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Fünfter Band.
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524 Reisen nach dem Reiche China.

169z nicht die Halle, in der der Gesandte sein« vorige Audienz hatte, aber hier war ein Thron aus-Iübrand gerichtet, und zu dieser Feyerlichkeit mit Damaste behängt. Auf jeder Seite befanden sich

Ives._, zwo Trummeln, die schön verguldet und gemalt waren, jede war drittehalb Faden lang,

' ^ und sie lagen auf einem dazu verfertigten Stuhle.

Ceremonien Nachdem sich der Kaiser gesetzt hatte, gieng der Herold, der vor dem Throne stund, aufdabey. seinen Befehl an des Paradezimmers Thüre, wandte sich zu denen Herren, die außen in dem

Hofe saßen, und schrie, nachdem er einige Worte hergesagt hatte, mit durchdringenderStimme dreymal: stehet auf, neirm euch zur Erden. Während der Zeit, da diesesvorgieng, wurden die Klocken geläutet, die Trummeln gerührt, die Laute geschlagen, unddrey dazu gemachte Pfeifen sehr laut geblasen. Darauf kamen zweene der vornehmstenHerren, dem Gesandten zu melden, Seiner Majestät Gefallen wäre, er sollte näher kom-men. Diesem zu Folge führten sie ihn bey der Hand von dem Platze, wo er mit seinenLeuten saß, der etwa acht Faden vom Throne entfernt war, bis er von solchen nur etwa dreyFaden weit auf einer Seite blieb, wo er zwischen zween von Geburt tartarischen IVangs e)oder Prinzen saß. Nachdem er dem Kaiser seine Ehrerbiethung bezeugt hatte, ward diegroße Klocke gelautet, und die großen Trummeln wurden auf jeder Seite geschlagen, wel-ches einen Lärmen wie eine Salve von Canonen machte. Man spielte auch auf den Flöten,und die vorerwähnten Pfeifen erschallten neunmal, worauf er ersucht ward, sich zu setzen.Darauf brachte man ihm eine Schale von Caffee oder Bohnenbrühe; und nachdem er Sei-ner Czarischen Majestät Geschäffte bey dem Kaiser zur Richtigkeit gebracht hatte, stund erauf, machte sein Compliment, und Seine Majestät stunden auch von ihrem Throne auf, undgiengen zur westlichen Thüre nach ihrem Zimmer hinaus.

Kaiserliche Des Kaisers Leibwache war in roth Calico gekleidet, welches mit rothen Figuren, soLeibwache, groß als ein Species Thaler, gedruckt war. Sie trugen kleine mit gelben Federn gezierteHüte, hatten Säbel an den Seiten und schöne Lanzen mit Fahnen daran; sie stunden glie-derweise in einiger Entfernung vom Throne, auf beyden Seiten des vierten Hofes, wo auchacht weiße Sattelpferde zur Schau stunden.

Im dritten Prachthofe befanden sich auch vier außerordentlich große Elephanten, vondenen einer weiß war; alle waren mit reich gewirkten Stücken Zeug bedeckt, und ihr Zeugmit vergüldetem Silber. Jeder hatte auf seinem Rücken, ein schön gearbeitetes hölzernesCastell, darinnen acht Personen sitzen konnten. In diesem Hofe stunden auch die kaiserli-chen Wagen mit zweyen Rädern, und seine Sessel, die alle mit gelben damastenen Vorhän-gen behängen waren, wie auch verschiedene Gestühle zu Trummeln, Kesfeltrummeln undandern Instrumenten.

Nachdem der Gesandte aus dem Schlosse heraus war, fuhr er in einem kaiserlichenWagen, den ein Elephante zog, nach seiner Wohnung. Auf jeder Seite liefen zehn Perso-nen mit einem dicken Seile in den Händen, das auf beyden Seiten an des Thieres Maulbefestigt war; vermittelst desselben leiteten und regierten sie den Elephanten. Auf seinemHalse saß ebenfalls ein Mann mit einem eisernen Haken in seiner Hand, der ihn führenhilft. Ob er wohl nur seinen ordentlichen Schritt gieng, so mußten doch seine Leiter, umihm gleich zu bleiben, aus allen Kräften laufen /).

Wenig

/) Ives auf der 7; und folgenden Seite.

In der Grundschrift r Npannes.