Band 
Fünfter Band.
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168
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Roibe.

^63 Beschreibung der Länder vom Vergeb, der guten Hoffnung

Das I V Kapitel.

Deschäfftigungm, Handel, Religion, und Regkerungsart der

Hottentotten.

Der L Abschnitt.

Ihre Beschönigungen, Handwerke, und Handel.

i. Viehzucht.

Wie sie Vieh bekommen. Wie sie solches erhalten, gebrauchen. Lastochsen. Viehärzte. Dervermehren, und verschneiden. Wie sie melken, Verlust des Viehes ist ihr größtes Unglück,und Butter machen. Wie sie das Vieh bey Opfer für ihre Schafe. Gewohnheit, sie durchsNachte verwahren. Ochsen, die sie im Kriege Feuer zu treiben.

Wie sie Vieherwerben.

Wie es er-halten wird.

aller Reichthum der Hottentotten bloß im Viehe besteht, so wird es dienlich seyn,

zuerst zu zeigen, wie sie ihre Reichthümer erlangen, und hernach, wie sie solcheverwalten.

Ein alter Hottentotte, der um das Seinige gekommen ist, oder ein junger, dessenFreunde ihn nicht versorgen können oder wollen, vermischet sich bey einem reichen iands-manne, oder einem Europäer; aber den letztem Dienst ziehen sie, großem Vortheils wegen,allezeit vor. Mit diesem schließt er einen Vergleich, was er täglich an Toback und Dakhahaben soll, welches einen Theil des Lohns ausmachet, der allezeit sonst in Vieh besteht.Dieses Vieh muß das allerbeste seyn; sie nehmen keine unfruchtbare Kuh oder ein solch Schaf,und sind sehr geübt, solches bey dem ersten Ansehen zu beurtheilen. Wenn ein Hottentot solcher-gestalt Vieh hat, so kaufet er sich, für das, was er bey den andern beyden Stücken seinesLohns erspart, noch mehr, und richtet unter seinen Landöleuken seine eigene Wirthschaft an.

Das Vieh eines Rraals weidet gemeinschaftlich, das große in einer Heerde, und darkleine in einer andern. Ein Hottentotte, der nur ein einziges Schaf besitzt, hat das Recht,solches unter die Heerde zu thun, wo es so geweidet wird, als ob es dem reichsten Manneim Flecken gehörte. Sie haben keine besondern Hirten, sondern nehmen dieses Amt nachder Reihe über sich, ihrer drey, vier, oder mehr zusammen, nachdem es die Umständeerfordern. Zwischen sechs und sieben Uhr des Morgens treiben sie das Vieh aus, und zwi-schen sieben undachtUhrdeS Abends zurück. Morgens und Abends melken die Weiber die Kühe,

Wie sich ssi. Sie lassen die Ochsen mit den Kühen, und die Widder mit den Schafen das ganzeches mehret, Jahr durch laufen, wodurch ihr Vieh gewaltig wächst; denn jedes Schaf wirft des Jahresnnd verschütt- ^wey Lämmer. Die Europäer am Vorgebirge thun das Gegentheil, und behaupten, durchten wird. Verfahren werde die junge Zucht schwacher, und verringere sich, aber die Hottentotten

leugnen solches. Ihre Ochsen und Widder zu verschneiden, legen sie den Ochsen aufdenRücken, und befestigen ihm die Füße mit vier starken Stricken, daß er sich nicht bewegenkann; der Verschneidet bindet alsdann die Hoden im Sacke, mit einem ledernen Riemen,

so

s) Rolbens Reis« k Band auf der lüp und folgenden Seite.