48 Beschreibung der Königreiche Loango, Kongo, Angola, Benguela,
Religion nerhalb zehn Tagen den Platz völlig eben zu machen; und da dieser nicht Gehorsam leistete,vonRongc. so ließ ihn Merolla vor den Grafen in ihr Kloster fordern. Nach einem scharfen Verweise" " ^ befahl er ihm, sich mitten in der Kirche währender Messe zu geißeln, und drohte ihm noch
viel andere Strafen, wenn er den Hügel bey seiner Rückkunft nicht ebnen ließe ü).verfolgen die Unterdessen daß sich der Verfasser in Bengy auf hielt, hatte sein Gefährte Franz daschwarzen Monte Leone sich eines von den Shinghilli bemächtigt, solchen zu dem portugiesischenStatthalter zu senden, der ihn, nachdem er überzeugt worden, zum Tode verurtheilte.Als die Zeit seiner Hinrichtung vorhanden war, so vermahnte ihn Franz, sein Verbrechenzu bekennen. Statt dessen aber antwortete er, als ein hartnäckiger Kerl: kVasl wol-let ihr, daß ich mich anklagen soll, da ich kein Verbrechen begangen habe? Ichhabe beständig allen Leuren Gutes, und niemanden Uebels gethan, wenn diearmen Leute in meinem Lande gesaer harren, und die Erde aus Mangel des Re-gens war dürre geworden; war es da ein Verbrechen, daß ich aus Menschen-liebe Regen kommen ließ? Habe ich mir Tygern, Schlangen, Löwen, und andernwilden Thieren gesprochen, und von ihnen Antwort erhalten, was war Hiebeystrafbares? Ist es mir als eine Sünde zuzurechnen, daß ich habe Rrokodillekommen lasten, uns. überzuführen, wenn keine Rahne an einein Flusse waren?So rechtfertigte ee sein Verbrechen eine Zeitlang, fand aber doch endlich für gut, sich für straf-bar zu erkennen; weil er aber von einem Missionarius war verfolgt worden, so ward ihm dasLeben geschenkt, und er gebunden nach Brasilien geschicktmit Verbau« Eben derselbe meldet uns, zu seiner Zeit waren, auf Verordnung der Missionarien,
nungundLe- von den obersten Zauberern, in die See, ein anderer in einen Fluß, geworfen, eine
bensstrafen. ,nit ihrem Sohne hingerichtet, und viele andere verbannet worden.
Unsere Leser werden unstreitig über die Grausamkeit und Wuth dieser Blutdürstigenerstaunen, die sich unterstehen, die Einwohner des Landes, in dem sie sich gesetzt haben,hinzurichten, wo sie nur die Macht dazu besitzen. Es verhält sich aber anders, wo dieSie werden Landeseinwohner die Oberhand haben, wenn sie auch gleich bekehrt sind. In Sogno also,inSognoein- wo wir schon von einigen Heldenthaten der Missionarien gegen die Zauberer oder Prie-geschränkt. stEr gehört haben, sind die Gesetze nicht so grausam. Ist der Zauberer, den man ge-fangen bekömmt, ein freyer Mann, und schwöret seine Zauberey ab, so wird ihm das erste-mal nur eine Buße auferlegt; das zweytemal bezahlet er den Werth eines Sklaven, unddas drittemal wird er selbst zum Sklaven verkauft. Ist der Verbrecher schon ein Sklave,so wird er gleich das erstemal an die Weißen verkauft, welches ihnen so schrecklich ist, alsder Tod selbst. Der Preis für ihn wird entweder in Geld oder in leinenen Zeugen aus-gezahlt, und das erste unter die Armen ausgetheilt, das andere, arme Leute darinnen zubegraben, gebrauchet. Alles dieses ward von einer dazu verordneten Person verrichtet, ohnedaß die Missionarien sich damit beschäsftigen, damit man ihnen nicht etwa Schuld gebenmöchte, sie verführen Hiebey mehr ihrem Geize, als der Liebe und dem Glaubenseifer gemäß c).
Wir wollen diesen Artikel mit einer Geschichte beschließen, welche zeigen wird, daßunser Capuciner, so sehr er auch die schwarzen Priester verachtet, doch keinen von ihnen anLeichtgläubigkeit, Dummheit, Unverstände und Unredlichkeit etwas nachgiebt.
Nach
§) Merolla auf der 6zi Seite. e) Merolla auf der 6-6 Seite,
r) Ebenderselbe auf der 6i; Leite. In der Grundschrift: Ltziovackrianza.
Siehe I V Band a. d. ;84 S. F) Dem Ansehen nach sind es Christen gewesen,