bis nach Capo Guarda Ful,. XIII Buch m Cap. 157
Bootsmann auf holländisch, ob er gut laufen könne? lauferr! sagte der Bootsmann; o ja, 171z
sehr wohl. Kommet, wir wollen es sehen, versetzte der Hottentotte, und machte sich mit. Rolbe.dem Tobacke auf die Füße, daß er in einem Augenblicke außer dem Gesichte war. Der ^ '
Bootsmann blieb an statt nachzulaufen, über solche wunderbare Schnelligkeit erstaunt ste-hen, und sah weder Tobak noch Träger wieder.
Ihre Geschicklichkeit im Bogenschießen, und Asjagay auch Rakkumstöcke-werfen , Schießen,ist fast unglaublich. In dem Gebrauche dieses Gewehres zeigen sie ein so scharfes Gesicht,und so große Gewißheit in der Hand, daß es ihnen kein Europäer nachkhun kann. Wennein Hortentot einem Hirsche, einer wilden Ziege oder einem Hasen, aus dreyßig oder vierzigEllen nahe kommen kann, wird solches der Rakkumstock selten verfehlen. Steine werfen sie so Steinwer-richtig,daß sie ein Ziel, wie ein halber Dreyer groß, auf hundert Schritte treffen. Gleichwohl ft»-istdiesegewisse Hand noch nicht alles wunderbare bey ihnen; sie stehen niemals stille, nach demZiele zu sehen wie wir, sondern sind in beständiger Bewegung, und machen allerhand selt-same Stellungen, daß man eher denken sollte, sie trieben Possen, als sie zielten; bis der Steingerade nach dem Ziele, wie durch eine unsichtbare Hand geworfen fliegt. Der Hotten-totte sieht, wie man über ihn erstaunt, ergötzet sich darüber, und wiederhohlet den Versuchso oft man will. Im Bogenschießen und Pfeilenwerfen sind sie gleich geübt.
Wenn ein Hortentot allein, oder nur in Gesellschaft ihrer zween oder drey, jagen Art zu jagen,geht, so thut er es bloß, Wildprät für seine Familie zu fangen. Bey dieser Gelegenheit,haben sie kein ander Werkzeug nöthig, als den Rakkumstock. Sie haben aber auch große.
Jagden, da alle Männer eines Fleckens zusammen ausgehen, zu ihrem Vergnügen zu jagen,oder ein wild Thier, das ihr Vieh beunruhiget, aufzusuchen. Ist solches ein Elephant,
Nashorn, Elend oder wilder Esel, so umringen sie es und greisen mit ihren Wurfspießenan, da sich immer einer hinter das Thier machet, weil es sich nach einem andern wendet, undso machen sie, daß eö sich beständig herumdrehen muß, ohne zu wissen, wen es anfallen soll,bis es voll Wunden hinsinkt. Einen Löwen, Tyger oder Leoparden, fallen sie auf gleicheArt an, und entgehe» der Wuth desselben durch ihre erstaunliche Hurtigkeit. Es springt ge-gen einen so schnell, und dem Ansehen nach so gerade auf ihn, daß man des Kerls wegenzittert, und erwartet, ihn den Augenblick zerrissen zu sehen; allein man irret sich. Im Au-genblicke springt der Hottentotte auf die Seite, und das Thier läßt alle seine Wuth auf denGrund aus. Es wendet sich nach dem andern und dritten, und ebenfalls vergebens. Esbrüllet, schäumet und raset vor Grimme. Auf einer Seite entspringen sie dem Thiere mitunglaublicher Geschicklichkeit, auf der andern lösen sie einander mit unglaublicher Eil undHerzhastigkeit ab. Dergleichen Schauspiel sieht man nirgends in der Welt, als bey denHottentotten; und man sieht es nicht ohne die größte Verwunderung. Wenn das Thiernicht bald niedergemacht wird, so merket es, daß mit so hurtigen Feinden nicht auszukommenist, und machet sich auf die Flucht. Die Hottentotten lassen es frey laufen, folgen ihmaber von weitem nach, wohl wissend, daß es bald fallen und ihnen das Fell lassen muß, weilihre Pfeile vergiftet sind.
Sie haben eine andere Art, die Elephanten mit weniger Mühe und Gefahr zu über- Wie sie diewältigen. Weil diese Thiere allezeit heerdenweise zum Wasser gehen, und in einer Linie Elephanten
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c) Ebenderselbe auf der M und folgenden Seite.