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Fünfter Band.
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i7o Beschreibung der Lander vom Vorgeb. der guten Hoffnung

171z Sie haben auch Lastochsen, die sie bey Zeiten dazu gewöhnen, indem sie ihnen einenRolbe. Stock durch die Oberlippe zwischen den Nasenlöchern durchziehen, der an einem Ende einen^ -— Haken hat, daß er nicht durchfallen kann. Ist der Ochse widerspenstig, so befestigen sie ihmrastochsen. die Nase auf dem Boden, bis er besser mit sich umgehen läßt; und weil solches aus.

nehmend empfindlich ist, so bringt es ihn bald zum Gehorsame. Es ist erstaunlich, wie baldsie die Befehlsworte verstehen und gehorchen. Kein Hund kann gelehriger seyn. DieFurcht vor dem schrecklichen Stocke machet sie so aufmerksam und fleißig. Diese tragen alleihre Last, und sind zahlreicher, als die Bakkeleyers.

Viehärzte. In einem jeden Rraal haben sie Viehärzte, deren vornehmste Sorge ist, die Heerdenabzuwarten. In der That sind dieselben wenigen von den Zufällen des europäischen Viehesunterworfen. Viehseuche, Schafsterben, Lungensucht sind ihnen unbekannt; die heftigenRegen aber, vor denen sie sich nicht verbergen können, verursachen ihnen oft eine übelrKrankheit. In allen Zufällen lassen sie dem Viehe zur Ader, und geben ihm wilden Knob-lauch. Bey Verstopfung des Harns geben sie ihm Wasser, das auf eben diese Wurzel istgegossen worden. Wenn ihnen ein Stück Vieh wieder aufkömmt, so bezeugen sie eine groß«Freude; stirbt es, so erholen sie sich an dem Körper, von dem sie schmausen, und ein jederEinwohner des Fleckens bekömmt seinen Theil davon. Dieses Fleisch halten sie für besser,als das geschlachtete Vieh.

Der Verlust Da ihr Reichthum bloß in ihrem Viehe besteht: so kann ihnen kein Unglück so em-desVithesist pfindlich seyn, als desselben Abnahme und Verlust; besonders wenn es von Raubthierenihnen fthr gefi-essm wird. Es ist fast unmöglich, die Wuth der Männer, und das Klagen der Wei-empM lch. bey solchen Gelegenheiten zu beschreiben und vorzustellen, wie eifrigste einen solchenFeind verfolgen, dem, wenn sie ihn erhäschen, der schmerzlichste Tod wiedersähet. Findensie, daß ihre Heerden stärker zunehmen, als sie solche abwarten oder mit Weide versorgenkönnen, so verkaufen sie den Ueberfluß entweder an den holländischen Satthalter am Cape,oder heimlich an die Holländer, oder an ihre Nachbarn, für Toback und was sie benöthigtsind. Alsdann aber suchen sie allezeit nur Ochsen und Widder loszuwerden, und geben Küheund Schafmüttec nicht weg, als für einen guten Preis r).

Opfer für Wenn die Schafe oder das Rindvieh ihres Rraals mit einer Krankheit befallenihre Schaft, werden: so pflegen sie Versöhnungöopfer zu thun, von denen sie drey Tage schmausen. Läßtdie Seuche nach, so schließen sie, Gounja oder Gott sey versöhnt, und stellen außeror-dentliche Freudensbezeugungen an; sonst aber wiederholen sie dieselben, und bestellen einenerfahrnen Aufseher dazu. Fehlet auch dieses, so schreiben sie die Seuche sehr weislich der Be-schaffenheit des Bodens oder der Luft zu, und rücken mit ihrer Wohnung fort.

Sie treiben Ein ander merkwürdiges Andersmaken ist, daß sie die Schafe zu gewisser Zeit durchsselbige durchs Feuer treiben. An dem darzu bestimmten Tage sehen die Weiber alle Milch vor die Män-Feuer. ner, die solche alle austrinken; worauf einige die Schafe zusammentreiben, andere von Spä-nen und dürren Zweigen, die in ein langes Viereck ausgebreitet sind, ein Feuerwachen.Wenn die Schafe da sind, so wird das Feuer mit grünen Zweigen bedeckt, um einen Rauchzu erregen, und die Männer stellen sich auf beyden Seiten dicht an einander in zwo Rei-hen , daß die Schafe durch diese Gasse durchmüssen. Wenn die erstem sich vor dem Feuerund Rauche scheuen, so ziehen sie einige Horremoren, die vornan gestellt sind, durch, und

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») Rolbe im I Bande auf der 176 Seite. ff) Ebenderselbe auf der ir8 u> f. S.

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