52 Beschreibung der Königreiche Loango, Kongo, Angola, Benguela,
Religion zu.Felde ziehen mußte. Weil er indessen vor seinem Abzüge getauft seyn wollte, und keineinRongo. Ajt zu Erbauung einer steinernen Kirche vorhanden war, so ward eine hölzerne aufgerichtet,
^ ^ und dem Gan Salvador geheiligt. Er ward darinnen getauft und erhielt den Namen
Don Juan c); seine Gemahlinn aber Donna Eleonora, wie der König und die Köni-ginn von Portugall.
Viele Vornehme folgten seinem Exempel nach, worauf er fortzog, sich mit seinemSohne und dem Herrn von Batta zu vereinigen. So bald er sich sehen ließ, unterwarfsich der Feind. Bey ihrer Rückkunft wurden der Prinz, und eine große Menge von dessenBegleitern getauft, und nach dem portugiesischen Infamen, Alfonfo genannt. Nachge-hend verbrannte er alle Götzenbilder in seiner Provinz.
Unruhen, die Allein des Königs zweyter Sohn, Mani pango, wollte nebst vielen andern Herren,
darüber eut- die ihm anhingen, die neue Religion nicht annehmen. Außerdem sahen der Bekehrten Wei-stehen. her ihre Trennung von ihren Ehemännern, als eine große Beleidigung an, und verstärktendie Partey, die dem Don Alfonso zuwider war. Sie glaubten, die römische Religionwürde von sich selbst vergehen, wenn sie ihn aus dem Wege räumen könnten. Manipango und dessen Anhänger beredeten also den König, seinen Vater: Prinz Alfonso wärenur der römischen Religion günstig, um eine Empörung zu erregen, und ihn aus demKönigreiche zu treiben. Der König gab diesen Erzählungen Glauben, und nahm dem Al-fonso seine Regierung : allein des Mant Sognos und anderer Anhalten vermochte ihn,die Sache von neuem zu untersuchen; und da er die Anklage wider den Prinzen ungegründetbefand: so setzte er ihn wieder in sein Amt, besohl ihm aber doch zugleich, zu Ausbreitungder neuen Religion nicht soviel Scharfe gegen die Heiden zu brauchen. Allein, sein Eifer,wie der Verfasser saget, verstattete ihm nicht, nachzulassen.
Der König Seine Gegner ergriffen hierauf diese Gelegenheit, als der Graf von Sogno vomfangt an zu Hofe abwesend war, ihre Anklagen zu erneuern; der König ward endlich in dein Glaubenwanken. zweifelhaft, den er zuvor so eifrig angenommen hatte, und ließ seinen Sohn nach Hofefordern, daß er Rechnung wegen seiner Einnahme Zeit seiner Statthalterschaft ablegen sollte, inder Absicht, ihm solche zu nehmen. Der Prinz aber entdeckte die Verrätherey seiner Feinde,Sein Tod. und verzögerte so lange, daß sein Vater als ein alter Mann endlich darüber starb. Die Mut-ter, die in dem neuen Glauben verharrete, verheclte den Tod drey Tage lang, und ließ mit-lerweile ihrem Sohne melden, daß er ohne Verzug kommen sollte. Dieses geschah durchLäufer, die an gewissen Orten, wie Posten, stehen, des Königs Befehle durchs ganze Reichzu befördern. Er machte sich auf diese Nachricht auf, und ließ sich von Sklaven tragen,da er denn in einem Tage und zwo Nächten zweyhundert englische Meilen zurück legte, undehe man ihn noch erwartete, vor der Stadt ankam /).
Des Königs Tod, und des Don Alfonfos F) Nachfolge, wurden zu gleicher Zeit be-kannt gemacht. Der neue König begleitete den Leichnam, mit den Vornehmsten des Hofesund den Portugiesen, zum Begräbnisse, und das Leichenbegängniß ward nach Art der römi-schen Kirche, mit ungewöhnlicher Pracht gehalten.
Mani Pari- Mani pango ^), der die Mozombi, und andere Aufrührer zu bändigen, war aus-gos Empö- geschickt worden, machte mit den Feinden Stillstand, als er diese Nachrichten erhielt, brachtenmz. e,n
e) Sein voriger Name war Jovr oder Iowi. Merolla nennet ihn Don Alfonso, Sohnpigafetta aus der 126 u. f. S. des ersten christlichen Königs zu Kongo, Jovi.