70 Beschreibung der Königreiche Lsango, Kongo, Angola, Benguela,
Natur, Es giebt da ganze Berge voll Porphyr, Jaspis, und Marmor von verschiedenen Far-gcsckicbre hen, den sie in Rom yumidischen, africanischen und äthiopischen Marmor nennen. ManvsilRongo. ^ Pabsts Gregorius Kapelle einige Säulen davon sehen.
ZasM Es giebt gleichfalls einen Stein mit eingesprengeten Körnern oder Streifen, deren
-Hyacinth, einige schöne Hyacinthen enthalten. Denn die Streifen, die wie Adern durch den Steindurchgehen, können, wie Granatkörner, herausgenommen werden , und zerfallen in Körn-chen und Stückchen vollkommener Hyacinthen. Man kann aus" der ganzen Masse schöneSäulen machen, und sie ist sehr glänzend.
Es giebt mehr Arten seltener Steine, die wie Kupfer und andere Metalle aussehen.Sie sind sehr schön, und nehmen eine gute Politur an. Man kann sie zu Bildern undanderer Bildhauerarbeit brauchen F).
2. Ihr Ackerbau, ihre Leldfrüchte und wurzeln.
Ihre Erndten. Feldbau. Boden und Fruchtbar- Manlokwurzel. Wie solche zu Mehle geriebenkeit. Feidfrucht Luko. Weißer Hirsen. Ver- wird. Wurzeln. Pflanzen. Ananas. Da-schiedene ArtenHüisenfrüchte. Mandioka, oder nanas. Melonen.
achre And- Königreiche Rongo sind jedes Jahr zwo Erndten. Sie fangen im Jenner an, zu«*) säen, und erndten im April ein. Darauf folget ihr Winter, der aber einem italienischenFrühlinge oder Herbste ähnlich ist. Im Herbstmonate fängt die Hitze wieder an, da sie daszweytem«! säen, und im Christmonate erndten «). Merolla meldet, in Sogno säeten sieiM März, und könnten, wenn sie günstigen Regen hatten, im Brachmonate erndten.Feldbau. Ebenderselbe bemerket, sie brauchten weder Pflug noch Spüden. Sobald die Wol-
ken die geringste Nässe liefern, machen die Weiber die Zubereitungen zum Regen; sie sam-meln nämlich die verdorrten Kräuter und Wurzeln in Haufen, und zünden sie auf demLande an. Nachdem der erste Guß gefallen ist, wenden sie das Feld mit einer leichten Ha-cke um, die sie Lezerzu H nennen. Sie ist an einem Griffe etwan zwo Spannen langbefestigt. Damit hauen sie mit der einen Hand die Erde auf, und streuen mit der andernden Samen aus, den sie in einem Sacke an der Seite haben. Bey dieser Beschäfftigungmüssen sie auch ihre Kinder auf dem Rücken ganz eingewickelt kragen, damit solche nicht von dergroßen Menge Ungeziefers, das bey dieser Gelegenheit aus der Erde kömmt, beschädigt odergar verzehrt werden. Auch wenn sie sonst eine Last tragen, haben sie allezeit ihre Kinderin einer Art Hängematten, die ihnen um die Schultern hängt, daß die Füße des Kindesum der Mutter Unterleib herum zu liegen kommen c).
Boden und Die Erde ist fruchtbar, und so schwarz, als das Volk. Wenn die Erndte zu Kam-Fruchtbar- ba vorüber ist: so schaffen die Weiber alle wälsche Bohnen in einen Haufen zusammen, denkeit. indianischen Weizen in einen andern, und so ferner. Darauf wird dem Makolorste so vielgegeben, als zu seinem Unterhalte zureicht, und das übrige unter die Familien, nach Anzahlder Leute, die sich in jeder befinden, getheilt. In diesen Gegenden ist das Feld allezeitgrün; und wenn der Boden wo verbrannt wird, so wächst alsobald Gras wieder ^). Das
Herzog-
F) PlgafettK auf der »6 Seite. t/) Larli auf der 570 und 572 Seite.
«O Carli auf der ;68 Seite. e) Bgilk)? auf der 5^9 Seite.
S) Oder Elzegu. In der Grundschrift Lzegu. /) Dappcr saget, wie Nocken, aber kleiner,
c) Mcrolla auf der 6;z Seite.