XIV Buch XI Capitel
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Als Grimaldi und der Verfasser an die Thüre kamen: so liefen sie eilend an das En- 1695de des Plahes, das dem Kaiser gegen über war, und stunden beyde beysammen, blieben Gemellieine Weile stehen, und hielten die Hände gerade an den Seiten herunter. Endlich knieten . 6arer«.sie nieder, und erhoben ihre Hände an ihre Köpfe, so daß ihre Aerme und Ellbogen gleichhoch waren, beugten sich dreymal auf die Erde, worauf sie sich wieder erhoben, und in ebendie Stellung setzten, hernach eben die Ceremonie das zweyte und drittemal wiederholten, bisman ihnen befahl, sich zu nähern und vor dem Throne nieder zu knien.
Seine Majestät befragten ihn darauf, vermittelst des Grimaldi, von den europäi- bey demschen Kriegen; nach diesem, ob er ein Arzt wäre, oder die Wundarzeney verstünde; und Kaiser,auf Vernehmen, daß dieses nicht sein Werk sey: ob er Kenntniß von der Mathematik be-säße ? Er verneinte dieses gleichfalls, ob er sich wohl in seiner Jugend ein wenig daraufgelegt hätte; denn die Miffionarken hatten ihn zuvor gewarnet, der Kaiser würde ihn beysich behalten, wenn er sich für geschickt in diesen Wissenschaften ausgäbe. Endlich ertheilteer ihnen ihren Abschied, und sie begaben sich ohne Ceremonie zurück F).
Der Kaiser Ring hi, das ist: der Friedfertige, befand sich im drey und vierzigsten DessenJahre seines Alters. Seine Leibeögestalt war wohl proportionirt, die Augen feurig, und Gestalt,größer, als sie bey seinen Landesleuten zu seyn pflegen, die Nase etwas habichtförmig undam Ende ein wenig rund. Er hatte einige Pockengruben, die ihn aber nicht verstellten.
Gemelli fand die Kälte zu pe kmg so stark, daß er nicht ausgehen konnte, bis dieSonne Stärke genug bekommen hatte, und Grimaldi versicherte ihn, es sey in Polen,zehn Grad weiter nach Norden zu, nicht kälter. Durch Vorschub dieser Witterung, wardverschiedenes Wildprät, von allerley Art, aus der Tartarey gebracht. Alles ist so gefroren,daß es sich manchmal zween bis drey Monate hält, und ein Bock oder Eber können für einStück von Achten, Fasanen oder Rebhühner, für einen Penny, oder drey halbe Pence,gekauft werden.
Der Verfasser gieng den yten, die französischen Jesuiten zu besuchen, die sich innerhalb Geburtsfestder ersten-Ringmauer des Pallastes aufhielten. Er fand daselbst eine Menge von Leuten, der Kajse-die blaues Tuch aufhingen, um damit die kleinen Gange, nach dem breiten Wege zu, der in dieinnere Ringmauer führet, zu verdecken; dieses geschah deswegen, damit man verhindere,daß das Frauenzimmer nicht gesehen würde, welches der Kaiserinn bey ihrem Geburtefesteglückwünschte: auf deren Rückwege, sah er eine Menge schöner, mit Damaste und an-dern reichen seidenen Zeugen bedeckter Kaleschen, in denen dieses Frauenzimmer kam. DesKaisers Weiber und Kebsweiber, die Prinzen und Prinzessinnen von Geblüte; die vorneh-men Frauenzimmer, und Weiber der Mandarinen bey Hofe, bezeugen alsdann der Kaise-rinn ihre Ehrerbiethung; sie knien nieder und beugen den Kopf neunmal auf die Erde. Nach-gehends ladet die verwitwete Kaiserinn Seine Majestät und die ganze Versammlung zurTafel ein, und er speiset für sich auf seinem Throne. Der Verfasser meldet dieses aus derErzählung der Jesuiten, weil Fremde die Ceremonie nicht zu sehen bekommen ^).
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kommen sey, und Grimaldi weiter einigen Theil,«ls Dollmetscher, daran gehabt habe.
Gemelli auf der r-z und folgenden Seite.