Band 
Fünfter Band.
Seite
46
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Religion

vonRongo.

Ein schwar-zer Priesterwird übel be-zahlt.

Ein anderlügenhaftesWunder.

Bosheit der

schwarzen

Priester.

46 Beschreibung der Königreiche Loango, Kongo, Angola, Benguela,

Bisweilen bringt man diese Betrüger zu einem Bekenntnisse ihrer Unwissenheit. DieLeute in einem der Hafen von Angola, wo sich der Verfasser befand, fingen an, wider ihnzu murmeln, als sie erfuhren, wer er wäre, und daß er andere Meynungen als ihreShinghilli, hatte. Die Zar,berer wollten den Glauben des Volks an sie bekräftigen, undibm widerstehen, und verkündigten in dieser Absicht, es würde den ganzen Sommer keinRegen fallen. Allein, es geschah gerade das Gegentheil, und, wie der Verfasser glaubet,nicht ohne besondere Fügung der Vorsicht. Er war kaum ans Land gegangen, Messe zulesen, so schütteten die Wolken so häufigen Regen hernieder, daß die Zauberer selbst, wieer saget, ihm gestehen mußten, ihre Wissenschaft in diesen Dingen sey nicht untrüglich.

Als des Verfassers Mitgeselle, Bruder Joseph, auf seiner Mission in Sogno reiste:so kam er in ein offenes Land, gleich zu einer Zeit, da ein Regenguß fallen wollte. Er trafdaselbst einen Zauberer an, der stockstille stund und einige fremde Worte bey sich selbst her-murmelte, worauf er mit großem Zorne einen Pfeil in die Luft schoß. Der Capuciner be-strafte ihn und sagte zu ihm, er glaubte, seine ganze höllische Kunst würde den Regen nichtverhindern. Es geschah bald, was er vermuthet hatte; denn es fiel augenblicklich ein star-ker Guß. Der Bösewicht erstaunte hierüber sehr, wollte sich aber noch nicht von seinemIrrthume überführen lassen, sondern behauptete, es sey durch die Macht einiger größernZauberer, als er wäre, geschehen. Dieses brachte einige schwarze Christen, die sich beydem Mönche befanden, auf, daß sie sich über den Zauberer hermachten, und ihm die ver-diente Züchtigung widerfahren ließen.

Ob aber gleich der schwarze Beschwörer den Regen nicht hindern konnte, so scheint esdoch, als hätte es ein Weißer gekonnt. In dem Lande um Zxoanza oder Ouanza, durchwelches man auf dem Wege nach Singa durchmuß, ließ sich ein gewisser Sova für einenShinghilli halten, und seine Unterthanen mußten sich an ihn wenden, wenn sie Regen ha-ben wollten. Einer von den Missionarien wandte hierauf alle sein Vermögen an, daß jenergefangen genommen würde. Wie aber solches wegen des vornehmen Standes des andernnicht angieng, so nahm er seine Zuflucht zu einem gelindern Hülfsmittel. Er meldete denEinwohnern, fund ohne Zweifel aus göttlicher Eingebung, saget der Verfassers, wennsie nicht diese gottlose Meynung fahren ließen, so würden sie nie Regen haben. DieWeißagung ward erfüllt, und sie hatten seit dieser Zeit, nämlich seit siebenzehn Jahrenher, keinen Tropfen Regen gehabt, wodurch der Boden ganz zu Grunde gerichtet war.Sie sagten, der Mönch hatte die Luft verflucht, aber der Gova schrieb sich noch immereben die Macht zu ^).

Die Zauberer sind auch die einzigen Aerzte im Lande. Ihre Arzeneymittel sind ordent-lich Kräuter; aber sie nehmen ihre Zuflucht zur Zauberey, das Volk zu bereden, die Wir-kung derselben werde ihnen vom Teufel mitgetheilt /). Schlägt ihre Arzeney fehl, so wen-den sie vor, ein gewisser Vogel von übeler Bedeutung wäre über ihre Köpfe geflogen, undhätte die Wirkung verhindert, oder bringen eine andere solche lächerliche Lügen vor r).Diese Beschwörungen werden ordentlich bey Nachtzeit vorgenonunen. Das erste, was sie

dem

«r) Merolla auf der 618 u. f. Seite. /) Zeiget dieß nicht, daß die ganze vorgegebene

e) Was für eine boshafte Verdrehung der Wahr- Hexerey ein Betrug ist, und die MissioNarien sol-heit ist dieß, da sie alles einem guten Wesen zu- ches entweder nicht einsehen können, oder nichtschreiben? wollen?