Band 
Fünfter Band.
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^2 Reisen nach dem Reiche China.

16 8 8 auf kleinen Pfeilern von eben dergleichen ruhen; die Steine sind dem Marmor sehr ähnlich,le Lomre Sie sind artig und mit mancherley Zierrathen ausgehauen. Längst den Geländern erstrecketFottrancr. s,ch eine kleine Bank von Steinen, neun oder zehn Zoll hoch. DieBrückeistmit großen flachen'—V—Steinen gepflastert; auf sie folget ein langer Damm, über vierzig Fuß breit, und sechs- odersiebenhundert Schritte lang, eben so gepflastert, mit zwo kleinen Brücken daran, von ebender Bauart.

kyang lyang Vier Meilen von Lew li ho kanten sie nach Lyancz hyang hyen, einer großenhyen. Stadt, deren Mauern aber in schlechten Umständen sind. Eine Meile von dar fanden sie

eine schölte Brücke, deren Seitenmauern von großen, schönen weißen Steinen waren, unddie Enden auf vier Elephanten ruhten. Sie sahen auch eilte andere, deren große Steinean den Seitenmauern durchlöchert waren. Diesen Tag reisten sie nur drey Meilen, undblieben in einem Flecken liegen, der acht Seemeilen vor pe kmg war, um von den Jesui-ten , die sich am Hofe befanden, Nachricht zu erwarten. Den ?ten schickten sie einen Be-amten von dem mathematischen Rathe, sie in die Stadt zu führen; keiner aber kam inPerson, wie sie Willens gewesen waren, weil sie um Ferdinand Verbiest, der den aZstenIenner gestorben war, trauren mußten. Der Weg war fast zwanzig Faden breit, undoft noch breiter; aber die Menge von Leuten, Pferden, Maulthieren, Eseln, Kamcelen,Kaleschen, Sanften und Karren, verursachte ein unbeschreibliches Lärmen.

ku kew kyau. Fünf Seemeilen weiter giengen sie durch Lu kew kyau, eine kleine fast viereckigerStadt, die beynahe zweyhundert Schritte im Umkreise hatte. Nichts kann angenehmeraussehen. Die Mauern sind ungemein schön, artig gebauet und vierzig Fuß hoch. DerWall ist nicht allzu dick, und eben so ausgesetzt. Die Bank oder der erhöhte Weg ist sehrbreit, und, sowohl als die Brustwehre, sehr artig gebauet. Die Schießlöcher sind ganz nahebeysammen. Es hak zwey doppelte Thore mit einem Waffenplatze. Sie sind hoch, dickeund wohl gewölbt. Ueber ihnen ist ein Gebäude von zweenen Absätzen mit einem doppeltenDache, auf welches man auf jeder Seite durch eine breite Treppe steigt, welches sehr an-genehm läßt. Sie giengen über die schönste Brücke, die sie noch gesehen hatten, in dieStadt. Sie ist über hundert und siebenzig Schritte lang. Die Bogen sind klein, aber dieSeitenmauern von einem harten, weißlichten marmorähnlichen Steine; diese Steine sindüber fünf Fuß lang, drey Fuß hoch, und sieben oder acht Zoll dick; an jedem Ende werdensie von Pfeilern getragen, welche Löwenbilder und andere baukünstliche Zierrathen haben. DerVerfasser zählte nur auf einer Seite hundert und sieben und vierzig solcher Pfeiler. Zwokleine Bänke, deren jede einen halben Fuß hoch und anderthalb Fuß breit ist, laufen langstden Seitenmauern hin. Die Brücke ist mit großen flachen Steinen gepflastert, die so wohlzusammengefügt sind, daß sie so eben ist, als wenn sie mit einem Estriche belegt wäre.

Der Weg von hier nach pe king, auf drey Meilen weit, sieht wie eine Straße in einerStadt aus, wegen der Menge des Volks, das sich darauf dränget. Vier- oder fünfhun-dert Schritte von dem Thore der äußern Stadt, hielten die Missionarien am Zollhauseinnen, wo man ihre Sachen durchgehen ließ, ohne solche zu untersuchen. Mittlerweileöffnete jemand ein Fenster in des Verfassers Sänfte, und fragte: ob sie gekommen waren,dem Kaiser Tribut zu zahlen? Denn was aus fremden Königreichen kömmt, es mögen

nun

<?) In dem Grundrisse von Peking heißt es ihr Lollegium.