278 Reiset: nach dem Reiche China.
7 6; 6 Hause geführet, wo das Gastmasll gegeben wurde. Es waren zu demselben auch die Te-Neuhof. sandten des großen Moguls, der Stt ta rse und der Lammaer eingeladen worden. Diese
'--—^beyden letztern saßen mit ihren Begleitern an der einen Seite der Tafel, und die beyden er-
ziern mit den Ihrigen an der andern Seite. Der erste Gang bestund aus Früchten undZuckergebackenem; der zweyte aus gekochten und gebratenen Schaf- Rind- und andermFleische und Speisen. Die Schüsseln wurden von Standespersonen aufgetragen, welcheinsgesammt in goldenen: Stücke gekleidet waren. Für jeden von den Gesandten und fürzweene und zweene von ihrem Gefolge wurde ein besonderer Tisch mit dreyßig silbernenSchüsseln voller seltenen Früchte und Confect gesetzet. Des Kaisers Hofmeister saß aufeiner hohen Bank allein, und neben ihm zweene andere große Herren mit kreuzweis unter-geschlagenen Beinen, welche dafür Sorge trugen, daß die Gesandten gut bewirthet würden.Tartarische Ehe sich die Gesandten setzten, mußten sie sich noch erst gegen Norden wenden undKocherey. sich dreymal bücken, als wenn der Kaiser zugegen gewesen wäre. Die Speisen wurden INdrey Schüsseln auf die Tafel gebracht, waren aber so schlecht angerichtet, daß es die Hol-länder kaum wagen durften, etwas von der Kocherey der Tartarn zu kosten.
Als die Mahlzeit fast vorbey war: so rief des Kaisers Hofmeister seine Bediente undgab ihnen alle die Schüsseln, die vor ihm stunden, eine ausgenommen. In dieser war einegebratene Kameelsribbe, wovon er so begierig aß, als wenn er den ganzen Tag gefastet hatte.
Weil es hier die Gewohnheit ist, daß die Gesandten das, was übrig geblieben, mitnach Hause nehmen, so war es lustig anzusehen, wie die heißhungrigen Tartarn ihre Ta-schen und ledernen Säcke ihrer Hosen mit den fetten Gerichten voll stopften, daß die Brühedavon tropfte, wie sie auf den Straßen giengen.
Sie werden Nach der Mahlzeit brachten die Bedienten einige goldene und silberne Töpfe vollermit Samsou Sainsöu und bedienten die Gesellschaft damit in hölzernen Schalen. Dieses Getränkbewirthet, als eine Gnade aus dem kaiserlichen Keller und wird von frischer Milch abgezogen. Obes nun gleich so stark, als Brandtewein war: so waren doch die Gesandten genörhiget, demHofmeister einigemale Bescheid zu thun und das Uebrige mitzunehmen; sie gaben es aberden Soldaten an der Thüre. Zum Beschlusse begaben sie sich noch einmal zum Pallasie,um dem Throne Hre Ehrerbiethung zu erweisen, und giengen darauf nach ihrer Woh-nung zurück.
Jesuitische Da der folgende Tag zulN andern Gastmahle bestimmt war: so kam der Unterm-Ecdichtun- rang oder Unterkanzler F), die Gesandten zu besuchen. Unter andern fragte er sie, ob ess"*" wahr wäre, daß die Holländer drey Tage und drey VTächce hintereinander un-ter dem TVastcr leben konnten? denn das hätten die portugiesischen Jesuiten vorgegeben.Die Gesandten versicherten ihn, es wäre falsch; und als sie Seiner Hoheit dabey vorstellten,wie wenig sie noch in ihrem Geschäffte ausgerichtet hätten, so antwortete er, es könnte fürdießmal nicht anders seyn; versicherte sie aber, daß wenn sie noch einmal kommen und denKaiser begrüßen würden, ihnen eine freye Handlung sollte zugestanden werden, wobey esihnen nur wenige Gescheute kosten würde.
Das zweyte Um Mittag giengen sie zur zweyten Gasterey, welcher einige von den vornehmstenGastmahl. Person des Reichs, wie auch der mogolische Gesandte beywohnten, der ihnen gegen über
saß.
F) Beym Tbevenot.der zweyte Staatsbeamte» 6) N'cuhof in Vgilbps China auf der »r >wd
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