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Lolbe.
146 Beschreibung der Länder vorn Vergeb, der guten Hoffnung
Das III Kapitel.
Sitten und Gewohnheiten der Hottentotten.'
Der I Abschnitt.
Ihre Gestalt, Tugenden, Laster und Sprache.
Ihr Name. Ihr Ursprung. Ihre Farbe, Bildung, reKinder und Eltern weg. JhreTugenden: Gut-Gesichtszüge. Leibes unrGemüchsbeschaffenheitm. Herzigkeit, Gastfreyheit. Geschichte eines tugend«Ihre Laster: Faulheit,Trunkenheit. Sie bezeigen hasten Hottentotcn, Klas. Ihre Sprache. Einigesich gegen die Mütter unerkenntlich. Sie setzen il> ihrer Wörter; Zahlwörter und Art zu zählen.
Name der achard und andere stellen die Benennung: Hottentotten , als einen Spottnamen
Hottenko- vor, weil sie dieses Wort oft bey Erblickung der Fremden wiederhohlt hatten, oder bey
ten. ihrem Tanzen oft zu sagen pflegten: Horremottum Brokwa. 2xolde aber be-
merket, daß sie sich dieses Wortes, bey Begegnung der Fremden/gar nicht bedienten, unddaß der Gebrauch des andern Wortes beym Tanzen bewiese, solches sey ihr rechter Name;denn es heiße nicht, wie Arnold will, holländisch Brodt, sondern: gieb dem Hotten-totten seinen Lohn. Diese Worte werden oft in einem Gesänge wiederhohlt, der auf ei-nen holländischen Geistlichen gemacht ist, welcher einem Hottentotten, eine gewisse Bothschastauszurichten, Brodt und Tobak versprochen, ihn aber darum betrogen hakte. Kurz, Hotttenror scheint des Volkes ursprünglicher Name zu seyn; denn sie wissen von keinem andern.
JhrUrsprung. Ihr Ursprung ist sehr dunkel und ungewiß. Sie sagen, ihre ersten Eltern warendurch ein Fenster oder eine Thüre instand gekommen, des Mannes Name seyNoh, undder Frau ihrer Hingnoh gewesen. Tikquoa, oder Gott selbst, habe sie in ihr Land gesandt,und sie hätten ihre Nachkommen gelehrt, Vieh zu halten, und viel andere Dinge zu verrich-ten. Manche Schriftsteller verwechseln die Hottentotten mit den Aafren von Mono-motapa, aber die letztem sind glänzend schwarz, und haben ganz andere Sitten -r).
Ihre Farbe, Wenig Völker sind von den Schriftstellern so verschiedentlich, als die Hottentotten, ab-geschildert worden. Manche stellen sie der Farbe nach als Negern vor, andere sagen, beyder Geburt waren sie so weiß, als Europäer, und Tachard redet von weißen Hotten-totten. Aokbe aber, der sich verschiedene Jahre am Vorgebirge aufgehalten hat, ver-sichert, der Hottentotten Kinder wären bey der Geburt glänzend olivenfarben, und dieseFarbe bekäme, wenn sie erwüchsen, von ihrem beständigen Schmieren einen Schatten, bliebeaber noch stets sichtbar, so sehr sie auch solche überkleisterten.
Gestalt nnd Die meisten Männer sind von fünf zu sechs Fuß hoch, und die Leiber beyderley Geschlech-GesichtSzuge. ter wohlgebildet. Mit den großen Augen, flachen Nasen, und dicken Lippen sind sie denNegern ähnlich, nur daß sie noch ihre Nasen mit Fleiße niederdrücken. Ihr Haar ist wiebey den Negern kurz und wollicht. Die Männer haben große breite Füße: der Weiber ihresind klein und zart. Alle Weibsbilder haben gleich über der Scham ein seltsames härk-
liches
-) Rolbcns Reise im ! Bande a. d. u. f. S. «-) Rolbe giebt davon ein lustiges Beyspiel aus-) Ebenderselbe auf der 119 und zir S. der Zysten Seite.