 Seite. Ebendaselbst a. d. rr, S. und Merolla am

,) Merolla am angef. Orte. angeführten Orte.

/) Plgafetta am angeführten Orte auf der rr Lmpper saget: das Eyland könne an diesemlmd r; Seite. Ufer die Münze von Kongo genannt werden. We-

Z) Ggilbp a. d. §71 S. Unsere Karts setzet gen des Schalenfisches siehe die Naturgeschichtedas Fort Ferdinand an dieses Ende der Insel. nachher. Lcpe; nennet die Simbos Lumakhe.