Band 
Fünfter Band.
Seite
242
JPEG-Download
 

242

Reisen nach dem Reiche China.

1656 Den folgenden Tag bekamen sie den wundernswürdigen Tempel von Roniansiam zuNeuhof. Gesichte, welcher in so großer Ehrerbiethung steht, als der von Sang wan hab.' Er'-"-steht an der Seite des Flusses in einem einsamen gebirgichten Lande. Der Weg zu demsel-

ben geht erstlich durch steinerne Treppen, und alsdann durch finstere Wege. Nachdem dieChinesen ihue Andacht verrichtet hatten, so besuchten die Gesandten solchen.

Stadt Den 2?sten erreichten sie Mong ley, welches eine sehr angenehme Aussicht in der

Mvng ley. Ferne machet. Man steigt von der Wasserseite auf sehr schönen steinernen Treppen zu demStadtthore. Die Walle sind hoch und mit kleinen Bollwerken und Wachthürmen befestiget.

Den aZsten in der Nacht erhob sich ein erschreckliches Ungewitter mit Donnern undBlitzen. Viele schiffe scheiterten. Einige verlohnen ihre Masten nu't allem ihren Takel-undTauwerke; andere wurden ans Ufer getrieben und zertrümmert, und alle ihre Leute ersoffen.

Schau chew. Den 29sten kamen sie mit der übrigen Flotte vor Schau chew 0), der zweyten Stadtin dieser Provinz. Sie liegt ungefähr dreyßig Meilen von In - ra, in einem Winkel ander Westseite des Flusses. Die Lage und der sichere Hafen machen, daß der Ort starkeHandlung treibt.

Diese Stadt wird an der Westseite von hohen und unmuthigen Hügeln eingeschlossen,und an der andern Seite hat sie eine sehr volkreiche und wohlgebaute Vorstadt. Mittenim Wasser steht ein wundernswürdiger Thurm auf einem kleinen Felsen. Um denselben istein ziemlich guter Wall, der aber itzt zerstöhrt liegt, jedoch von seinem vorigen Ansehen zeuget.

Gegen Süden wird dieser Fluß Si an und zuweilen Gi ho />) genannt. Er wirdvon den Flüssen Chin und Vau gemacht, welche unweit dieser Stadt zusammenfließen, undeinen heftigen Strom über den blinden Klippen machen, welcher für die Fahrzeuge gefährlichist, ungeachtet zu deren Besthützung ein Götzentempel an der Wasserseite erbauet worden,-uzn,ein chi. Auf dem Berge Maw ttcha , nahe bey einem lieblichen Thäte, steht ein Kloster mitnesischerHei- einem geräumigen Tempel. Es ist solches von Lu - ZU, einem berühmten Heiligen, erbauetliger. worden, welcher seine ganze Lebenszeit damit zugebracht, daß er für die Mönche Reiß ge-mahlen und gesiedet, und Tag und Nacht eiserne Ketten an seinem bloßen Leibe getragenhat. Diese machten Löcher in seinem Fleische, welche, weil sie nicht verbunden wurden,faulten, und ganze Nester voll Würmer zeugten. Lu - zu wollte aber solche nicht darauswegkommen lassen, sondern wenn einer davon herausfiel, so nahm er ihn wieder auf undsagte: Hast du nicht noch genug zu freien übrig? warum verlässest du denn mei-nen Leib, wo du dich doch mir Vergnügen nähren kannst?

Die Gesandten schlugen ihre Gezelte dicht an den Mauern auf, wo der Rath und derStatthalter ihnen verschiedene Geschenke für ihre Tafel brachten. Weil solche nun nicht aufdes Kaisers Rechnung giengen: so wurden sie angenommen, und die Personen selbst herr-lich bewirthet.

Die fünf , Den folgenden Morgen sehr früh brachen sie auf und kamen an ein Gebirge, welchesPserdeköpfe. die Tartarn, seiner seltsamen Gestalt wegen, die fünf Pferdeköpfe nennen. Auf denGipfeln dieser Berge, welche mit Wolken bedeckt waren, und unersteiglich zu seyn schienen,stunden verschiedene seltsame Gebäude, deren einige noch ganz, andere aber verfallen wa-ren.

s) Beym Ogilby: Tao - cheu; beym Thevenot />) Beym Ogilby: Gciatt und Scio.etwas unrichtiger: Su che«. §0 Besser Swi hpen.