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Zehnter Band.
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Reisen der Franzosen und anderer

Der II Abschnitt.Reise des de l' Estra.

Vorbericht. Veranlassung zu dieser Reise. Es kömmtein anderes Schiff zu des Estra seinem.Schreckii-cher Sturm. Verfolg der Reise. Ste kom-men zu Surat an. Französische Handelsnie-derlage zu Bantam. Jährlicher Srcan zu Su-rat. List eines französischen Direeters. Zusatzzu Carre Berichte vonAusplünderung der StadtSurat. Der Verfasser geht nach Ceylan. Be-weis von der Wahrheit seines Berichtes. Erwird von den Holländern gefangen. Wie sol-che mit ihm umgehen. Grausamkeit der Hol-länder. Die Gefangenen werden nach Nega-patan gebracht. Zween Franzosen werden ge-henket- Geschichte eines bretagnischen Edel-mannes. Was der Verfasser zu Negapatanbeobachtet. Was diese Stadt den Holländernhilft. Pralerey der Holländer. HolländischesWaarenlager zn Ongli. Stadt Dengala- Be-

schaffenheit der Einwohner. Schiffbcuch desVerfassers. Geschichte eines jungen indiani-schen Paares. Der Verfasser kömmt ans Land;wird von einem Portugiesen bewirthet. DieFranzosen werden nach Datavia gebracht; wieman sie daselbst hält. Estra wird besondereGunst bezeuget. Massuere läßt sich König nen-nen. Der Verfasser trifft die Witwe des bre-tagnischen Edelmanns an. Schicksal eines ceyloni-schen Prinzen Der Verfasser wird krank. ZwanzigFranzosen entfliehen. Die übrigen versuchen esgleichfalls; werden dafür gezüchtiget. Rachedes Generals Massuere. Der Verfasser wirdnebst seinen Gefährten nach Europa geschickt.Die Holländer befürchten, eine französische Flot-te anzutreffen. Gefährlicher Entschluß des Estra.Sonderbare Begebenheit eines Franzosen.Estrakömmt Wieder nach Frankreich.

l 'Estra 1671 . Obgleich das Zeugniß der Aufrichtigkeit, das ein Reisender sich selbst beyleget, ja nicht' " ' ^ einmal die Kühnheit, damit er sich auf anderer Leute Zeugniß berufet »), allemal

Vorbericht., hinlänglich ist, ein vollkommenes Zutrauen zu erwecken: so sind doch diese beyden Bewe-gungsgründe nicht ohne alle Stärke, wenn eine ungekünstelte aber wohl überlegte Erzäh-lung , als das gewöhnliche Kennzeichen der Wahrheit dazu kömmt. Weil Estra sich füreinen bloßen umschweisenden Ritter auögiebt, der nur deswegen nach Indien reifste, da-mit er seine Neugierigkeit durch lange Reisen befriedigen möchte: so kann er seinem Be-richte auf keine andere Weise eine Glaubwürdigkeit verschaffen, als vermittelst besagterdreyen Vorzüge. Doch die neue Einrichtung gegenwärtiger Sammlung verschaffet ihmauch den vierten, nämlich den Zusammenhang seiner Abentheuer mit andern bereits bekann-ten Begebenheiten, gleichwie solches diejenigen ohne Mühe wahrnehmen werden, welcheLust gehabt, die vorhergehenden Reisebeschreibungen zu lesen.

Er

der Verfasser ein unerhörtes Beyspiel von Eifer-sucht, welches Zeit seines Aufenthaltes zu Don-gnec)? im Jahre 1672 vorgieng. Abdelchan ei-ner der vornehmsten Herren im Königreiche Vi-säpur und Feldherr der Kriegesmacht, wurde desKriegeswesens überdrüßig, und sehte sich zur Ru-he in sein Serail, wo er vermöge seines großenReichthums zweyhundert der schönsten Weibesper-sonen, die ln der Welt seyn mögen, zusammenbrachte. Unter diesem Leben bekam er Befehl, einKriegesheer gegen Sevagy anzuführen. Als ernun aufbrechen mußte: so überfiel ihn eine so un-sinnige Eifersucht, daß er auf das grausamste Wü-ten verfiel, wovon man jemals gehöret hat. Er

schloß sich vorher acht Tage lang bey seinen Wei-bern ein, und brachte diese Zeit in beständigemWohlleben und Lustbarkeiten zu. Aber den letztenTag ließ er sie alle zweyhundert tzor seinen Augen.niedersäbeln, bloß damit er während seiner Abwe-senheit aller Sorge wegen ihrer Aufführung über-hoben war. Sodann übernahm er die Anführungdes Heeres, und schien äußerst blutdürstig zu seyn.Sevagy, welcher sich eine Ehre daraus machte,daß er seine heidenmäßige» Eigenschaften mit derLeutseligkeit verband, spüret- einen solchen Abscheugegen diesen verruchten Mörder, daß er sich zu be-schimpfen glaubte, wenn er das Kriegesspiel mitihm anträte. Demnach ließ er ihm unter dem Ver-wände