Band 
Fünfter Band.
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XIV Buch l Capitel.

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tiefen auch die Straßen auf und nieder, als ob sie verwirrt wären, mit Fackeln in der Hand, r 6 5 6

die in Gestalt der Drachen zusammen gewunden waren. Der Mandarin Pinxenton und tteuhof.seine Frau wohnten dieser Feyer mit bey. ^ " '

Sie fanden hier vielerley seltsam gebaute Fahrzeuge. Unter andern sahen sie zwo Bar- Seltsamken oder Schaluppen Long schon «), das ist Schlangenbooce genannt. Diese waren gebauettmit allerhand Farben artig bemalt, und schienen diejenigen Boote noch zu übertreffen, welchedie Fische von Nanking nach Peking für den Kaiser bringen. Sie waren wie Wasserschlan- aber kostbaregen gestaltet und hatten drey Masten. Das Hinterthcil wär voller Schlangen, die mit Barken.Bändern von verschiedenen Farben angebunden, mit Fahnen geschmückt und mit Haarflech-ten , seidenen Flaggen und langen Federn untermengt waren. An diesen hingen sich zuwei-len zwcene geschlanke Knaben, die allerhand Kunststücke machten, die Zuschauer zu ver-gnügen. Auf der Spitze eines jeden Mastes, der mit seidenen Flaggen und Wimpeln geziertwar, stund ein Götze und auf dem Vordertheile ein anderer, unter welchem ein ganz Bün-del lebendiger Enten hing, welche ein Chinese beständig mit einem Spieße prickelte. DerBord der Barken war rings herum mit goldenen und silbernen Fransen behängt. Untereinem luftigen Schirmdache, welches mit vielen Fahnen und Flaggen besetzt war, saßenzwölf muntere Bootsleute, in Seide gekleidet, mit vergüteten Kronen auf dem Kopfe undbloßen Aermen. Sie kamen zu den Gesandten an Bord, sie zu bewillkommen, und wur-den mit einigen Geschenken belohnet.

Den 26sten May kamen sie nach Ra yu tsya, von einigen Rau pew genannt, ei- Ka yu tsy»ner Stadt vom zweyten Range, an einem großen See, Namens p)ye sehe, welcher denköniglichen Canal mit Wasser versieht. Vormals, da die Fahrt durch den See selbst gieng,pflegten die Barken bey ungestümem Wetter an diesem Orte stille zu liegen, indem sie sichnicht hinaus wagen durften. Aus dieser Ursache wurde an der Ostseite des Sees ein Gra-ben gemacht, sechzig Feldweges 0) lang und mit weißen Steinen ausgemauert.

D.au yew ist sehr volkreich und hat prächtige Vorstädte, die sehr dicht bebauet und Kau yewvoller großen Häuser sind. Die Felder rund herum bringen eine große Menge Reiß und beschrieben,sind so dick mit Wohnungen besetzt, daß sie wie ein zusammenhängendes Dorf aussehen.

Das Land gegen Westen liegt meist unter Wasser. Weil hier herum keine Bäume wachsenwollen: so brennen sie bloß Schilf, welches an den Seiten des Sees wächst. Nach demReiße muß sehr fleißig gesehen werden, damit er nicht durch gar zu viele Nasse oder Tro-ckenheit verderbe. Es sind auch sehr viele Windmühlen mit Mattcnsegeln in diesem Lande,weiche gebraucht werden, das Wasser in der nassen Jahreszeit abzuführen und in einer trock-nen einzulassen. Durch dieses Mittel haben die Einwohner zwo reiche Erndten im Jahre.

Den 27sten, da sie Rau yew verließen, kamen sie nach pau ing />), svon einigen Pau ,'nzPau spen genannt^ einer Stadt vor: der dritten Ordnung, zwanzig Meilen weit und an hve».der Ostseite der kaiserlichen Fahrt. Sie ist mit starken Mauern umgeben, und hat einerunde Gestalt, ungefähr anderthalb Meilen im Umkreise. Gegen Osten hat sie den SeeSpe yang und gegen Südwest den See pye sehe.

Mari

China nicht gewöhnlich ist, ob sich gleich viele Mu-hammedaner daselbst niedergelassen haben.

0) Vzi'lby hat Faden.

/>) In der Karte der Jesuiten: P»u ing ch'en.

„) Vielleicht Lang ckwen.

Allgem. Reistbeschr. V Band.

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