276 Reisen nach dem Reiche China.
1656 und von da in den dritten Hof, wo die Halle mit dem kaiserlichen Throne steht, und sichNeuhof. die Zimmer für den großen Khan, seine Gemahlinn und Kinder befinden. Dieser Hof
-'der vierhundert Schritte im Umfange hat, war gleichfalls mit einer starken Wache besetzt'
Thronet die insgesammt in reichen Kleidern von carmesinfarbenen Sattin gekleidet waren. ') ' An jeder Seite des Thrones stunden hundert und zwölf Soldaten, jeder hielt eine an-
Prächtigsr dere Fahne, und sein Kleid war von einer Farbe, die sich dazu schickte; nur hatten sie MS-Aichug. gestammt schwarze Hüte mit gelben Federn auf. Am nächsten bey dem Throne stunden zweyund zwanzig Herren mit kostbaren gelben Sonnenschirmen in der Hand, welche der Sonneglichen. Darauf folgten zehn andere, deren jeder einen vergüldeten Zirkel, der eben sogestaltet war, in der Hand hielt. Neben denselben stunden sechs andere mit Zirkeln wieder Vollmond. Nach diesen kamen sechzehn mit Spießen oder Stangen, die voller bun-ten seidenen Quasten hingen; und neben denselben noch sechs und dreyßig, deren jeder einemit Drachen und andern solchen Ungeheuern gezierte Fahne trug. Auf diese Art warenbeyde Seiten des Thrones besetzet, der unbeschreiblichen Anzahl Hofleute zu geschweigm,welche insgesammt in sehr reichen Kleidern von einerley Farbe und Art von seidenem Zeuge,als in einer Liverey darstunden, welches die Pracht dieses Ortes ungemein vermehrte. Vorden Stufen, die zu dem Throne giengen, stunden aus jeder Seite sechs schneeweiße Pferdemit reich gestickten Decken und mit Perlen, Rubinen und andern Edelgesteinen besetztenZäumen.
Sie verehren Indem sie den Pracht und Glanz dieses Hofes bewunderten, hörten sie ein Klocken-
«llebenThronsiM, nach dessen Endigung der alte Tu rang nebst noch dreyßig von den vornehmsten desReichs hervorgieng und auf Anweisung eines Herolds dem Throne seine Ehrerbiethung be-zeugte , indem sie auf ihre Knie fielen und neunmal ihre Häupter zur Erde beugten. Mitt-lerweile hörte man eine liebliche Vocal- und Instrumentalmusik. Diesen folgte eine andereSchaar von vornehmen Herren. Darauf verrichteten die Gesandten von Gu ta cse und denLammaern diese Ceremonie und wurden mit außerordentlicher Pracht von dem ersten undandern Kanzler dahin geführet.
lufihren an- Hierauf kam der Kanzler zu den holländischen Gesandten und fragte sie, was für einen
gewiesenen Rang oder für eine Ehrenstelle sie hätten; und nachdem sie geantwortet, der UnterkönigeStellen. , so gieng er zu dem mogolischen Gesandten, welcher eben das antwortete. Der Unttr-
Tu rang berichtete ihnen demnach, ihre Stelle wäre der zehnte Stein von denen zwanzigen,die zu dem Ende in das Pflaster der mittlern Thüre zu der Halle gegenüber gesetzt sind, inwelcher der Thron steht. Diese Steine sind mit kupfernen Platten eingefaßt, auf welchenmit chinesischen Zeichen die Würde derjenigen eingegraben ist, welche darauf stehen oderknien müssen. Darauf rief ihnen der Herold zu : Gehet Und begebet euch vor denThron. ' Als sie solches gethan, rief er: tretet an eure Stelle ; welches so gleich geschah.Darnach rief er: neiget das Haupt dreymal zur Erde; ferner: stehet auf; und zu-letzt, gehet wieder an euren (Orr; welches die Holländer alles thatenBühne des Sie wurden darnach, nebst dem mogolischen Gesandten, auf eine herrlich erbauteThrones. Bühne geführet, worauf der Thron stund, der ungefähr zwanzig Fuß hoch und mit ver-schiedenen Lustgängen von Alabaster gezieret war. Nachdem sie allda noch einmal nieder-
gekniet und ihr Haupt zur Erde geneigt hatten: so wurden sie genöthiget, sich niederzuse-tzen,
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