54 Beschreibung der Königreiche Loango, Kongo, Angola, Benguela,
Religion zu dem Flusse hinunter, etwan eine Meile von der Stadt, führte. Am Ende dieses Gan-mRongo. zwischen dem Flusse und dein Hügel, war ein kleiner Morast, rechter Hand, etwan' ^ einen Musketenschuß breit und zween Fuß tief; linker Hand lagen die Berge und das Heer
des Mani pango, der den Hügel solchergestalt besetzt hatte, daß die Bürger nicht fort-kommen konnten, ohne durch den Morast zu sehen. Mani pango suchte sogleich, dieseszu verhindern, indem er scharfe vergiftete Pfühle in den Boden des Sumpfes treiben ließ,daß der Feind , wenn er bey Nacht entfliehen wollte, daselbst aufgehalten lind gefangenwürde. Den folgenden Morgen war er Willens, die Stadt anzugreifen. Er that auchwirklich bey frühem Morgen einen grimmigen Sturm auf der Nordseite, wo sich eine großeEbene in einem engen Durchgänge zusammenzieht. An diesem Orte ward, wenn malt derLegende glauben will, Mani pango zweymal durch eine unsichtbare Macht zurückgetrie-ben ; daher die Belagerten des Feindes spotteten, von diesem aber zur Antwort erhielten:Ihr seyd es nicht, die uns überwunden haben, sondern ein schönes Frauenzim-mer, ganz weiß gekleidet, dessen wunderbarer Glanz uns blendete, nebst einemRitter auf einem weißen Zelter, der ein rothes Rreuz auf der Brust harre,siegt aber Als der König dieß erfuhr, so ließ er seinem Bruder melden, das erste sey eine Jung-
dsch. stau, die Mutter Christi, dessen Glauben er angenommen hätte, und das andere St. Ja-cob , die ihm beyde von Gott zur Hülfe gesandt waren. Mani pango aber kehrte sichnichts daran, sondern bereitete sich, die folgende Nacht die Stadt, sowohl von der Seiten desengen Weges, als des vorerwähnten Ganges, anzugreifen, wo er »erhoffte, an einem unbe-setzten Orte in die Stadt zu dringen. Allein, er fand sich betrogen; denn des Königs Völ-ker kalten diejenigen, die den Paß bestürmten, schon in die Flucht getrieben, und wie siedas große Lärmen hörten, das Manr pango mit seinen Leuten, beym Aufsteigen aus denHügel, auf der andern Seite machte, so eilten sie ihnen entgegen, trieben sie in Unordnungzurück, und setzten ihnen mit den Pfeilen und andern Waffen dergestalt zu, daß pango floh,und da er durch den Morast setzen wollte, selbst in die Nachstellungen fiel, die er für anderebereitet hatte; denn er bekam einen vergifteten Pfahl in den Leib, und starb wie rasend.
Die Aufrüh» Als der König sich also, durch seines Bruders Tod, des Thrones versichert sah: so ließrer unterwer- er eine allgemeine Verzeihung bekannt machen: darauf unterwarfen sich ihm alle Aufrührer,fen sich. den Generaleapitän Mani Blinda ausgenommen, der aus Scham sich davon machte,doch aber endlich Verzeihung erhielt, mit der Bedingung, daß er an der Kirche Santa Cruzsollte bauen helfen K).
Merolla erzählet die Begebenheiten dieser beyden Personen auf eine unterschiedeneArt. Nach seinem Berichte, ist der Prinz nach der Schlacht auf die Gebirge geflohen, woihn einige christliche Schwarzen gefangen genommen, und seinem Bruder, dem Könige, ge-bracht haben. Dieser war darüber sehr bekümmert, daß der Prinz so verzweifelt verwun-det war, und that sein äußerstes, ihn heilen zu lassen. Allein, es wollte nichts beym pasan-guitima eine Wirkung haben, und derselbe wollte voll Verzweifelung so wenig Hülfsmittel- an fich anwenden lassen, als von Veränderung der Religion hören, und starb also in kur-zer Zeit /).,
Sein
ä) pigafctta auf der 14s in f. Seite. »/) Merolla auf der 6rx> Seite.
/) De Laura saget, er sey hingerichtet worden, ») Dapper nennet ihn Ziakuteir, welchen Na-
und radelt den König wegen dieses Verfahrens, wen er vielleicht vor seiner Bekehrung geführt hat.Siehe I Band auf der Z6 Seite.