Band 
Fünfter Band.
Seite
98
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Ränigreich

Än;iko.

Kupfergru-

be».

Sandelholz.

Sind guteBogenschü-tzen.

98 Beschreibung -er Königreiche Loango, Kongo, Angola, Benguela,

Wir finden hier die Provinzen pombo, Vamba, Mopenda, und Moscmgo,nebst den Ländern derBakka-dakka, die für eine Art von Zwergen ausgegeben werden e),und sich in den nördlichen Wäldern aufhalten, und das Königreich Lunjeno. Die Ein-wohner von Anziko heißen jeho Metikas, oder Monsols, vielleicht von der HauptstadtLMonsol, die nach den Gränzen von Bakka Meala zuliegt. Diese Stadt befindet sichgleich unter der Linie, hat aber nichts merkwürdiges, als den königlichen Pallast, derprächtig seyn soll. Man saget, es wären dem Könige dreyzehn andere Könige Unterthan.Er heißt der große Makokko, oder Makoko, und daher hat auch das Königreich denNamen, wie aus den vorhergehenden Reisen erhellet.

In dem Königreiche der Anzikos befinden sich, wie Espe; meldet, viele Kupfer-gruben , und eine große Menge rothes und graues Sandelholz. Das rothe heißt Tavilla,und das graue, welches das beste ist, Ahlkongo, woraus sie ein sehr wohlriechendes Pulver,und. verschiedene Arzeneymittel machen. Sie vermengen es auch mit Palmöle, sich den Leibüber und über damit zu salben, wodurch sie sich gesund erhalten wollen. Die Portugiesenaber brauchen es mit Weineßig vermischt, die Ahicangas, oder Pocken, damit zu heilen,indem sie sich die Gelenke damit reiben ä/).

Sie brauchen solches auch für die Kopfschmerzen, weswegen sie es auf Kohlen legen,und den Rauch auffangen. Das Mark und Innere des Baums ist das beste, das äußerewird wenig geachtet.

Die Anzikos machen aus den Palmfäden häufige Leinewand, ja auch Seide, wieschon ist bemerket worden e).

Sie sind ein sehr unruhiges und kriegerisches Volk. Sie fechten zu Fuße. IhreWaffen unterscheiden sich von ihrer Nachbarn ihren: denn sie haben kleine und kurze Bogen,die mit Schlangenhäuten von mancherley Farben so zierlich umwickelt sind, daß man sie fürdas Holz selbst ansehen sollte. Die Bogen werden dadurch stärker und dauerhafter. DieSehnen sind von biegsamen und dichten Baumästchen, wie Spießruthen, aschfarben unddunkelbraun. Eben diese Art Gesträuche wachst in Bengalen, in Ostindien. Ihre Pfeile, diesie in der Bogenhand tragen, sind kurz und dünne, aber aus einem sehr harten Holze.Sie sind so geschwind im Schießen, daß sie acht und zwanzig und mehr Schüsse thun, eheder erste Pfeil zu Boden fallt, und manchmal Vögel im Fluge schießen.

Sie bedienen sich auch der Aexte und Beile, die seltsam gestaltet sind; denn das Eisenist noch einmal so lang, als der Griff. Dieser ist mit einer Schlangenhaut überzogen, undhat einen Knopf am Ende, ihn besser zu halten. Das Eisen ist sehr glänzend, und an denGriff im't Kupfcrplakten, so lang als der Griff, befestiget. Der Rücken der Aerte dienetstatt eines Hammers. Im Treffen wissen sie des Feindes Pfeile mit ihren Aexten aufzu-fangen , worauf sie solche auf die Schultern hängen, und selbst zu schießen anfangen. Siehaben auch kurze Dolche, in Scheiden von Schlangenhaut, die wie Messer gemacht sind,einen Heft haben, und von ihnen zuweilen getragen werden.

Jhr-

«-) Das scheinen Sattels Matt'mbacr zu seyn. al) In der UeberseHung heißt es: sie legten esSiehe rv Band auf der 6;6 Seite. auf den Puls.